Eucharistische Anbetung

Wie so oft gibt es viele Schriften und Impulse zum Thema. Der vorliegende Text von Mutter Julienne du Rosaire ist – inzwischen für viele Menschen – ein besonderer Schatz, der uns von der spirituellen Tiefe der eucharistischen Anbetung auch zum tagtäglichen Vollzug führt. Das scheint mir Ausdruck eines Menschen zu sein, der das lebendige Wasser kennengelernt hat – und es voller Liebe weitergeben möchte.

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Julienne du Rosaire - Buchtitel

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Bevor wir uns dem Text von Mutter Julienne du Rosaire über die eucharistische Anbetung zuwenden, ist es angebracht, sich das Wesen der Eucharistie ganz klar vor Augen zu halten. Papst Johannes Paul II. hat dies in seiner Enzyklika ECCLESIA DE EUCHARISTIA sehr einprägsam und umfassend festgehalten. Wer die folgenden Ausschnitte der Enzyklika liest, dem eröffnet sich nicht nur das Wesen, sondern auch Bedeutung, Würde und Auswirkung dessen, was wir als das höchste Geheimnis der katholischen und apostolischen Kirche feiern.

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Im Anschluss an die Auszüge aus der Enzyklika ist die Einleitung zu Mutter Juliennes Schrift zu finden (nach unten scrollen).

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EINLEITUNG

1. Die Kirche lebt von der Eucharistie. Diese Wahrheit drückt nicht nur eine alltägliche Glaubenserfahrung aus, sondern enthält zusammenfassend den Kern des Mysteriums der Kirche. Mit Freude erfährt sie unaufhörlich, daß sich auf vielfältige Weise die Verheißung erfüllt: »Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28, 20). In einzigartiger Intensität erfreut sie sich dieser Gegenwart jedoch in der heiligen Eucharistie, bei der Brot und Wein in Christi Leib und Blut verwandelt werden. Seitdem die Kirche, das Volk des Neuen Bundes, am Pfingsttag ihren Pilgerweg zur himmlischen Heimat begonnen hat, prägt dieses göttliche Sakrament unaufhörlich ihre Tage und erfüllt sie mit vertrauensvoller Hoffnung.

Mit Recht hat das Zweite Vatikanische Konzil verkündet, daß das eucharistische Opfer »Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens« ist. »Die heiligste Eucharistie enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm und das lebendige Brot. Durch sein Fleisch, das durch den Heiligen Geist lebt und Leben schafft, spendet er den Menschen das Leben«. Deshalb ist der Blick der Kirche fortwährend auf den Herrn gerichtet, der gegenwärtig ist im Sakrament des Altares, in dem sie den vollkommenen Ausdruck seiner unendlichen Liebe entdeckt.

[…]

9. Die Eucharistie ist die heilbringende Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft der Gläubigen und ihre geistliche Nahrung, sie ist das wertvollste Gut, das die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte haben kann. So erklärt sich die besondere Aufmerksamkeit, die sie dem eucharistischen Mysterium immer entgegengebracht hat; eine Aufmerksamkeit, die in verbindlicher Form in den Werken der Konzilien und der Päpste sichtbar wird.

[…]

GEHEIMNIS DES GLAUBENS

11. »In der Nacht, da er ausgeliefert wurde« (1 Kor 11, 23), hat der Herr Jesus das eucharistische Opfer seines Leibes und seines Blutes gestiftet. Die Worte des Apostels Paulus erinnern uns an die dramatischen Umstände, in denen die Eucharistie entstanden ist. Das Ereignis des Leidens und des Todes des Herrn ist unauslöschlich in sie eingeschrieben. Die Eucharistie ist nicht nur eine Erinnerung an dieses Ereignis, sondern seine sakramentale Vergegenwärtigung. Sie ist das Kreuzesopfer, das durch die Jahrhunderte fortdauert. Diese Wahrheit kommt treffend in den Worten zum Ausdruck, mit denen das Volk im lateinischen Ritus auf den Ruf des Priesters »Geheimnis des Glaubens« antwortet: »Deinen Tod, o Herr, verkünden wir!«.

