Texte-04 2010-02-19

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1. Impuls

1.1. Lobpreis

Ich liebe den Herrn; denn er hat mein lautes Flehen gehört und sein Ohr mir zugeneigt an dem Tag, als ich zu ihm rief. Mich umfingen die Fesseln des Todes, mich befielen die Ängste der Unterwelt, mich trafen Bedrängnis und Kummer. Da rief ich den Namen des Herrn an: «Ach Herr, rette mein Leben!» Der Herr ist gnädig und gerecht, unser Gott ist barmherzig. Der Herr behütet die schlichten Herzen; ich war in Not und er brachte mir Hilfe. Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat dir Gutes getan.

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn. Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk.

Ach Herr, ich bin doch dein Knecht – dein Knecht bin ich. Du hast meine Fesseln gelöst. Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des Herrn. Amen. (Ps 116)

1.2. Über die Liebe

„Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.“ (1.Kor 13) …so ermahnt uns der Apostel Paulus!

Unsere Liebe zum Herrn darf ruhig …Bewunderung, …Leidenschaft und …Treue zeigen, erinnern wir uns an den Liebestext aus dem Hohelied des AT, der uns diese Elemente wie kaum ein anderer Text nahebringt:

„Ich stand auf, dem Geliebten zu öffnen. Da tropften meine Hände von Myrrhe am Griff des Riegels. 6 Ich öffnete meinem Geliebten: Doch der Geliebte war weg, verschwunden. Mir stockte der Atem: Er war weg. Ich suchte ihn, ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, er antwortete nicht. 8 Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter: Wenn ihr meinen Geliebten findet, sagt ihm, ich bin krank vor Liebe. 9 Was hat dein Geliebter den andern voraus, du schönste der Frauen? Was hat dein Geliebter den andern voraus, dass du so uns beschwörst?

10 Mein Geliebter ist weiß und rot, ist ausgezeichnet vor Tausenden. 11 Sein Haupt ist reines Gold. Seine Locken sind Rispen, rabenschwarz. 12 Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen; 13 Seine Wangen sind wie Balsambeete, seine Lippen wie Lilien; sie tropfen von flüssiger Myrrhe. 14 Seine Finger sind wie Stäbe aus Gold, mit Steinen aus Tarschisch besetzt. Sein Leib ist wie eine Platte aus Elfenbein, mit Saphiren bedeckt. Seine Gestalt ist wie der Libanon, erlesen wie Zedern. 16 Sein Mund ist voll Süße; alles ist Wonne an ihm. Das ist mein Geliebter, ja, das ist mein Freund, ihr Töchter Jerusalems.“ (Hoheslied, 5)

Wie steht es nun mit unserer Liebe zum Herrn? Dazu einige Fragen, wie sie uns Paulus stellen könnte:

Wie sehr brennt mein Liebe zu unserem geliebten Christus?
Wie langmütig ist meine Liebe, wie gütig?
Wie viel Eifer und Prahlen wohnt in meiner Liebe?
Was lässt sie mich Ungehöriges tun, wo sucht mein Liebe den Vorteil?
Wo lässt sich meine Liebe zum Zorn reizen, wo trägt sie böses nach?
Wo freut sich meine Liebe über Unrecht, wo weicht sie der Wahrheit aus?
Wo erträgt sie nichts mehr, wo glaubt sie nicht mehr, wo ist meine Liebe hoffnungslos?
Wo hält meine Liebe nicht mehr stand, wo hört meine Liebe auf?

>>>  S T I L L E

1.3. Lasset uns beten

Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, du hast mich erschaffen, damit ich dich und die Menschen lieben kann.
Du hast mich gut erschaffen, in deinen Augen bin ich liebenswert.

Ich danke Dir für deine Liebe zu mir. Ich danke Dir, dass ich Dich lieben kann.

Ich freue mich über jeden Menschen, den ich aus ganzem Herzen lieben kann. Und ich möchte Dir danken, dass ich auch in den Augen anderer Menschen wert bin, geliebt zu werden.

So sehr hast Du mich geliebt, dass Du Deinen eigenen Sohn gesandt hast, um mich zu erlösen. Nichts wünschst du sehnlicher, als dass ich in Deiner Liebe bleibe.

Gib mir dazu immer genug Kraft und Freude. Lass mich Dich nie aus den Augen verlieren. Und schenke mir ein weites Herz für die Menschen, die Du zu mir führst. Darum bitte ich dich, durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

<<< 2. L I E D

2. Impuls

2.1. Fastenzeit

Wir wollen uns von allem befreien, was uns Gottes Nähe verstellt. Ist das nicht der eigentliche Sinn der Fastenzeit?
…Wir wollen uns von allem befreien, was uns Gottes Nähe verstellt, damit wir seine Gnade auch empfangen können, damit wir seiner erneuernden Kraft gewiss werden.

