Texte-03 2010-01-22

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I. LOB UND PREIS SEI DIR  –  TAUFE und VATERUNSER


Der Wind weht, wo er will;
dabei wissen wir nicht, woher er kommt und wohin er geht.
So ist es mit uns, wenn wir aus dem Geist geboren werden.

Wenn wir nicht von Neuem geboren werden,  können wir das Reich Gottes nicht sehen.
Wenn wir nicht aus Wasser und Geist geboren werden,  können wir nicht in das Reich Gottes kommen.
Vaterunser, es ist Dein Name, der geheiligt werde.
Ewiger Gott, wie Du den Namen Jesu am Jordan geheiligt hast,
so heiligen wir hier und heute Deinen Namen, den Namen unseres ewigen Gottes;

Vaterunser, es ist Dein Reich, nach dem wir uns sehnen.
Ewiger Gott, wie Du den Himmel über dem Jordan geöffnet hast und Deinen Sohn gepriesen hast,
so wollen auch wir unseren Herrn, Jesus Christus, loben und preisen;

Vaterunser, es ist Dein Wille, der immer und überall geschehe.
Ewiger Gott, wie Du es am Jordan mit der Taufe Jesu gewollt hast,
so gilt Dein Wille für alle Wesen des Himmels wie für jeden von uns hier und heute;

Vaterunser, gib uns Speise und tränke uns.
Ewiger Gott, wie Du Jesus und all die anderen am Jordan getauft hast,
so stärkt uns Dein Brot und beflügelt uns Dein lebendiges Wasser;

Vaterunser, vergib uns wie auch wir vergeben unseren Brüdern.
Ewiger Gott, wie Du Jesus und all die anderen am Jordan gereinigt hast,
so hilft uns Deine Gnade immer wieder aus unserer Not;

Vaterunser, führe uns nicht in Versuchung.
Ewiger Gott, wie Du Jesus am Jordan für den Weg der Liebe geweiht hast,
so lässt Du uns nicht in Irre gehen, sondern lasse uns dem Fluss der Gerechtigkeit folgen.
Ewiger und allmächtiger Gott,
nach Deinem offenen Himmel sehnen wir uns,
daher schenke uns die Kraft der Umkehr,
schenke uns die Stärkung durch Deine Anwesenheit und Gegenwart,
und durch das Feuer Deines Geistes, damit wir immer wieder neu geboren werden.

Lob und Preis sei Dir, Jesus Christus,
Dir wollen wir folgen, und wir wissen nun:
Wenn wir von Neuem geboren werden, dann können wir das Reich Gottes sehen.
Wenn wir aus Wasser und Geist geboren werden,  dann können wir in das Reich Gottes kommen.

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II. GESCHAFFEN, UM GOTT ZU DIENEN  – DIE DREI WEISEN VON DAMALS UND DIE MAGIER UNSERER ZEIT


Wie einst die Weisen aus fernen Ländern sind wir gekommen, um Dich anzubeten:
„Sie fanden das Kind und seine Mutter, fielen nieder auf ihre Knie und beteten es an.“

Die Magier von damals finden eine junge Frau mit einem Kind, das in einfache Windeln gehüllt ist… doch als sie eintreten, fühlen sie eine Freude, die sie niemals vorher erfahren hatten.

Jesus, ich erkenne in Dir meinen höchsten Herrn und meinen Erlöser; ich verkünde dies von Dir, doch kann ich Dir nichts darbringen,

ich besitze nicht das Gold der Liebe, denn ich liebe die Dinge dieser Welt;
ich liebe meine eigenen Vorlieben, ich glaube an die Magier unserer Zeit, die mir einflüstern, dass wir Menschen das Leben mit Wohlstand und gesundem Egoismus meistern können,
und dies, obwohl ich Dich lieben müsste, der Du dieser Liebe unendlich würdig bist;