Die Kirche hat die Eucharistie von Christus, ihrem Herrn, nicht als eine kostbare Gabe unter vielen anderen erhalten, sondern als die Gabe schlechthin, da es die Gabe seiner selbst ist, seiner Person in seiner heiligen Menschheit wie auch seines Erlösungswerkes. Dieses beschränkt sich nicht auf die Vergangenheit, denn »alles, was Christus ist, und alles, was er für alle Menschen getan und gelitten hat, nimmt an der Ewigkeit Gottes teil, steht somit über allen Zeiten und wird ihnen gegenwärtig«.

Wenn die Kirche die heilige Eucharistie, das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung ihres Herrn, feiert, wird dieses zentrale Mysterium des Heils wirklich gegenwärtig und »vollzieht sich das Werk unserer Erlösung«. Dieses Opfer ist für die Erlösung des Menschengeschlechts so entscheidend, daß Jesus Christus es vollbrachte und erst dann zum Vater zurückkehrte, nachdem er uns das Mittel hinterlassen hatte, damit wir so daran teilnehmen können, als ob wir selbst dabei gewesen wären. Jeder Gläubige kann auf diese Weise am Opfer Christi teilnehmen und seine Früchte in unerschöpflichem Maß erlangen. Das ist der Glaube, aus dem die christlichen Generationen im Laufe der Jahrhunderte gelebt haben. Diesen Glauben hat das Lehramt der Kirche unaufhörlich mit freudiger Dankbarkeit für das unschätzbare Geschenk bekräftigt. Ich möchte noch einmal an diese Wahrheit erinnern und mich mit euch, meine lieben Brüder und Schwestern, in Anbetung vor dieses Mysterium begeben: das große Geheimnis, das Geheimnis der Barmherzigkeit. Was hätte Jesus noch mehr für uns tun können? In der Eucharistie zeigt er uns wirklich eine Liebe, die »bis zur Vollendung« (Joh 13, 1) geht, eine Liebe, die kein Maß kennt.

12. Dieser Aspekt universaler Liebe des eucharistischen Sakramentes gründet in den Worten des Retters selbst. Bei der Einsetzung der Eucharistie beschränkte er sich nicht darauf zu sagen: »Das ist mein Leib…, das ist mein Blut«, sondern fügte hinzu: »der für euch hingegeben wird…, das für euch vergossen wird« (Lk 22, 19-20). Er bekräftigte nicht nur, daß das, was er ihnen zu essen und zu trinken gab, sein Leib und sein Blut war, sondern brachte auch dessen Opfercharakter zum Ausdruck und ließ damit sein Opfer, das einige Stunden später am Kreuz für das Heil aller dargebracht werden sollte, auf sakramentale Weise gegenwärtig werden. »Die Messe ist zugleich und untrennbar das Opfergedächtnis, in welchem das Kreuzesopfer für immer fortlebt, und das heilige Mahl der Kommunion mit dem Leib und dem Blut des Herrn«.

Die Kirche lebt unaufhörlich vom Erlösungsopfer. Ihm nähert sie sich nicht nur durch ein gläubiges Gedenken, sie tritt mit ihm auch wirklich in Kontakt. Denn dieses Opfer wird gegenwärtig und dauert auf sakramentale Weise in jeder Gemeinschaft fort, in der es durch die Hände des geweihten Priesters dargebracht wird. Auf diese Weise wendet die Eucharistie den Menschen von heute die Versöhnung zu, die Christus ein für allemal für die Menschen aller Zeiten erworben hat. In der Tat: »Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer«. Das sagte kraftvoll bereits der heilige Johannes Chrysostomus: »Wir opfern immer das gleiche Lamm, und nicht heute das eine und morgen ein anderes, sondern immer dasselbe. Aus diesem Grund ist das Opfer immer nur eines. […] Auch heute bringen wir jenes Opferlamm dar, das damals geopfert worden ist und das sich niemals verzehren wird«.

