Texte 30 – Abend der Barmherzigkeit: Weg, Taufe und Selbsterkenntnis

Vorbereitendes Gebet

Allmächtiger und liebender Gott, wir bitten Dich,
gewähre uns hier und heute die Gnade,
dass unser Verweilen und Betrachten dazu führt,
Dir zu danken, Dich zu ehren,
und Dich, unseren Gott, an uns teilhaben zu lassen.

Wahrer Gott vom wahren Gott, hilf uns alles loszulassen,
was uns davon abhält, Dir zu begegnen,
was uns hindert, uns von Deinem Geist leiten zu lassen.
Nicht nur Freude und Trost, sondern Dich,
unseren Herrn und Erlöser, wollen wir suchen.

Jesus, barmherziger Sohn des Allmächtigen, öffne uns jetzt,
damit wir alle unsere Sinne auf Dich ausrichten,
damit wir hören, sehen, schmecken und erkennen,
was Du uns heute sagen willst.
Amen.
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(zeitzubeten.org)

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1. IMPULS

[ Machen wir uns auf den Weg ]

*

Wenn der Gesang der Engel verstummt ist,
wenn der Stern am Himmel untergegangen,
wenn die Könige und Fürsten heimgekehrt,
die Hirten mit ihrer Herde fortgezogen sind,
dann erst beginnt das Werk von Weihnachten:

die Verlorenen finden,
die Zerbrochenen heilen,
den Hungernden zu essen geben,
die Gefangenen freilassen,
die Völker aufrichten,
den Menschen Frieden bringen,
in den Herzen musizieren.

Altes irisches Lied

*

Machen wir uns auf den Weg wie die Sterndeuter. Mag die ganze Welt außer sich geraten: wir wollen freudig hineilen zum Kind, zu Jesus Christus, sowie hier und heute zum Allerheiligsten Sakrament des Altars.
Bevor du aber dieses Kind anbetest, lass alles fallen, was dich belastet.

Leg ihm dein Gold zu Füßen: gib es den Armen, wenn du reich bist.
Diese Männer aus dem fremden Land sind von so weither gekommen, um das Neugeborene zu sehen: wie wolltest du da nicht ein paar Schritte tun, um einen Kranken oder einen Benachteiligten zu besuchen?… Die Sterndeuter haben Jesus ihre Schätze geschenkt – und du hast nicht einmal ein Stück Brot für ihn? (Mt 25,36f)

Sei nicht blind und taub, Dein Verdienst wird ein unendlicher sein, wie die Belohnung der Sterndeuter:
Bevor ihnen das Glück widerfuhr, waren die Pilger zutiefst verunsichert. Nachdem sie das Kind angebetet hatten, zogen Friede und Sicherheit in ihr Herz ein, ihre Seelen füllten sich mit Freude.

Hl. Johannes Chrysostomos, Homilien über das Evangelium nach Matthäus, Nr. 7, 5

*

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2. IMPULS

[ Taufe und Vaterunser ]

*

Warum öffnet sich der Himmel, als Jesus getauft wird?
Damit wir erkennen, dass dasselbe in unsichtbarer Weise bei unserer Taufe geschieht:
Gott ruft uns nach Hause, in den Himmel, und fordert uns dazu auf, nichts mehr mit der Erde gemein zu haben… Auch wenn wir jetzt nicht mehr die gleichen Zeichen am Himmel sehen, erhalten wir doch die gleichen Gnaden.

Und es ist kein anderer als der getaufte Jesus, der uns zu beten und zu bitten gelehrt hat: „Bittet, dann wird euch gegeben“, und wir sind bereits beschenkt worden:

Großer Gott, geheiligt ist Dein Name,
in Jesus Christus, und im Heiligen Geist,
den Maria mit den Jüngern herabgerufen hat;

Dein Reich ist gekommen,
als der Himmel sich für Deinen Sohn öffnete,
als Johannes den Messias erkannte,
und die heilige Taube herabschwebte;

Dein Wille ist geschehen,
als Maria das Kind durch den Geist empfangen hat,
als der Vater den Sohn am Jordan offenbarte
und der Sohn schließlich den Willen des Vaters erfüllt hat;

Unser tägliches Brot hast Du uns gegeben,
im Wort, das Fleisch geworden ist,
und in der Hoffnung, die den Namen Jesus Christus trägt;

Unsere Schuld vergibst Du uns,
da Jesus in das Wasser des Jordan gestiegen ist,
unsere Reinigung mit Feuer und Geist bereitet hat,
seinen Leib und sein Blut für uns hingegeben hat;

Du führst uns nicht in Versuchung,
denn Du hast die Wolken geteilt,
den Himmel geöffnet,
Dich als Gott und Mensch gezeigt;

Du erlöst uns vom Bösen,
indem Dein Sohn bis zum Ende der Zeiten bei uns ist,
und wir in seiner Nachfolge Frieden und Erlösung finden.
Amen.

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3. IMPULS

[ Erkenne dich selbst ]

*

Jesus sagte zu ihnen: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“
(MT 9,12; Mk 2,17; Lk 5,31)

*Christus, meine Brüder, kam zu diesem Mahl;
das Leben selbst kam zu den Tischgästen, damit SIE, die zum Tode verurteilt waren, leben ein Leben in Fülle.
Die Auferstehung legte sich zu Tisch nieder, damit die, die ruhten, aus ihren Gräbern auferstehen.
Die Güte hat sich herabgebeugt, um die Sünder zur Vergebung aufzurichten. Gott kam zum Menschen, damit der Mensch zu Gott kommt.
Der Richter kam zum Mahl der Schuldigen, um die Menschheit vor dem Urteilsspruch zu bewahren.
Der Arzt kam zu den Kranken, um sie gesund zu machen, um bei ihnen zu sein, und mit ihnen Mahl zu halten.
Der Gute Hirt hat die Schulter herabgebeugt, um das verlorene Schaf zur Herde des Heils zurückzubringen. (Lk 15,3f).
„Wie kann euer Meister mit Zöllnern und Sündern essen!“ Doch wer ist Sünder, wenn nicht der, der es zurückweist, sich als ein solcher anzusehen? Heißt das nicht, noch tiefer in seine Sünde zu fallen, sich mit ihr zu identifizieren, wenn man aufhört, sich als Sünder zu erkennen?…
Mach dich auf, Pharisäer, und bekenne deine Sünde, und du wirst zur Tafel Christi kommen können. Christus wird sich für dich zum Brot machen, zu jenem Brot, das gebrochen wird zur Vergebung deiner Sünden.
Christus wird für dich zum Kelch, zu diesem Kelch, der zur Vergebung deiner Sünden vergossen wird. Auf, Pharisäer, nimm teil am Mahl der Sünder, und Christus wird mit dir Mahl halten.

Hl. Petrus Chrysologus (um 406 – 450), 30. Predigt: PL 52,285

*

Mein Freund, so du etwas bist,
so bleib doch ja nicht stehn.
Jeder soll aus einem Licht
fort in das andre gehn.

Angelus Silesius

 

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