Texte-22 2012-02-24

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zurück zu – Texte für Abende der Barmherzigkeit

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Musik

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Aussetzung des Allerheiligsten

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Musik

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1.Impuls


Über das Umkehren.

Wie oft kehrt der Mensch nicht um in seinem Leben. Doch kaum scheint der Umkehrschritt vollzogen, zerren die Glieder in die alte Richtung.
Ist es nicht oft ein Seitschritt, ein nur kurz währender Ausfallschritt? Unser Denken und Wollen will den Körper zwingen – und vergisst die Seele.
Haben wir vergessen, Gott zu fragen? Den Schritt in seine Richtung zu lenken?
Das heißt IHN ans Steuer zu lassen, ohne wenn und aber?
 Ohne Gott gibt es keine innere Umkehrbewegung.

Bibelzitat

Du erbarmst dich aller, o Herr, und hast Nachsicht mit den Sünden der
Menschen, damit sie sich bekehren;
Denn du bist der Herr, unser Gott.

(Weish 11, 24-25.27)

Aus dem Leben der Edith Stein

Die erste große Umwandlung vollzog sich in mir, als ich etwa 7 Jahre alt war. Ich wüsste keine äußere Ursache dafür zu nennen. Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass damals die Vernunft in mir zur Herrschaft kam… Der alte Eigenwille schien verschwunden, ich war in den folgenden Jahren ein leicht lenksames Kind. Hatte ich mir eine Unfolgsamkeit oder eine ungezogene Antwort erlaubt, so bat ich bald wieder um Verzeihung, obwohl mich das jedes Mal die größte Überwindung kostete, und war glücklich, wenn dann der Friede wieder hergestellt war. Zornesausbrüche kamen kaum noch vor; ich erreichte schon früh eine so große Selbstbeherrschung, dass ich fast ohne Kampf eine gleichmäßige Ruhe bewahren konnte. Wie das geschah, weiß ich nicht…
ich glaube aber, dass der Abscheu und die Scham, die ich bei Zornesausbrüchen anderer empfand, das lebhafte Gefühl für die Würdelosigkeit eines solchen Sich Gehen-lassens mich geheilt hat.

Aus dem Leben einer jüdischen Familie und
weitere autobiographische Beiträge, Verlag Herder,
2002 (ESGA Band 1)

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Edith Stein Zitat

…aber “Ich wusste von den ersten Lebenstagen an,
dass es viel wichtiger sei, gut zu sein  –   als klug.”

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Stille

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Musik

 

2.Impuls

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Über das Rufen

Gerne sprechen wir von erbaulicher Ruhe und innerem Frieden: Was meinen wir damit? Schließen wir unseren Frieden mit den Menschen und uns selbst mit ein?

Merken wir, wie oft wir Kritik an den Menschen unserer Umgebung – und an uns selbst – üben? Rufen wir nicht gerne nach Veränderung, Besserung, Heilung?

In diesen Augenblicken schauen wir nicht auf Gott, denn wer sagt uns, ob Gott nicht gerade diese Zustände und jene Menschen, die uns zu schaffen machen, nicht genau so haben will, wie sie sind?!

Sollten wir vielleicht weniger rufen, schreien, betteln, bitten und verlangen?
Sollte nicht eher Gott uns rufen, …sollten nicht wir uns von Gott rufen lassen?

Ein liebender Weckruf …von Gott?

+Bibelzitat

Der Herr befreit mich von denen, die gegen
mich kämpfen.
Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht.

(Vgl. Ps 55, 17-20.23)

+ Aus dem Leben der Edith Stein

(Edith Stein anlässlich des Abschieds von einem Kollegen,
bevor sie von Breslau nach Göttingen ging)

Eine ernüchternde Betroffenheit, ausgelöst durch die Äußerung eines Kollegen…:
’Nun wünsche ich ihnen, dass sie in Göttingen Menschen treffen möchten, die ihnen recht zusagen. Denn hier sind die Menschen doch etwas gar zu kritisch geworden’.
Über diese Worte war ich sehr betroffen. Ich war keinen Tadel
mehr gewöhnt; meine Freundinnen hingen mit Liebe und Bewunderung an mir. So lebte ich in der naiven Selbsttäuschung, dass alles an mir recht sei… Weil man für das Gute begeistert ist, glaubt man selbst gut zu sein. Ich hatte es auch immer als mein gutes Recht
angesehen, auf alles Negative, was mir auffiel, auf Schwächen und Irrtümer, Fehler anderer Menschen, schonungslos den Finger zu legen, oft in spottendem
und ironischen Ton. So mussten mich diese ernsten Abschiedsworte eines Mannes, den ich hochschätzte und liebte, sehr schmerzlich berühren. Ich war ihm nicht böse darum. Ich schüttelte sie auch nicht als ungerechten Vorwurf ab. Sie waren wie ein
erster Weckruf, der mich nachdenklich machte.“

Aus dem Leben einer jüdischen Familie und
weitere autobiographische Beiträge, Verlag Herder

“Durch die Selbsterkenntnis nähern wir uns Gott.
Darum wird sie niemals überflüssig.”

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Stille

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Musik


3.Impuls

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Über das Hören.
All mein Umkehren und Rufen lehrt mich –
Lass mich DICH hören, mein Gott!

Bibelzitat

Höre mich, Herr,
und sei mir
gnädig!
Herr, sei
du mein Helfer!

(Ps 30,11)

Edith Stein über die Nachfolge Jesu

Der Heiland, der weiß, dass wir Menschen sind und
Menschen bleiben, die täglich mit Schwächen zu
kämpfen haben, kommt unserer Menschheit auf
wahrhaft göttliche Weise zu Hilfe.
Wie der irdische Leib des täglichen Brotes bedarf,
so verlangt auch das göttliche Leben in uns
nach dauernder Ernährung.

‚Dieses ist das lebendige Brot, das vom
Himmel herabgekommen ist.’ Wer es wahrhaft zu
seinem täglichen Brot macht, in dem vollzieht sich
täglich … die Menschwerdung des Wortes. Und das
ist wohl der sicherste Weg, das Einssein mit Gott
dauernd zu erhalten, mit jedem Tage fester und tiefer
in den mystischen Leib Christi hineinzuwachsen.

Aus dem Leben einer jüdischen Familie und
weitere autobiographische Beiträge, Verlag Herder,
2002 (ESGA Band 1)

 

Edith Stein Zitat

“So nehme ich an, was kommt, und bitte
nur, dass mir die nötigen Fähigkeiten
dazugegeben werden.
Auf alle Fälle ist es eine gute Schule
der Demut, wenn man
beständig Dinge zu tun hat, die
man mit großer Mühe nur sehr
unvollkommen fertigbringt.”

 

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Stille

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Musik

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Einsetzung des Allerheiligsten

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Marienlied

Ende / Agape

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