Die Messe macht das Opfer des Kreuzes gegenwärtig, sie fügt ihm nichts hinzu und vervielfältigt es auch nicht. Was sich wiederholt, ist die Gedächtnisfeier, seine »gedenkende Darstellung« (memorialis demonstratio), durch die das einzige und endgültige Erlösungsopfer Christi in der Zeit gegenwärtig wird. Der Opfercharakter des eucharistischen Mysteriums kann deswegen nicht als etwas in sich Stehendes verstanden werden, unabhängig vom Kreuz oder nur mit einem indirekten Bezug zum Opfer von Kalvaria.

13. Kraft ihrer innigen Beziehung mit dem Opfer von Golgota ist die Eucharistie Opfer im eigentlichen Sinn, und nicht nur in einem allgemeinen Sinn, als ob es sich um eine bloße Hingabe Christi als geistliche Speise an die Gläubigen handelte. Das Geschenk seiner Liebe und seines Gehorsams bis zur Vollendung des Lebens (vgl. Joh 10, 17-18) ist in erster Linie eine Gabe an seinen Vater. Natürlich ist es Gabe für uns, ja für die ganze Menschheit (vgl. Mt 26, 28; Mk 14, 24; Lk 22, 20; Joh 10, 15), aber dennoch vor allem Gabe an den Vater: »ein Opfer, das der Vater angenommen hat, indem er für die Ganzhingabe seines Sohnes, der „gehorsam wurde bis zum Tod“ (Phil 2, 8), die ihm als Vater eigene Gabe zurückschenkte, d.h. ein neues, ewiges Leben in der Auferstehung«.

Indem Christus der Kirche sein Opfer schenkte, wollte er sich auch das geistliche Opfer der Kirche zu eigen machen, die berufen ist, mit dem Opfer Christi auch sich selbst darzubringen. Das lehrt uns das Zweite Vatikanische Konzil im Hinblick auf alle Gläubigen: »In der Teilnahme am eucharistischen Opfer, der Quelle und dem Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens, bringen sie das göttliche Opferlamm Gott dar und sich selbst mit ihm«.

14. Das Pascha Christi umfaßt mit dem Leiden und dem Tod auch seine Auferstehung. Daran erinnert die Akklamation des Volkes nach der Wandlung: »Deine Auferstehung preisen wir«. Tatsächlich macht das eucharistische Opfer nicht nur das Mysterium vom Leiden und Tod des Erlösers gegenwärtig, sondern auch das Mysterium der Auferstehung, in der das Opfer seine Vollendung findet. Weil Christus lebt und auferstanden ist, kann er sich in der Eucharistie zum »Brot des Lebens« (Joh 6, 35.48), zum »lebendigen Brot« (Joh 6, 51) machen. Daran erinnerte der heilige Ambrosius die Neugetauften und wandte das Ereignis der Auferstehung auf ihr Leben an: »Wenn heute Christus dein ist, so steht er für dich jeden Tag von den Toten auf«. Der heilige Cyrill von Alexandrien unterstrich seinerseits, daß die Teilnahme an den heiligen Mysterien »ein wahres Bekenntnis und ein wahres Gedächtnis daran sind, daß der Herr gestorben und zum Leben zurückgekehrt ist für uns und für unser Heil«.

15. Die sakramentale Vergegenwärtigung des durch die Auferstehung vollendeten Opfers Christi in der heiligen Messe beinhaltet eine ganz besondere Gegenwartsweise, die – um die Worte von Paul VI. aufzugreifen – »“wirklich“ genannt wird, nicht im ausschließlichen Sinn, als ob die anderen Gegenwartsweisen nicht „wirklich“ wären, sondern hervorhebend, weil sie substantiell ist und infolgedessen den ganzen und vollständigen Christus, den Gottmenschen, gegenwärtig macht«. So wird die immer gültige Lehre des Konzils von Trient bekräftigt: »Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung genannt«. Die Eucharistie ist wirklich mysterium fidei, ein Geheimnis, das unser Denken übersteigt und das nur im Glauben erfaßt werden kann. Daran erinnern die Kirchenväter oft in ihren Katechesen über dieses göttliche Sakrament: Der heilige Cyrill von Jerusalem mahnt: »Schau in Brot und Wein nicht nur die natürlichen Elemente an, denn der Herr hat ausdrücklich gesagt, daß sie sein Leib und sein Blut sind: Der Glaube versichert es dir, auch wenn die Sinne dir anderes einreden«.