Es geht nicht darum, Übergewicht abzubauen, sondern die falschen Gewichte unseres Lebens hinter uns zu lassen und Gott in uns wirken zu lassen. Das ist die große Chance der 40-tägigen Zeit bis Ostern, in die wir bereits eingetreten sind.

2.2. Nur meine leeren Hände kann Gott füllen

Zeit zum Fasten –  Zeit zum Verzichten –  Zeit zum Verschenken

Dabei sind wir als Ganzes gefordert. Es gilt auch:

Etwas zu kosten, was mir nicht schmeckt, kann manchmal schwerer sein als zu fasten.
Etwas zu tun, was ich lange vor mir hergeschoben habe, kann mich mehr fordern als zu verzichten.
Das Beschenkt-Werden anzunehmen, mich beschenken zu lassen – kann zuweilen mehr Überwindung kosten, als selbst etwas zu verschenken.

Fastenzeit.

Zeit, aufzuwachen.
Zeit, wachsam zu werden.
Zeit, innezuhalten.
Zeit, loszulassen.

Manches muß ich loslassen, um frei zu werden für Neues, das mir begegnen will.

Nur meine leeren Hände kann Gott füllen.

>>>  S T I L L E

2.3. Mach uns bereit…

Gott, nicht für den Tod, sondern für das Leben hast Du uns erschaffen. Nicht für irgendein Leben, das mit dem Tod endet, sondern für ein Leben, das durch den Tod hindurch in Deine ewige Gemeinschaft führt.
Mach uns bereit für diese Gemeinschaft mit Dir, indem wir uns von unnötigem Ballast befreien und Dir auf dem Weg bis zum Fest der Auferstehung immer mehr entgegenwachsen.
Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, der den Tod auf sich genommen hat, damit wir das Leben haben. Amen.

<<< 3. L I E D


3.Teil: Bitten / Fürbitten

3.1. Bitten

3.2. Fürbitten

>>>  S T I L L E

3.3. Gebet des hl. Alfons Maria Liguori (Begründer des Ordens der Redemptoristen und Kirchenlehrer):

Mein Herr Jesus Christus, aus Liebe zu den Menschen bist du, ganz Güte und Erbarmen, Tag und Nacht im Sakramente hier zugegen. Du erwartest alle, die dich hier besuchen; du selbst rufst sie und nimmst sie liebevoll auf.

Ich glaube an deine Gegenwart im allerheiligsten Sakrament des Altars. In tiefster Ehrfurcht bete ich dich an. Ich danke dir für die vielen Gnaden, die du mir schon erwiesen hast, besonders dafür,
dass du dich selbst mir in diesem Sakrament geschenkt,
dass du mir deine heilige Mutter Maria als Fürsprecherin gegeben und
mich gerufen hast zu diesem Besuch bei dir vor dem Allerheiligsten.

Mein Jesus, ich liebe dich mit meinem ganzen Herzen. Ich bereue, bisher so oft deine unendliche Güte beleidigt zu haben. Mit deiner Gnade nehme ich mir vor, dich in Zukunft nicht mehr zu kränken. Bin ich auch schwach, jetzt weihe ich mich dir ganz. Ich entsage allem Eigenwillen, meinen Neigungen und Wünschen, ja, allem, was mein ist. Von heute an verfüge du über mich und über alles, was mir gehört, ganz wie du willst!

<<< 4. L I E D (an dieser Stelle nicht zu lang ;-) )


4. Segen und Einsetzung des Allerheiligsten

Bitte an Pfarrer Richard Posch um den Segen der Gläubigen in den Bankreihen,

mit anschließender Einsetzung des Allerheiligsten.

<<< mit L I E D – Begleitung !

5. Der Heilige der Woche

In dieser Woche wurde des Hl. Claude de la Colombière gedacht, der 1659 dem Jesuitenorden beitrat. 1674 wurde er Leiter des Hauses der Jesuiten in Paray-le-Monial; er zeichnete sich durch sein Engagement in der Anbetung des heiligsten Herzens Jesu aus. 1676 zur Missionsarbeit nach England geschickt, wurde er Hofprediger der Prinzessin von York, der späteren englischen Königin, und wirkte als Volksmissionar.

Lassen wir uns anstecken, gehen wir hinaus, mit Liebe zu Christus, mit seiner Botschaft der Liebe, und denken bei allen Widrigkeiten, die uns begegnen, an die Worte des Apostels Paulus:

„Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1.Kor 13)

Einladung an alle, mit dem folgenden Marienlied zu schließen:

6. Marienlied

<<< 6.L I E D

Nach dem Marienlied folgt die Agape im Pfarrcafé:

6. Agape