Texte-06 2010-04-16

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zurück zu – Texte für Abende der Barmherzigkeit

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Begrüßung und Einführung in den Abend

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Aussetzung des Allerheiligsten;
MUSIK „Allein deine Gnade genügt“/Jerusalem Nr.3

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Österliche Freude

Österliche Freude kann werden, wenn ich meine Tränen nicht verstecken muss, weil ich gefragt werde: „Warum weinst du?“ Ein anderer spürt, wie es mir geht, was mich bekümmert. Die Auferweckungsgeschichten erzählen, wie Menschen durch die Begegnung mit Jesus wieder ins Leben zurückfinden. Was sie mit ihm erlebt haben, ist nicht klein zu kriegen, es ist unzerstörbar.

Für Maria von Magdala wird Ostern, als Jesus ihren Namen ausspricht. Den Namen aussprechen heißt, in dem, was mich unverwechselbar kostbar macht, auferweckt  zu werden. Mit dem Aufwachen zu sich selbst beginnt das Wachsein für andere, beginnt das Wahrnehmen der Traurigkeit des Menschen neben mir: Warum weinst du? Was fehlt dir? Was brauchst du von mir?

Jesus hört nicht auf, uns beim Namen zu rufen, Tag  für Tag. Weil jeder und jede ihm wichtig ist, jede Träne, jede Traurigkeit. Er ruft mich, damit aus Trauer Freude wird, er ruft mich, damit ich den Namen eines anderen freundlich ausspreche und neues, österliches Leben in unserem Alltag aufscheint. Dann kann es geschehen, dass wir »mitten am Tag, mit unserem lebendigen Leib, mit unserer atmenden Haut aufstehen, zur Auferstehung aufstehen“ (Marie Luise Kaschnitz)

STILLE (2-3 Minuten);
dann MUSIK „Meine Zeit“/Jerusalem Nr.257

Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird

3 Jesus antwortete Nikodemus: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.  4 Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden. 5 Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.  6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.  7 Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.  8 Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
VENI SANCTE SPIRITUS

Was macht mein Leben aus? Arbeiten, organisieren, ins Bett fallen… Vielleicht war ich erfolgreich oder auch nicht, hatte ich Glück oder auch nicht…? Oder gibt es noch ein »zweites Leben, ein Leben, das man entdecken muss, das man erhält, statt es selbst herzustellen, das zu einem gehört, ohne es zu besitzen? Ein Leben, das einen plötzIich durchweht und durchbraust wie ein frischer Wind?

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
VENI SANCTE SPIRITUS

Jesus bezeichnet es als das Leben, das „aus dem Geist geboren“ ist. Dieses Leben ist mehr als „alles richtig“ machen und „gut“ sein. Es ist das Leben aus dem Geist, den ich nicht greifen kann, der aber mich ergreift und mich hineinnimmt in das Leben Jesu Christi. Da gehe ich niemals verloren. Da gerate ich nie in Vergessenheit. Da sind mein Schmerz und mein Glück aufgehoben für immer.

STILLE (2-3 Minuten);
dann MUSIK „Geist des Vaters…“/Jerusalem Nr.99

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Heute ist Gedenktag des indischen Missionars Sundar Singh

Der Inder Sundar Singh (* 1889) studierte den Koran und erlernte Yoga. Er wandte sich vehement gegen das Christentum. Als 15-jähriger verbrannte er die Bibel und beschloss, sich zu töten, wenn er in dieser Nacht nicht den Weg zum Frieden fände. Am Morgen hatte er eine Christus-Vision, die sein weiteres Leben prägen sollte. Seine Familie verstieß ihn und versuchte ihn zu töten.

Nach seiner Taufe wurde er zunächst Wandermissionar in Indien, studierte dann in den USA und wurde Diakon der anglikanischen Kirche. Seine Berichte über das Wirken Gottes in seinem Leben haben große Aufmerksamkeit in Europa und Amerika erfahren. Singh reiste 1922 nach Europa und konnte hier Verständnis für den indischen Weg des Christentums wecken. Er empfand Europa als ein zutiefst heidnisches Land mit wenigen wahren Christen. Von einer Predigtwanderung nach Tibet 1929 kehrte er nicht zurück. Einige Gedanken des Missionars Sundar Singh:

Es gibt einige Pflanzen, deren Blüten schließen sich, wenn die Sonne sinkt, und öffnen sich wieder, wenn das Licht der Sonne sie am Morgen sanft berührt. Auf diese Weise nehmen sie Wärme und Leben der Sonne in sich auf, die für ihr Wachsen und Gedeihen so nötig sind. Genau so öffnen sich unsere Herzen im Gebet der Sonne der Gerechtigkeit, und wir sind vor den Gefahren und Nöten der Finsternis geborgen und wachsen in die Fülle Christi hinein.