»Adoro te devote, latens Deitas«, singen wir immerfort mit dem heiligen Thomas von Aquin. Angesichts dieses Geheimnisses der Liebe wird die ganze Begrenztheit der menschlichen Vernunft erfahrbar. Man versteht, wie diese Wahrheit im Laufe der Jahrhunderte die Theologie angeregt hat, durch harte Anstrengungen in ihr Verständnis einzudringen.

Diese Anstrengungen sind lobenswert und um so nützlicher und fruchtbarer, je mehr sie den kritischen Einsatz des Denkens mit dem »gelebten Glauben« der Kirche zu verbinden vermögen, der sich besonders zeigt im »sicheren Charisma der Wahrheit« des Lehramtes und in der »inneren Einsicht […] aus geistlicher Erfahrung«, die vor allem die Heiligen erlangen. Paul VI. hat auf die Grenze hingewiesen, die bestehen bleibt: »Jede theologische Erklärung, die sich um das Verständnis dieses Geheimnisses bemüht, muß, um mit unserem Glauben übereinstimmen zu können, daran festhalten, daß Brot und Wein der Substanz nach, unabhängig von unserem Denken, nach der Konsekration zu bestehen aufgehört haben, so daß nunmehr der anbetungswürdige Leib und das anbetungswürdige Blut unseres Herrn vor uns gegenwärtig sind unter den sakramentalen Gestalten von Brot und Wein«.

16. In Fülle verwirklicht sich die heilbringende Wirkung des Opfers, wenn wir in der Kommunion den Leib und das Blut des Herrn empfangen. Das eucharistische Opfer ist in sich auf die innige Gemeinschaft von uns Gläubigen mit Christus in der Kommunion ausgerichtet: Wir empfangen ihn selbst, der sich für uns hingegeben hat, seinen Leib, den er für uns am Kreuz dargebracht hat, sein Blut, das er »für viele« vergossen hat »zur Vergebung der Sünden« (Mt 26, 28). Erinnern wir uns an seine Worte: »Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben« (Joh 6, 57). Jesus selbst versichert uns, daß eine derartige Vereinigung, die er in eine Analogie zur Einheit des dreifaltigen Gottes setzt, sich wahrhaft verwirklicht. Die Eucharistie ist ein wahres Mahl, in dem sich Christus als Nahrung darbietet. Als Jesus zum erstenmal diese Speise ankündigte, waren die Zuhörer erstaunt und verwirrt und zwangen den Meister, die objektive Wahrheit seiner Worte zu unterstreichen: »Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch« (Joh 6, 53). Es handelt sich nicht um eine Speise in einem bildhaften Sinn: »Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank« (Joh 6, 55).

17. Durch die Teilhabe an seinem Leib und an seinem Blut teilt Christus uns auch seinen Geist mit. Der heilige Ephräm schreibt: »Er nannte das Brot seinen lebendigen Leib, er erfüllte es mit sich selbst und mit seinem Geist. […] Und der, der es mit Glauben ißt, ißt Feuer und Geist. […] Nehmt davon, eßt alle davon und eßt mit ihm den Heiligen Geist. Es ist wirklich mein Leib und der, der ihn ißt, wird ewig leben«.27 Die Kirche erbittet diese göttliche Gabe, die die Wurzel aller anderen Gaben ist, in der eucharistischen Epiklese. In der Göttlichen Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomus heißt es zum Beispiel: »Wir rufen dich an, wir bitten dich und wir flehen dich an: Sende deinen Heiligen Geist über uns alle und über diese Gaben, […] damit alle, die daran teilhaben, Reinigung der Seele, Vergebung der Sünden, Gemeinschaft des Heiligen Geistes erlangen mögen«.28 Und im Römischen Meßbuch betet der Priester: »Stärke uns durch den Leib und das Blut deines Sohnes und erfülle uns mit seinem Heiligen Geist, damit wir ein Leib und ein Geist werden in Christus«.29 So läßt Christus durch die Gabe seines Leibes und seines Blutes in uns die Gabe seines Geistes wachsen, der uns schon in der Taufe eingegossen und im Sakrament der Firmung als »Siegel« geschenkt wurde.

