Beten mit Theresia vom Kinde Jesu (Thérèse de Lisieux)

+
zurück
zu+ Beten mit Zeugen des Glaubens
+
+

.
.
.
Eine französische Nonne hat mit ihrem intensiven, nur 24 Jahre währenden Leben Kirchengeschichte geschrieben.
+

.

An ihrem 100. Todestag wird diese junge Frau, die am Sterbebett davon spricht „nun ins Leben einzugehen“, zur Kirchenlehrerin erhoben. Papst Johannes Paul II. würdigt das schlichte und doch geistlich so reiche Leben der Nonne Thérèse de l’Enfant-Jésus et de la Sainte-Face.

Thérèse de Lisieux (* 2. Januar 1873 in Alençon, Frankreich; † 30. September 1897 in Lisieux, Frankreich) war eine katholische Nonne im Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen. Sie wurde von Pius XI. heilig gesprochen und von Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin erhoben.

Thérèse wurde als jüngstes von neun Kindern des Louis und der Zélie Martin als Marie-Françoise-Thérèse Martin geboren. Schon als Kind wollte sie – von ihrer Familie unterstützt – in den Karmel eintreten, ihre Aufnahmegesuche wurden jedoch mehrfach aufgrund ihres jugendlichen Alters abgelehnt. 15-jährig folgte sie ihren Schwestern Pauline und Marie in den Karmel von Lisieux. Am 9. Juni 1895, während der Dreifaltigkeitsmesse, weihte sie sich der Barmherzigen Liebe Gottes.

Der “kleine Weg” der Thérèse de Lisieux ist vielen Menschen ein besonderes Vorbild geworden. In ihrem kontemplativen Leben im Orden des Karmel und im Studium der Heiligen Schrift entdeckt sie Mosaiksteine ihres Weges:

  • Mich selber größer zu machen ist unmöglich! Ich muss mich ertragen wie ich bin
  • Es ist gar nicht nötig, durch mein eigenes Bemühen wachsen zu wollen
  • Jesus verlangt von mir keine großen Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit
  • Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun
  • Ich lasse mich wegen meiner Fehler nicht entmutigen

Im Hinblick auf das Beten ermahnt uns die kleine Therese, nicht so sehr nach vielen Worten oder schön formulierten Gebeten zu suchen, sondern einfach unser Herz zu öffnen und die Liebe Jesu Christi zu empfangen.

Wie groß ist doch die Macht des Gebetes! Man könnte es mit einer Königin vergleichen, die allzeit freien Eintritt hat beim König und alles erlangen kann, worum sie bittet. Es ist durchaus nicht nötig, ein schönes, für den entsprechenden Fall formuliertes Gebet aus einem Buch zu lesen, um Erhörung zu finden […]

Für mich ist das Gebet ein Schwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel empor, ein Schrei der Dankbarkeit und der Liebe, aus der Mitte der Prüfung wie aus der Mitte der Freude; kurz, es ist etwas Großes, Übernatürliches, das mir die Seele ausweitet und mich mit Jesus vereint.

Der “kleine Weg zu Gott” ist eine Spiritualität des Alltags. Dieserkleine und gleichzeitig intensive Weg der Thérèse ist auch der Schlüssel zu ihrer Heiligsprechung (1925) und der Aufnahme in die Reihe der drei weiblichen Kirchenlehrerinnen (1997).

Ich will die Menschen lehren, Gott so zu lieben, wie ich ihn liebe und ihnen meinen kleinen Weg geben. Ja, ich will meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun.

Im Jahr nach ihrer Weihe schrieb sie ihr erstes autobiografisches Manuskript, das sie im Januar 1896 ihrer Oberin übergab. Auch später auf dem Krankenbett verfasste sie weitere Manuskripte, nach der Überführung ins Krankenzimmer des Klosters schrieben Mitschwestern ihre Worte nieder (s. Literaturtipps unten).

Am Abend ihres Todes, eineinhalb Jahre nach Ausbruch der Krankheit, schrieb sie an ihren geistlichen Bruder M. Bellier: Ich sterbe nun, ich gehe ins Leben ein. Obwohl sie nur 24 Jahre alt wurde, hat Theresia vom Kinde Jesu ein geistliches Erbe hinterlassen, das jedem Menschen in seinem kleinen, täglichen Leben eine große Hilfe sein kann!

+

+

Link zur Spiritualität der Kleinen Therese:

>>> Kämpferin für Seelen, Lehrerin der Liebe

+

+

Literatur:

Selbstbiographische Schriften. Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg 2003, 15. Auflage,
ISBN 9783894112806

Ich gehe ins Leben ein. Letzte Gespräche der Heiligen von Lisieux. Johannes Verlag Leutesdorf, Leutesdorf 1998, 5. Auflage,
ISBN 3-7794-0718-3

Büchertipps zum Einstieg:

Ich wähle alles! Leben und Botschaft der hl. Thérèse von Lisieux, Michael Plattig, Vier Türme Verlag (2008 )
ISBN-13: 978-3896803641

Wege in neue Weiten, Vier Wochen mit Thérèse von Lisieux, Waltraud Herbstrith, Verlag Neue Stadt (2006 )
ISBN-13: 978-3879966905

+

Therese von Lisieux –
die wichtigsten chronologischen Daten
einer modernen Heiligen