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
„Meine Hoffnung und meine Freude“/Jerusalem Nr.262

Der Dunst, von der Sonnenhitze erzeugt, steigt von der Erde empor. Als wolle er dem Gesetz der Schwere widersprechen, erhebt er sich in die Lüfte, fällt dann wieder als Regen herab und macht die Erde fruchtbar. Ebenso verhält es sich mit unseren wirklichen Gebeten: vom Feuer des Heiligen Geistes entzündet, überwinden sie Sünde und Übel, steigen zu Gott empor und kehren, Seiner Segnungen voll, zur Erde zurück.

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
„Meine Hoffnung und meine Freude“/Jerusalem Nr.262

Es gibt Meerestiere von so außerordentlicher Zartheit, dass ein leichter Wellenschlag sie in kleine Stücke zerreißt. Wenn sie nur ein kleines Zeichen dafür wahrnehmen, dass ein Sturm naht, versinken sie tief ins Meer, so dass Sturm und Wellen sie nicht mehr erreichen können. Ebenso handelt der betende Mensch: wenn er in der Welt spürt, dass Satan ihn angreifen will und Sünde und Leid ihn bestürmen, dann taucht er sogleich tief in das Meer der Gottesliebe ein, wo ewiger Friede und Stille ist.

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
„Meine Hoffnung und meine Freude“/Jerusalem Nr.262

Der wunderbare Friede, den der Beter während des Gebets empfindet, entsteigt nicht seiner eigenen Einbildung oder Kraft des Denkens, sondern kommt daher, dass Gott in der Seele gegenwärtig ist. Der Dunst, der von einem kleinen Teich aufsteigt, kann nicht zu großen Wolken werden und wieder als Regen herunterfallen. Nur aus dem mächtigen Ozean können sich so große Wolken erheben und den Regen spenden, der die durstige Erde tränkt und fruchtbar macht. Nicht aus unserem Unterbewusstsein, sondern aus dem grenzenlosen Meer der Gottesliebe kommt der Friede, und mit diesem Meer sind wir verbunden im Gebet.

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
„Meine Hoffnung und meine Freude“/Jerusalem Nr.262

Wenn Christus in uns lebt, wird unser ganzes Leben dem Seinen ähnlich. Wenn man Salz im Wasser auflöst, so mag es verschwinden, aber es hört nicht auf, da zu sein. Wir können seiner Gegenwart gewiss werden, indem wir das Wasser schmecken. Genau so steht es mit dem Christus in uns: obwohl Er nicht zu sehen ist, nehmen die anderen Ihn in der Liebe wahr, die Er uns verleiht.

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
„Meine Hoffnung und meine Freude“/Jerusalem Nr.262

Durch das Gebet können wir, wie manche Leute zu bedenken geben, Gottes Pläne nicht ändern. Aber der Beter selbst wird verändert. Die Fähigkeiten der Seele, die in diesem unvollkommenen Leben selber unvollkommen sind, wachsen täglich der Vollkommenheit entgegen.

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STILLE (2-3 Minuten);
dann MUSIK „Alles, was ich hab“/Jerusalem Nr.5

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Gott hat gehandelt – das ist Ostern

Wir hätten nichts zu hoffen und zu lachen, wenn Jesu Leben am Kreuz geendet hätte. Wenn es dabei geblieben wäre, dass man den guten Menschen Jesus aus der Welt hinausgedrängt und getötet hätte, weil seine Liebe die lieblose Welt beschämt hat.

Wir haben alles zu hoffen und allen Grund zum Lachen, well Gott seinen Sohn wieder auferweckt hat. Er hat in den Lauf der Welt eingegriffen, er hat das Ruder herumgerissen. Er hat sich nicht abgefunden mit dem ewigen Kreislauf der durch das Gesetz des Stärkeren diktiert wird. Gott hat gehandelt.

Das ist Ostern. Das ist der Gott, der die Welt so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn für uns hingegeben hat. Für uns, damit wir bedingungslos Geliebte sind und wie Jesus Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung füreinander werden. Dafür hat Gott uns erschaffen, so hat er uns gemeint.

STILLE (2-3 Minuten);
dann MUSIK  „Ich will Gott sehn“/Jerusalem Nr.186

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Gott ist bedingungslose Barmherzigkeit

11 Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. 12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.  13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. 14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. 15 Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

MUSIK / kurzes Zwischenspiel
„Ich lieb dich, Herr“/Jerusalem Nr.174

Jesus macht Petrus keinen einzigen Vorwurf. Jesus stellt Petrus keine einzige Frage zu seinem dreimaligen Verrat. Kann ich die bedingungslose Liebe Gottes zum glaubenden Menschen eigentlich ermessen und erfassen?


STILLE
(2-3 Minuten)

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Segen mit dem Allerheiligsten und Einsetzung des Allerheiligsten;
dazu Musikbegleitung   „Dir Herr, gebührt die Ehre“/Jerusalem Nr.52

 

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Einladung zum nächsten Termin, zur Langen Nacht der Kirchen

 

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Lied  zum Abschluss
„Herr, wir können nicht schweigen“ Grüne Texthefte St.Othmar S.52
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Agape  im Pfarrtreff

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