18. Die Akklamation des Volkes nach der Wandlung endet treffend mit dem Bekenntnis der eschatologischen Perspektive, welche die Eucharistiefeier auszeichnet (vgl. 1 Kor 11, 26): »… bis du kommst in Herrlichkeit«. Die Eucharistie bedeutet Spannung auf das Ziel hin, Vorgeschmack der vollkommenen Freude, die Christus versprochen hat (vgl. Joh 15, 11); in gewisser Weise ist sie Vorwegnahme des Paradieses, »Unterpfand der künftigen Herrlichkeit«. In der Eucharistie drückt alles die vertrauensvolle Erwartung aus, daß »wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten«. Wer sich von Christus in der Eucharistie nährt, muß nicht das Jenseits erwarten, um das ewige Leben zu erlangen: Er besitzt es schon auf Erden als Erstlingsgabe der künftigen Fülle, die den ganzen Menschen betreffen wird. In der Eucharistie empfangen wir tatsächlich auch die Garantie der leiblichen Auferstehung am Ende der Welt: »Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag« (Joh 6, 54). Diese Garantie der künftigen Auferstehung kommt aus der Tatsache, daß das Fleisch des Menschensohnes, das uns zur Speise gereicht wird, sein Leib im verherrlichten Zustand des Auferstandenen ist. Mit der Eucharistie nehmen wir sozusagen das »Geheimnis« der Auferstehung in uns auf. Deshalb definierte der heilige Ignatius von Antiochien das eucharistische Brot zu Recht als »Medizin der Unsterblichkeit, Gegengift gegen den Tod«.

[…]

Den Tod des Herrn verkünden, »bis er kommt« (1 Kor 11, 26), bringt für alle, die an der Eucharistie teilnehmen, den Auftrag mit sich, das Leben zu »verwandeln«, damit es in gewisser Weise ganz »eucharistisch« werde. Genau diese Frucht der Verwandlung der Existenz wie auch der Auftrag, die Welt nach dem Evangelium umzugestalten, lassen die eschatologische Spannung der Eucharistiefeier und des ganzen christlichen Lebens aufleuchten: »Komm, Herr Jesus!« (Offb 22, 20).

[…]

DIE EUCHARISTIE UND DIE KIRCHLICHE GEMEINSCHAFT

34. … Die auf Erden pilgernde Kirche ist aufgerufen, die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott wie auch die Gemeinschaft unter den Gläubigen zu bewahren und zu fördern. Dafür besitzt sie das Wort und die Sakramente, vor allem die Eucharistie, aus der die Kirche »immerfort lebt und wächst« und in der sie zugleich ihr Wesen zum Ausdruck bringt. Nicht zufällig ist der Begriff Kommunion eine der besonderen Bezeichnungen für dieses erhabene Sakrament geworden.

Die Eucharistie erscheint als Höhepunkt aller Sakramente, weil sie die Gemeinschaft mit Gott Vater im Einswerden mit dem eingeborenen Sohn durch den Heiligen Geist zur Vollendung führt. Ein bedeutender Schriftsteller der byzantinischen Tradition brachte diese Wahrheit mit gläubigem Scharfsinn zum Ausdruck: In der Eucharistie »ist vor jedem anderen Sakrament das Geheimnis [der Gemeinschaft] so vollkommen, daß es zum Gipfel aller Güter führt: Hier liegt das höchste Ziel jeder menschlichen Sehnsucht, weil wir hier Gott folgen, und Gott sich mit uns in der vollkommensten Einheit verbindet«. Eben darum ist es angemessen, in der Seele das dauernde Verlangen nach dem eucharistischen Sakrament zu pflegen. Hier liegt die Übung der »geistlichen Kommunion« begründet, die sich seit Jahrhunderten in der Kirche verbreitet hat und von heiligen Lehrmeistern des geistlichen Lebens empfohlen wurde. Die heilige Theresia von Jesus schrieb: »Wenn ihr nicht kommuniziert und an der Messe teilnehmt, könnt ihr geistlich kommunizieren. Diese Übung bringt reiche Früchte… So prägt sich in euch stark die Liebe unseres Herrn ein«.

