Texte-18 2011-10-21

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Stunde der Barmherzigkeit, 21. Oktober 2011

[ Aussetzung des Allerheiligsten ]

> Musik

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1.Impuls

Vor kurzem wurden wir in einer Lesung an Worte des Propheten Amos erinnert, der in einer Visionen von einem auf Baustellen wichtigen Werkzeug spricht, dem Senkblei. Sie wissen, das an einem Faden herabhängende Gewicht zeigt dem Maurer an, ob seine Ziegel auch wirklich senkrecht – und damit stabil aufeinanderstehen.

Hören wir nun den Propheten Amos mit seiner dritten Vision

7 Dies zeigte mir Gott, der Herr, in einer Vision: Er stand auf einer Mauer und hatte ein Senkblei in der Hand.

8 Und der Herr fragte mich: Was siehst du, Amos? Ich antwortete: Ein Senkblei. Da sagte der Herr: Sieh her, mit dem Senkblei prüfe ich mein Volk Israel. Ich verschone es nicht noch einmal.

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Stellen wir uns das Erlebnis des Propheten Amos so vor: Er sieht ein vertrautes Arbeitsgerät aus der Berufswelt des Maurers. Ein Senkblei sieht er, zunächst weiter nichts.
Da, plötzlich, vernimmt er die Worte des Herrnbis dieser spricht: „Siehe, ich lege das Senkblei an – inmitten meines Volkes Israel; ich will ihm nicht länger vergeben…“
Nun weiss Amos: Der, den er auf der Mauer mit einem Werkzeug stehen sieht, ist niemand geringerer als Gott.

So ein Senkblei hat es in sich: Der Anziehungskraft gehorchend, zeigt es geradewegs in die Tiefe. Der wachsam Betrachtende bleibt nicht an der Oberfläche des Bildes, sondern versteht die Tiefe der Botschaft:
Denn dieses Bild macht uns klar, dass das Senkblei zum Sinnbild für Geradlinigkeit und Wahrhaftigkeit geworden ist.

Krumm Gebautes und gegen die geistigen Gesetze Errichtetes ist zum Einsturz verurteilt. Es wird früher oder später in sich zusammenfallen und vom gerechten Weg Gottes wegführen.

Amos, ein tiefgläubiger Mann des Volkes, sieht Gott mit dem Senkblei in der Hand, und ihm wird die Schiefheit der Mauern, die ihn an verschiedenen Orten umgeben, offenbar. Er sieht das Unheil der verlorenen Freiheit und des von den Feinden zerstörten Landes herannahen. So geisselt er mit scharfen Worten das Unrecht und nennt es beim Namen.

1 Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria. Weh den Vornehmen des Ersten unter den Völkern.

3 Ihr, die ihr den Tag des Unheils hinausschieben wollt, führt die Herrschaft der Gewalt herbei.

7 Weh denen, die das Recht in bitteren Wermut verwandeln und die Gerechtigkeit zu Boden schlagen.

8 ER aber hat das Siebengestirn und den Orion erschaffen; er verwandelt die Finsternis in den hellen Morgen, er verdunkelt den Tag zur Nacht, er ruft das Wasser des Meeres und gießt es aus über die Erde – Jahwe ist sein Name.

Ja, so spricht der Herr zum Haus Israel: Sucht mich, dann werdet ihr leben.

Mit gewaltiger Glut ruft Amos zur Umkehr auf, und er tut dies mit dem Wort des Herrn: „Suchet mich, dann werdet ihr leben!“

S T I L L E

> Musik

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2.Impuls

Wenn wir als Christen die Frage nach der Zukunft stellen, welche Antwort gibt es dann?

Sie lautet- Meine Zukunft heißt Auferstehung! Das ist die große Botschaft des Osterevangeliums, die wir uns ruhig öfter in Erinnerung rufen dürfen, gerade dann auch, wenn es uns schlecht geht und wir meinen, mit den irdischen Sorgen nicht zurecht kommen zu können.

Loben und preisen wir den, der uns die frohe Botschaft gebracht hat, der seine Liebe mit der Hingabe seines Leibes, und seines menschlichen Daseins vollendet hat,
mit den Worten von Mutter Teresa:

Wer ist Jesus für mich?

