Texte-19 2011-11-18

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Stunde der Barmherzigkeit, 18.11.2011

Die Impulse beziehen sich auf Evangelien dieser Woche:
Das Leitgedanke ist der Leib, zum einen unser Leib als Gott geweihter Tempel, zum anderen der Leib Christi, dessen heilige Glieder wir werden sollen „bis wir der Herrlichkeit seines Leibes gleichförmig gemacht sind“  – bei all dem geht es um das Geheimnis des Leibes; denn Christus ist als Erster der Entschlafenen von den Toten auferweckt worden…

 

Musik

Aussetzung des Allerheiligsten

Musik

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1.Impuls


«Er lehrte täglich im Tempel»

Unser Herr selber lehrt uns, was wir tun müssen, damit unser Inneres zu einem Haus des Gebetes wird; denn der Mensch ist in Wahrheit ein Gott geweihter Tempel.

Zunächst müssen wir die Händler daraus verjagen, also die Bilder und Vorstellungen der geschaffenen Güter, und alles, was Befriedigung in den Dingen dieser Welt verschafft und Genuss bei der Ausübung des eigenen Willens.

Dann muss der Tempel mit Tränen gereinigt werden, damit er rein wird. Die Tempel sind nicht alle heilig, nur weil sie bewohnbare Behausungen sind…; es ist Gott, der sie heiligt.

Der Tempel, von dem hier die Rede ist, ist der liebenswerte Tempel Gottes, in dem Gott sich wahrhaftig mitteilt… wenn man in ihm Ordnung geschaffen hat.

Wie könnte Gott auch in einer Seele Wohnung nehmen, die noch nicht die geringste Ahnung hat von Gott, von seinem ehrfurchtgebietenden Wesen, seinem unergründlichen Geist, seiner bedingungslosen Liebe?

Gottes Gnade ist immer möglich, aber so aufgeräumt unser Tempel auch sein mag, es gibt keinen Anspruch auf die Gnade des Herrn, nur die Hoffnung.

Kommentar zum heutigen Evangelium, Freitag 18. November
Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg

Stille

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Musik

 

2.Impuls

Jesus Christus, wir wollen Dich anbeten .

Wir sind hier, um in Dir, und mit Dir, und durch Dich … zum Vater zu beten.

Wir wollen nicht etwas machen,

sondern geschehen lassen,

nicht etwas abgeben,

sondern jeder von uns möge loslassen,

nicht etwas hören,

sondern sich die Ohren öffnen lassen,

nicht etwas sehen,

sondern jeder von uns möge sich anblicken lassen,

nicht sich frei machen,

sondern sich befreien lassen,

nicht etwas verschenken,

sondern jeder von uns möge sich beschenken lassen,

nicht handeln,

sondern sein,

nicht das Große in unsere Kleinheit herabholen,

sondern jeder von uns möge im Kleinen das Große erkennen,

nicht das Geheimnis lüften wollen,

sondern es belassen,

nicht Gott suchen,

sondern jeder von uns möge sich von Ihm finden lassen.

Stille

 –

Musik


3.Impuls

Lasset uns beten

Herr, ich bin gekommen

Dir zu begegnen,

Dir nahe zu sein,

Dir etwas zu bringen von meinen Freuden,

meinen Sorgen,

meinen Fragen,

die mich beschäftigen,

die mich ausfüllen,

die mich begleiten

hinein in die Nacht

hinein in den Tag und wieder hinein in die Nacht,
in der ich allein bin mit der Finsternis,

allein mit mir

und mit Dir,

dem Unsichtbaren,

dem Allumfassenden,

dem Größeren,

der eint,

der trennt

und der zu unterscheiden versteht zwischen Wegen,

die in Sackgassen enden,

und Wegen,

die mich weiterführen –

auf den Pfad, der allein zu Dir führt,

zu Dir,

dem Dreifaltigen,

dem Anderen,

dem Einen.
Amen.

Stille

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Musik

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4.Impuls

Wenn der heilige Paulus sagt: „Christus wird das Reich seinem Vater unterwerfen“ (1 Kor 15,28), so meint er damit … dass wir das Reich Gottes sein werden, dann nämlich, wenn wir der Herrlichkeit seines Leibes gleichförmig gemacht sind…

So heißt es in der Schrift: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird Er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen…

 …Der König wird denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.“ (Mt 25,31ff).

Der König, der der Sohn Gottes ist, wird also dem Vater diejenigen als sein Reich übergeben, die er in sein Reich geladen hat;

Es sind diejenigen, denen er – das seligmachende Geheimnis – mit den Worten verheißen hat: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8)…

„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten“ (Mt 13,43).

Hildegard von Bingen war so ein mystischer Mensch, der diese Sonne, dieses Licht erkennen und beschreiben durfte – vielleicht ist gerade deshalb ihre Mahnung so eindringlich:

Der Neid ist hässlich und unförmig,
seine Bärenhände zeigen dass er alles zerreißt,
seine Holzfüße, dass er tote Wege geht.

Allen Menschen bringt er nur Böses,
die Liebe dagegen ist die große von Gott geschenkte Kraft.

Herr Jesus Christus,
lass uns Deine Liebe spüren und erfahren,
damit wir – so Gott will – unseren Weg zur Kraft der Liebe finden.
Amen.

Stille

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Musik


Einsetzung des Allerheiligsten

Marienlied

Ende / Agape

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