ich besitze nicht den Weihrauch des Gebetes, denn ich habe viel zu oft dahingelebt, ohne an Dich zu denken;
ich glaube an die Magier unserer Zeit, die mir versichern, dass es wichtigere Angelegenheiten gibt, als Zeit für Dich einzurichten,
und dies, obwohl ich dich anbeten sollte, der Du dieser Heiligung unendlich würdig bist;

ich besitze nicht die Myrrhe der Heilung, denn weil ich mich nicht von allen möglichen Vergnügungen ferngehalten habe, habe ich viele Male Deine unendliche Güte betrübt;
ich glaube an die Magier unserer Zeit, denn sie beschwören die schrankenlosen Freiheiten dieser Welt,
und dies, obwohl ich die Geister unterscheiden lernen sollte, denn nur Dein Geist ist der Anbetung unendlich würdig;

was also werde ich Dir darbringen?

Mein Jesus, ich bringe Dir mein Herz dar, so wie es ist – ganz unvollkommen und nackt:
Nimm es an und wandle es,
denn Du bist auf die Erde gekommen, um unsere Herzen in Deinem Blut reinzuwaschen und uns auf den heiligen Weg zu führen.

Jesus, schenke Du mir also dieses Gold, diesen Weihrauch, diese Myrrhe, die ich nicht besitze.

Jesus, schenke mir das Gold deiner heiligen Liebe, damit ich meinem Gott und meinem Nächsten diene;
Jesus, schenke mir den Weihrauch des Gebetes, damit ich Dir gebührend Zeit schenke;

Jesus, schenke mir die Myrrhe der Heilung, umauf Gedanken, Worte und Taten zu verzichten, die mich vom Weg der Heiligung abbringen.

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III. BITTEN UND FÜRBITTEN  –  HEUTE HAT SICH DAS SCHRIFTWORT ERFÜLLT


„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ (Evangelium nach Lukas, Kap.4)

So spricht Christus nach seiner Taufe am Jordan im Evangelium, das wir kommenden Sonntag hören werden. Das Evangelium berichtet, dass Christus, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurückgekehrt ist.

Jesus, wir rufen Deinen Geist, der mit uns ist: Bitte, lass uns Feuer und Kraft für unser Leben
erfahren!

„Und die Kunde von Christus verbreitet sich in der ganzen Gegend. Er lehrt in den Synagogen und wird von allen gepriesen. So kommt er auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen ist, und geht, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge.“

Jesus, wir kommen zur Anbetung, um Dich zu ehren: Bitte lass uns den Weg der Gerechtigkeit
erkennen!

„Als Christus aufsteht, um aus der Schrift vorzulesen, reicht man ihm das Buch des Propheten Jesaja.“

Jesus, wir sind Teil Deiner Gemeinde: Bitte lass uns das Leben in unserer Pfarre, das Leben mit
unseren  Brüdern und Schwestern,  nach Deinem Wort gestalten!

„Christus schlägt das Buch auf und liest die Stelle, wo es heißt:

Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt,
…damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe;
So bitten wir heute: Jesus, lass uns die Bedürftigen um uns herum erkennen und Ihnen gute Nachricht bringen!

Christus spricht: …damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
So bitten wir: Jesus, lass uns auch die eigenen Fesseln ablegen, um uns und andere zu befreien!

Christus spricht: …damit ich den Blinden das Augenlicht schenke;
So bitten wir: Jesus, lass uns die Sinne schärfen, wie wir Dich und die Menschen lieben können!

Christus spricht: …damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
So bitten wir: Jesus, lass uns dann aufstehen und neu beginnen, wenn wir Leid und Unrecht erfahren haben!

Christus spricht: …damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“
So bitten wir: Jesus, lass uns Gottvater mit all unserer Kraft dienen und seine Gnade erfahren!

Jesus schließt das Buch, gibt es dem Synagogendiener und setzt sich. Die Augen aller in der Synagoge sind auf ihn gerichtet. Da sagt er ihnen:

„Heute hat sich das Schriftwort des Propheten, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“

Ewiger Gott, wie unendlich dankbar sind wir Dir,   dem Vater   und dem Sohn für unsere Erlösung.
Amen.