Jesus ist das Wort – man muss es aussprechen

Jesus ist die Wahrheit – man muss sie sagen

Jesus ist der Weg – man muss in einschlagen

Jesus ist das Licht – man muss es anmachen

Jesus ist die Liebe – man muss sie lieben

Jesus ist die Freude – man muss sie teilen

Jesus ist das Opfer – man muss es darbringen

Jesus ist der Friede – man muss ihn schenken

Jesus ist das Brot des Lebens – man muss davon essen

Jesus ist der Hungrige – man muss ihm zu essen geben

Jesus ist Durstige – man muss ihm zu trinken geben

Jesus ist der Nackte – man muss ihn kleiden

Jesus ist der Obdachlose – man muss ihn beherbergen

Jesus ist der Kranke – man muss ihn pflegen

Jesus ist der Einsame – man muss ihm Liebe zeigen

Jesus ist der Ausgegrenzte – man muss ihn willkommen heißen

Jesus ist der Aussätzige – man muss seine Wunden auswaschen

Jesus ist der Bettler – man muss ihm ein Lächeln schenken

Jesus ist der Trunksüchtige – man muss ihm zuhören

Jesus ist der Geisteskranke – man muss ihn beschützen

Jesus ist der kleine Junge – man muss ihn verwöhnen

Jesus ist der Blinde – man muss ihn führen

Jesus ist der Stumme – man muss ihm seine Stimme leihen

Jesus ist der Lahme – man muss mit ihm gehen

Jesus ist der Drogensüchtige – man muss ihm seine Freundschaft anbieten

Jesus ist die Dirne – man muss sie mit Zuwendung beschützen

Jesus ist der Gefangene – man muss ihn besuchen

Jesus ist der Greis – man muss ihn umsorgen

Für mich ist Jesus mein Gott

Für mich ist Jesus mein Bräutigam

Für mich ist Jesus mein Leben

Für mich ist Jesus meine einzige Liebe

Für mich ist Jesus mein Alles, jeder Mensch, jedes Ding

Jesus, ich liebe dich von ganzem Herzen, mit meinem ganzen Sein.

S T I L L E

> Musik

3.Impuls

Vor wenigen Tagen hat Kardinal Christoph Schönborn an die Botschaft der Barmherzigkeit erinnert, mit den Worten von Johannes Paul II.:

„So möchte ich heute die Welt …feierlich der Barmherzigkeit Gottes weihen… mit dem innigen Wunsch, dass die Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes, die hier durch Schwester Faustyna verkündet wurde, alle Menschen der Erde erreichen und ihre Herzen mit Hoffnung erfüllen möge. Jene Botschaft möge, von diesem Ort ausgehend, überall in der Welt Verbreitung finden. Möge sich die Verheißung des Herrn Jesus Christus erfüllen: ‚Von hier wird ein Funke hervorgehen, der die Welt auf Mein endgültiges Kommen vorbereitet.‘ Diesen Funken der Gnade Gottes müssen wir entfachen und dieses Feuer des Erbarmens an die Welt weitergeben. Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden! Euch, liebe Brüder und Schwestern, vertraue ich diese Aufgabe an. Seid Zeugen der Barmherzigkeit!“

Die Heilige Faustyna ist von der Güte und Gnade Gottes wahrhaftig überwältigt worden, so sagt sie im Verlauf eines langen Gebetes:

„Heilige Hostie, ich vertraue auf das Meer deiner Barmherzigkeit“

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Beten wir mit der Heiligen Faustyna:

Du – Geist Gottes, Geist der Wahrheit und des Lichts,

Erfülle meine Seele dauerhaft mit deiner göttlichen Gnade.

Dein Atem vertreibe die Finsternis

Und dein Licht vervielfache die guten Taten.

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Du – Geist Gottes, Geist der Liebe und des Erbarmens,

der du in mein Herz den Balsam des Vertrauens eingießt,

Deine Gnade erhalte meine Seele im Guten

Und gebe ihr eine unbesiegbare Kraft: die Beständigkeit!

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Du – Geist Gottes, Geist des Friedens und der Freude,

der du mein dürstendes Herz erquickst,

der du die lebenspendende Quelle deiner göttlichen Liebe in es eingießt

und es furchtlos im Kampf machst.

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Du – Geist Gottes, allerliebster Gast meiner Seele,

ich für mein Teil verlange danach, dir treu zu sein,

sowohl in frohen Tagen, als auch in Stunden des Leids:

Ich verlange danach, Geist Gottes, immer in deiner Gegenwart zu leben.

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Du – Geist Gottes, der mein Sein durchdringt

Und mich dein göttliches, dreifaltiges Leben erkennen lässt,

Du führst mich ein in dein göttliches Sein.

So mit dir vereint, habe ich Anteil am ewigen Leben.

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Geht hinaus und seid Zeugen der Barmherzigkeit!

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> Musik , [ Aussetzung des Allerheiligsten ], Marienlied, Ende.

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