35. Die Feier der Eucharistie kann aber nicht der Ausgangspunkt der Gemeinschaft sein, sie setzt die Gemeinschaft vielmehr voraus und möchte sie stärken und zur Vollendung führen. Das Sakrament drückt dieses Band der Gemeinschaft aus, und zwar sowohl auf der unsichtbaren Ebene, die uns in Christus durch das Wirken des Heiligen Geistes mit dem Vater und untereinander verbindet, als auch auf der sichtbaren Ebene, welche die Gemeinschaft in der Lehre der Apostel, in den Sakramenten und in der hierarchischen Ordnung einschließt. Die enge Beziehung, die zwischen den unsichtbaren und den sichtbaren Elementen der kirchlichen Gemeinschaft besteht, ist ein konstitutives Merkmal der Kirche als Sakrament des Heiles. Nur in diesem Zusammenhang ist die Feier der Eucharistie rechtmäßig und die Teilnahme an ihr wahrhaftig. Deshalb ist es eine Anforderung, die sich aus dem Wesen der Eucharistie ergibt, daß sie in derGemeinschaft gefeiert wird, und zwar dort, wo die Unversehrtheit ihrer Bande gewahrt ist.

36. Die unsichtbare Gemeinschaft, die ihrer Natur nach stets im Wachstum begriffen ist, setzt das Leben der Gnade, durch das man »Anteil an der göttlichen Natur« (2 Petr 1, 4) erhält, sowie die Übung der Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe voraus. Nur so hat man wahrhaft Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Der Glaube genügt nicht; es ist vielmehr nötig, in der heiligmachenden Gnade und in der Liebe zu verharren und mit dem »Leib« und dem »Herzen« im Schoß der Kirche zu bleiben. Um mit den Worten des heiligen Paulus zu sprechen: Es ist erforderlich, »den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist« (Gal 5, 6).

Die Unversehrtheit der unsichtbaren Bande aufrecht zu erhalten, ist eine moralische Pflicht des Christen, der voll an der Eucharistie teilnehmen und den Leib und das Blut Christi empfangen will. »Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken« (1 Kor 11, 28). Mit kraftvoller Beredsamkeit mahnte der heilige Johannes Chrysostomus die Gläubigen: »Auch ich erhebe die Stimme, flehe, bitte und beschwöre euch, nicht zu diesem heiligen Tisch mit einem befleckten und verdorbenen Gewissen hinzutreten. Ein solches Hinzutreten kann man nie Kommunion nennen, auch wenn wir tausendmal den Leib des Herrn berühren, sondern Verdammnis, Pein und Vermehrung der Strafen«.

In diesem Sinn hält der Katechismus der Katholischen Kirche mit Recht fest: »Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist, muß das Sakrament der Buße empfangen, bevor er die Kommunion empfängt«.Ich möchte deshalb bekräftigen, daß in der Kirche die Norm gilt und immer gelten wird, mit der das Konzil von Trient die ernste Mahnung des Apostels Paulus (vgl. 1 Kor 11, 28) konkretisiert hat, indem es bestimmte, daß dem würdigen Empfang der Eucharistie »die Beichte vorausgehen muß, wenn einer sich einer Todsünde bewußt ist«.

37. Die Eucharistie und die Buße sind zwei eng miteinander verbundene Sakramente. Die Eucharistie vergegenwärtigt das Erlösungsopfer des Kreuzes und setzt es auf sakramentale Weise fort. Daraus entspringt eine beständige Forderung zur Umkehr und zu einer persönlichen Antwort auf die Mahnung, die der heilige Paulus an die Christen von Korinth gerichtet hat: »Wir bitten an Christi statt: Laßt euch mit Gott versöhnen!« (2 Kor 5, 20). Für den Christen, auf dessen Gewissen eine schwere Sünde lastet, ist der Weg der Buße durch das Sakrament der Versöhnung verpflichtend, um voll am eucharistischen Opfer teilnehmen zu können.