+

2. Januar 1873
Therese Martin wird in Alençon/Normandie geboren.
4. Januar 1873
Taufe in der Kirche Nôtre-Dame in Alençon
28. August 1877
Tod der Mutter: Therese erwählt ihre Schwester Pauline zur
zweiten Mutter.
15. November 1877
Vater Louis Martin und seine 5 Töchter ziehen von Alençon
nach Lisieux um und bewohnen künftig das Haus „Les Buissonnets“.
1879
Im Spätjahr oder Anfang 1880 erste heilige Beichte
13. Mai 1883
Pfingsten – Lächeln der Muttergottes – Therese wird von
schwerer Erkrankung geheilt.
8. Mai 1884
Erste heilige Kommunion
14. Juni 1884
Firmung durch Bischof Hugonin von Bayeux
25. Dezember 1886
Nach der Mitternachtsmesse „Gnade der Bekehrung“
29. Mai 1887
Pfingsten – Therese erhält von ihrem Vater die Erlaubnis mit
15 Jahren in den Karmel von Lisieux eintreten zu dürfen.
31. August 1887
Bekehrung und Hinrichtung des Mörders Pranzini
20. November 1887
Therese bittet bei einer Audienz in Rom Papst Leo XIII. um
Genehmigung zum Eintritt in den Karmel.
9. April 1888
Eintritt in den Karmel in Lisieux
10. Januar 1889
Einkleidung unter dem Vorsitz von Bischof Hugonin von Bayeux
12. Februar 1889
Vater Martin wird in eine Anstalt für Geisteskranke nach Caen
gebracht.
8. September 1890
Feierliche Profess
8.-15. Oktober 1891
Exerzitien von Pater Alexis Prou, der Therese auf ihrem Weg
bestärkt
Dezember 1891
Beginn ihrer Lungenerkrankung: Therese erhält die Erlaubnis,
täglich zu kommunizieren.
29. Juli 1894
Tod ihres Vaters
Januar 1895
Beginn der selbstbiografischen Aufzeichnungen „Geschichte
einer Seele“
9. Juni 1895
Fest der Hl. Dreifaltigkeit: Aufopferung an die göttliche Liebe
2./3. April 1896
Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag: Erster Blutsturz in
der Zelle des Karmel
6. April 1897
Mutter Agnes von Jesus beginnt die letzten Äußerungen von Therese
aufzuzeichnen.
8. Juli 1897
Therese wird ins Krankenzimmer des Karmel verlegt
30. Juli 1897
Empfang des Sakraments der Krankensalbung
19. August 1897
Letzte heilige Kommunion
30. September 1897
Nach einem zwei Tage dauernden Todeskampf stirbt Therese
gegen 19.30 Uhr.
4. Oktober 1897
Beisetzung auf dem Friedhof von Lisieux
30. September 1898
Die ersten 2000 Exemplare von „Geschichte einer Seele“ verlassen
die Druckerei St. Paul in Bar-le-Duc.
1899-1902
Erste Gebetserhörungen und Heilungen. Pilger kommen an
das Grab von Therese auf dem Friedhof in Lisieux.
14. August 1921
Proklamierung des heldenmütigen Tugendlebens von Therese
durch Papst Benedikt XV.
29. April 1923
Seligsprechung durch Papst Pius XI.
17. Mai 1925
Heiligsprechung durch Papst Pius XI.
13. Juli 1927
Das Fest der heiligen Therese wird für die ganze Kirche vorgeschrieben.
14. Dezember 1927
Papst Pius XI. erklärt die heilige Therese zur Patronin der
Missionen.
21. September 1929
Papst Pius XI. erklärt Therese zur Patronin der Christlichen
Arbeiter-Jugend (CAJ).
30. September 1929
Grundsteinlegung für die Basilika in Lisieux
1. Juli 1937
Benediktion der Basilika durch den Päpstlichen Legaten Kardinal
Pacelli, den späteren Papst Pius XII.
3. Mai 1944
Papst Pius XII. erklärt die heilige Therese zur zweiten Patronin
Frankreichs (neben der heiligen Jeanne d’Arc).
Juni 1944
Lisieux wird durch Luftangriffe der Alliierten schwer getroffen.
1947
50. Todesjahr der Heiligen: Der Schrein mit ihren Gebeinen
wandert zur Verehrung durch fast alle französischen Diözesen.
11. Juli 1954
Feierliche Weihe der Basilika von Lisieux
1973
Feier des 100. Geburtstages der Heiligen mit großen Festlichkeiten
in Lisieux und in aller Welt
19. Oktober 1997
Erhebung der heiligen Therese zur Kirchenlehrerin
1. Oktober
Liturgischer Festtag für die ganze Kirche

+

Heilige Theresia vom Kinde Jesu, wir bitten Dich um Deine Fürsprache für  ZEIT ZU BETEN !

+

+

4 Gedanken zu “Beten mit Theresia vom Kinde Jesu (Thérèse de Lisieux)

  1. Habe das Buch Das Abenteuer einer großen Liebe gelesen,seitdem lässt Theresia u. ihr kleiner Weg mich nicht mehr los. Sie ist für mich ein ganz großes Vorbild geworden.

  2. Ich war schon immer eine Bewunderin der kleinen Theresia. Habe schon als Jugendliche ihren Mut und die Liebe zu Jesus als Ansporn für mich gesehen und mir gewünscht auch einmal so kraftvoll glauben zu können.

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s