Texte-16 2011-05-20

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In den Betrachtungen über die Lauretanische Litanei schreibt der seliggesprochene Kardinal Newman:

Warum ist gerade der Monat Mai in ganz besonderer Weiser der Verehrung der allerseligsten Jungfrau gewid­met? Weil nach langem Eis und Schnee, nach der drückenden Witterung des Winters, nach den Frühlingsstürmen und Regenschauern die Erde im Monat Mai sich mit neuem Grün und frischem Blätterschmuck bekränzt; weil überall in Feld und Garten, auf Bäumen und an Fenstern die Blumen erstehen, die Tage länger werden und den Sonnenschein uns immer länger öffnen. Dieser stumme Jubel der Natur ist der natürliche Aus­druck unserer Verehrung für diejenige, die da genannt wird „mystische Rose”.

Beten wir gemeinsam das Ave Maria:
Gegrüßet seist du Maria…

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Musik

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Aussetzung des Allerheiligsten

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Musik

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1.Impuls


Wir beginnen mit einem Auszug aus dem wunderbaren Evangelium des heutigen Tages, nach Johannes:

Jesus sprach: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!
Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

In seinem Kommentar zum heutigen Evangelium spricht der
Hl. Bonaventura, Franziskaner und Kirchenlehrer des 13. Jahrhunderts:

„Wer seine Augen entschieden und ausschließlich auf Christus richtet und ihn dabei am Kreuz hängend betrachtet, und zwar mit Glauben, Hoffnung und Liebe, mit Ergebenheit und Bewunderung, mit Freude und Dankbarkeit, mit Lobpreis und Jubel – der feiert mit ihm das Pascha-Fest, das bedeutet:

Er bricht auf, und zieht in die Wüste, um dort das „verborgene Manna“ zu kosten …und um mit Christus zu sein als einer, der – soweit es ihm seine Fortschritte erlauben – das erfährt, was Christus zum Schächer, der wie er am Kreuz hing, gesagt hat: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“…

Wenn man bei diesem Hindurchgehen vollkommen sein will, so kommt es darauf an, auf jedwede intellektuelle Spekulation zu verzichten. Schon jeder Ansatz von Verlangen muss zu Gott gebracht und in ihm umgewandelt werden. Hier geht es um das Geheimnis der Geheimnisse, das „nur der kennt, der es empfängt“…

Wenn du wissen willst, wie das vor sich geht, dann frag die Gnade und nicht die Wissenschaft, frag dein tief inneres Verlangen und nicht deinen Intellekt, frag das Seufzen deines Gebets und nicht deine Leselust. Frag den Gemahl und nicht den Gelehrten, frag Gott und nicht den Menschen.“

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Stille

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Musik

 

2.Impuls

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In einer Predigt zum Marienmonat sprach Papst Benedikt über die Gnaden, die die Apostel mit Maria erleben durften, und solche, die wir in unserem heutigen Leben erflehen dürfen.

„Mit Maria im Gebet“

„Ebenso wie die Apostel zusammen mit Maria »in das Obergemach hinaufgingen« und »dort einmütig im Gebet verharrten« haben auch wir uns heute hier an diesem Ort versammelt,  der für uns in dieser Stunde das »Obergemach« ist, wo Maria, die Mutter des Herrn, unter uns ist.

Heute leitet sie unsere Betrachtung; sie lehrt uns beten.
Sie zeigt uns, wie wir unseren Geist und unser Herz öffnen können für die Macht des Heiligen Geistes, der zu uns kommt, damit wir ihn in die ganze Welt tragen.

Meine Lieben, wir brauchen einen Augenblick der Stille und der Sammlung, um uns in Marias Schule zu begeben, damit sie uns lehrt, wie wir aus dem Glauben leben und in ihm wachsen können, wie wir in den gewöhnlichen Begebenheiten unseres täglichen Lebens mit dem Geheimnis Gottes in Berührung bleiben.

Mit weiblicher Feinfühligkeit und mit der Fähigkeit, tiefe Einsichten mit Worten des Trostes und der Ermutigung zu verbinden, hat Maria den Glauben des Petrus und der Apostel im Abendmahlssaal gestützt …und stützt heute meinen und euren Glauben.

Der Glaube ist die Gabe, die uns in der Taufe geschenkt wurde …und uns die Begegnung mit Gott ermöglicht. Gott verbirgt sich im Geheimnis: Sich anzumaßen, ihn zu verstehen, würde bedeuten, ihn in unsere Begriffe und unser Wissen einzugrenzen und ihn so unwiederbringlich zu verlieren.

Durch den Glauben hingegen können wir … den lebendigen Gott »berühren«. Und wenn wir Gott einmal berührt haben, schenkt er uns sofort seine Kraft. Wenn wir uns dem lebendigen Gott überlassen, wenn wir Ihn mit demütigem Geist um Hilfe bitten, erfüllt uns innerlich gleichsam ein verborgener Strom göttlichen Lebens.

Wie wichtig ist es doch für uns, an die Macht des Glaubens, an seine Fähigkeit, eine direkte Verbindung mit dem lebendigen Gott herzustellen, zu glauben! Wir müssen uns eifrig um die Entfaltung unseres Glaubens bemühen, damit er wirklich unser ganzes Verhalten, unsere Gedanken, Handlungen und Absichten erfüllt.“

 

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Stille

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Musik


3.Impuls

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Wir gehen weiter im Text mit Papst Benedikt:

„Im Abendmahlssaal wussten die Apostel nicht, was sie erwartete. Sie fürchteten sich und waren besorgt um ihre eigene Zukunft. Sie spürten noch das Staunen, das der Tod und die Auferstehung Jesu hervorgerufen hatte, und hatten Angst, weil sie nach seiner Himmelfahrt allein geblieben waren.

Maria, »die geglaubt hatte, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (vgl. Lk 1,45), verharrte mit den Aposteln im Gebet und lehrte sie die Standhaftigkeit im Glauben. Durch ihre ganze Haltung überzeugte sie die Apostel, dass der Heilige Geist in seiner Weisheit den Weg, auf den er sie führte, sehr wohl kannte, und dass man deshalb sein Vertrauen auf Gott setzen konnte, indem man ihm sich selbst, die eigenen Talente, die eigenen Grenzen und die eigene Zukunft vorbehaltlos überließ.

Soweit Papst Benedikt XVI.

Bei Franz Jägerstätter, dessen Seligsprechung sich morgen zum 4. Mal jährt, lesen wir folgende Worte über Maria und ihre Hilfe, die wir Menschen in jedem Moment unseres Lebens erflehen dürfen, ganz besonders in schweren Zeiten:

Für solche, welche die gefährliche Lage, in der wir uns heute befinden, nicht erkennen wollen, oder nicht gegen den Strom schwimmen, weil es einfach schwerer ist als von den Wellen sich mitspülen zu lassen, sind alle Stärkungs- und Bekräftigungsmittel ziemlich zwecklos. Wird der Strom zu breit und reißend, so können auch dem besten Schwimmer die Kräfte versagen.

Aber deswegen muss man immer noch nicht verloren sein, denn es wartet ja am Ufer eine auf unseren Hilferuf, die niemand zugrunde gehen lässt, wer vertrauensvoll zu ihr ruft:

Es ist die Hilfe der Christen, die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria.

 

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Stille

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Musik

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Einsetzung des Allerheiligsten

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Marienlied

Ende / Agape

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