Es ist offensichtlich, daß das Urteil über den Gnadenstand nur dem Betroffenen zukommt, denn es handelt sich um ein Urteil des Gewissens. Aber in den Fällen, in denen ein äußeres Verhalten in schwerwiegender, offenkundiger und beständiger Weise der moralischen Norm widerspricht, kommt die Kirche nicht umhin, sich in ihrer pastoralen Sorge um die rechte Ordnung der Gemeinschaft und aus Achtung vor dem Sakrament in Pflicht nehmen zu lassen. Auf diesen Zustand offenkundiger moralischer Indisposition verweist die Norm des kirchlichen Gesetzbuches, gemäß der jene nicht zur eucharistischen Kommunion zugelassen werden können, »die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren«.

38. Wie ich bereits in Erinnerung gerufen habe, ist die kirchliche Gemeinschaft auch sichtbar und findet Ausdruck in den Banden, die vom Konzil erwähnt wurden, als es lehrte: »Jene werden der Gemeinschaft der Kirche voll eingegliedert, die, im Besitze des Geistes Christi, ihre ganze Ordnung und alle in ihr eingerichteten Heilsmittel annehmen und in ihrem sichtbaren Verband mit Christus, der sie durch den Papst und die Bischöfe leitet, verbunden sind, und dies durch die Bande des Glaubensbekenntnisses, der Sakramente und der kirchlichen Leitung und Gemeinschaft«.

Die Eucharistie ist die höchste sakramentale Darstellung der Gemeinschaft in der Kirche. Deshalb ist es notwendig, daß sie im Kontext der Unversehrtheit auch der äußeren Bande der Gemeinschaft gefeiert wird. Weil sie in besonderer Weise »die Vollendung des geistlichen Lebens und das Ziel aller Sakramente« ist, müssen die Bande der Gemeinschaft in den Sakramenten wirklich bestehen, besonders in der Taufe und in der Priesterweihe. Es ist nicht möglich, einer Person die Kommunion zu reichen, die nicht getauft ist oder die unverkürzte Glaubenswahrheit über das eucharistische Mysterium zurückweist. Christus ist die Wahrheit und legt Zeugnis ab für die Wahrheit (vgl. Joh 14,6; 18,37); das Sakrament seines Leibes und seines Blutes erlaubt keine Heuchelei.

[…]

40. Die Eucharistie schafft Gemeinschaft und erzieht zur Gemeinschaft. Der heilige Paulus wandte sich an die Gläubigen von Korinth, um ihnen vor Augen zu halten, wie sehr die Spaltungen, die bei den eucharistischen Feiern offenkundig wurden, dem widersprachen, was sie feierten, nämlich das Herrenmahl. Der Apostel hat die Gläubigen deshalb eingeladen, über das wahre Wesen der Eucharistie nachzudenken, um sie zum Geist brüderlicher Gemeinschaft zurückzuführen (vgl. 1 Kor 11, 17-34). Der heilige Augustinus griff diese Forderung mit Nachdruck auf, als er an das Wort des Apostels »Ihr seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm« (1 Kor 12, 27) erinnerte und schrieb: »Wenn ihr der Leib Christi und seine Glieder seid, so ist auf dem Tisch des Herrn das niedergelegt, was euer Geheimnis ist; ja, ihr empfangt das, was euer Geheimnis ist«. Aus dieser Feststellung zog er den Schluß: »Christus, der Herr, […] heiligte an seinem Tisch das Geheimnis unseres Friedens und unserer Einheit. Wer das Geheimnis der Einheit empfängt, aber nicht das Band des Friedens bewahrt, empfängt das Geheimnis nicht zu seinem Nutzen, sondern einen Beweis gegen sich selbst«.

[…]

42. Jeder Gläubige hat die Aufgabe, die kirchliche Gemeinschaft zu bewahren und zu fördern, besonders im sorgsamen Umgang mit der Eucharistie, dem Sakrament der Einheit der Kirche. Noch konkreter fällt diese Aufgabe den Hirten der Kirche zu, die gemäß ihrer eigenen Stellung und ihrem kirchlichen Amt eine besondere Verantwortung haben. Die Kirche hat deshalb Normen erlassen, die den häufigen und fruchtbaren Zutritt der Gläubigen zum Tisch des Herrn fördern und die objektiven Bedingungen festlegen, unter denen von der Spendung der Kommunion abgesehen werden muß. Das sorgfältige Bemühen um die treue Beachtung dieser Bestimmungen ist beredter Ausdruck der Liebe zur Eucharistie und zur Kirche.

