Texte-17 2011-06-17

+

zurück zu – Texte für Abende der Barmherzigkeit

+

+

Musik

+

Aussetzung des Allerheiligsten

+

Musik

 –

1.Impuls


Wie kann unsere Seele wachsen?

Der hl. Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer, erinnert uns daran, dass dies allein in der Barmherzigkeit unseres Gottes liegt:

Möge er doch in meine Seele die Erquickungen seiner Barmherzigkeit ausgießen, damit auch ich sagen kann: „Den Weg deiner Gebote lief ich, denn du machst mein Herz weit“.

Dann könnte auch ich vielleicht in mir „einen fertig hergerichteten Raum“ zeigen, „wo er mit seinen Jüngern essen kann“, zumindest jedoch „einen Ort, wo er sein Haupt niederlegen kann“…

Es tut so sehr Not, dass die Seele wachse und weit werde, um Gott begegnen zu können. Ihre Weite jedoch ist ihre Fähigkeit zu lieben, wie der Apostel Paulus sagt: „Werdet weit in der Liebe“.

Denn obwohl die Seele keine räumliche Ausdehnung besitzt, da sie Geist ist, gewährt ihr die Gnade, was die Natur verwehrt… Die Größe einer jeden Seele ist also das Maß ihrer Liebe.

Deshalb ist jene, die viel liebt, groß, jene jedoch, die wenig liebt, klein. Die Seele jedoch, die überhaupt nicht liebt, ist nichts. Der hl. Paulus bekräftigt denn auch: „Wenn ich die Liebe nicht habe, bin ich nichts.“

Gott aber ist die Liebe, Gott ist ewiges Leben:

Gott zulassen, Gott erkennen, seine Liebe finden

Herr, öffne meine Seele…

 

++

+

Stille

 –

Musik

 

2.Impuls

+

Wie kann unsere kleine Seele Gott erkennen?

Hören wir, was uns der Pfarrer von Ars, der Hl. Jean Marie Vianney, über das Beten berichtet:

Meine Lieben, ihr habt ein kleines Herz; aber das Gebet macht es größer und fähig, Gott zu lieben. Das Gebet ist ein Vorgeschmack auf den Himmel, es entströmt dem Paradies. Es hinterlässt in uns immer Sanftmut. Es ist Honig, der in Tropfen auf die Seele fällt und alles leichter macht. Wenn wir gut beten, schmelzen die Schmerzen dahin wie Schnee unter der Sonne. Das Gebet lässt die Zeit wie im Flug vergehen, in so angenehmer Weise, dass man gar nicht merkt, wie lange es gedauert hat…

Da gibt es Menschen, die sich ins Gebet versenken und darin bewegen wie der Fisch im Wasser; denn sie gehören ganz dem guten Gott. Ihr Herz ist nicht zweigeteilt. Ach, wie ich diese edlen Seelen liebe! Der hl. Franz von Assisi und die hl. Coletta konnten unsern Herrn sehen und mit ihm sprechen, wie wir es miteinander tun.

Wir hingegen, wir kommen manchmal in die Kirche, ohne zu wissen, was wir tun werden und um was wir bitten wollen. Und das, obwohl wir, wenn wir zu jemandem gehen, genau wissen, wozu wir ihn aufsuchen.

Da gibt es auch Menschen, die zum gütigen Gott ganz leichthin sagen: „Ich will dir mit wenigen Worten sagen, dass ich mich deiner entledigen will“. Nicht selten kommt mir, wenn wir zur Anbetung unseres Herrn gehen, der Gedanke: Wir werden alles bekommen, was wir wünschen, wenn wir ihn mit lebendigem Glauben und reinem Herzen darum bitten.

Unser Beten lässt Herz und Seele größer, weiter werden

Allmächtiger Gott, verhilf uns zu einem lebendigen Glauben,
hilf uns unsere Seele – mit Deiner Hilfe – zu reinigen
„Herr, Sei unser Heil!“

 

+

+

Stille

 –

Musik


3.Impuls

+

Wie gelangen wir vom Beten zum Tun?

Wahres Beten findet über bloße Worte hinaus, und so dürfen wir uns immer wieder ermahnen, wie uns der Hl. Columban (563-615), Mönch und Klostergründer, versichert:

„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh 14,27). Aber was nützt es uns zu wissen, dass dieser Friede gut ist, wenn wir nicht über ihn wachen?

Was sehr gut ist, ist für gewöhnlich auch sehr zerbrechlich, und wertvolles Gut erfordert größere Sorgfalt und Wachsamkeit. Sehr brüchig ist doch der Friede, der durch ein leichtfertiges Wort oder eine geringfügige Verletzung, die wir einem Bruder zufügen, verloren gehen kann.

Nun haben die Menschen an nichts mehr Gefallen als Unangebrachtes zu reden, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sie nichts angehen, eitle Plaudereien zu führen und Abwesende zu kritisieren.

Wer nicht sagen kann: „Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort“ (Jes 50,4), der lasse den Mund zu,
oder, falls er ein Wort sagt, dann soll es ein Wort des Friedens sein…

„Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes“ (Röm 13,10). Sie möge uns unser gütiger Herr und Retter in seiner Huld einflößen, er, der Urheber des Friedens und der Gott der Liebe.

Geben wir uns hin, für unseren Gott,
geben wir unseren Nächsten Trost und Aufmunterung;
denn nur die Liebe lässt uns siegreich sein.

Und so bitten wir:
„Jesus, komm entzünde uns!“

 

+

+

Stille

 –

Musik

+

Einsetzung des Allerheiligsten

+

Marienlied

Ende / Agape

+

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s