[…]

DIE WÜRDE DER EUCHARISTIEFEIER

47. Wer in den synoptischen Evangelien den Bericht über die Einsetzung der Eucharistie liest, bleibt getroffen von der Schlichtheit und auch von der »Feierlichkeit«, mit der Jesus beim Letzten Abendmahl das große Sakrament stiftet. Eine Episode dient in gewissem Sinn als dessen Vorspiel, nämlich die Salbung in Betanien. Eine Frau – nach Johannes ist es Maria, die Schwester des Lazarus – gießt aus einem Gefäß kostbares Öl über Jesu Haupt und provoziert damit unter den Jüngern – besonders bei Judas (vgl. Mt 26, 8; Mk 14, 4; Joh 12, 4) – Unwillen, als ob eine solche Geste angesichts der Bedürfnisse der Armen eine unannehmbare »Verschwendung« wäre. Das Urteil Jesu ist jedoch ganz anders. Ohne die Pflicht zur Liebe gegenüber den Bedürftigen zu vernachlässigen, denen sich die Jünger immer widmen müssen – »Die Armen habt ihr immer bei euch« (Mt 26, 11; Mk 14, 7; vgl. Joh 12, 8) –, blickt er auf das unmittelbar bevorstehende Ereignis seines Todes und seines Begräbnisses. Er würdigt die Salbung als Vorwegnahme jener Ehre, die seinem Leib aufgrund seiner unlösbaren Verbundenheit mit dem Mysterium seiner Person immer, auch nach dem Tod, zukommt.

In den synoptischen Evangelien geht die Erzählung weiter mit dem Auftrag Jesu an die Jünger, den »großen Saal« sorgfältig vorzubereiten, um das Paschamahl essen zu können (vgl. Mk 14, 15; Lk 22, 12). Hierauf folgt der Bericht von der Einsetzung der Eucharistie. Die Erzählung läßt wenigstens teilweise den Rahmen der jüdischen Riten des Paschamahls bis zum Lobgesang des Hallel (vgl. Mt 26, 30; Mk 14, 26) erahnen und enthält in knapper und doch feierlicher Form – in den Varianten der verschiedenen Überlieferungen – die Worte, die Christus über das Brot und den Wein sprach, die er als konkrete Zeichen für seinen geopferten Leib und für sein vergossenes Blut gebrauchte. Die Evangelisten erinnern an all diese Einzelheiten im Licht einer Praxis des »Brotbrechens«, die sich in der Urkirche bereits gefestigt hatte. Aber sicher trägt das Geschehen des Gründonnerstags, ausgehend von der gelebten Geschichte Jesu, sichtbar die Züge einer liturgischen »Sensibilität« an sich, die auf alttestamentlicher Tradition beruhte und für eine Neugestaltung in Übereinstimmung mit dem neuen Inhalt des Pascha in der christlichen Feier offen war.

48. Wie die Frau, die Jesus in Betanien salbte, hat die Kirche keine Angst, »verschwenderisch« zu sein, wenn sie die besten Mittel einsetzt, um ihr anbetendes Staunen über das unermeßliche Geschenk der Eucharistie zum Ausdruck zu bringen. Nicht weniger als die ersten Jünger, die beauftragt waren, den »großen Raum« herzurichten, fühlt sich die Kirche durch die Jahrhunderte und in der Aufeinanderfolge der Kulturen dazu gedrängt, die Eucharistie in einem Rahmen zu feiern, der eines so großen Mysteriums würdig ist. Im Einklang mit den Worten und Handlungen Jesu ist die christliche Liturgie entstanden, die das rituelle Erbe des Judentums weiterentwickelt hat. Und in der Tat: Was könnte genügen, um in angemessener Weise den Empfang der Gabe auszudrücken, die der göttliche Bräutigam unaufhörlich der Kirche, seiner Braut, schenkt, indem er das Opfer, das er ein für allemal am Kreuz dargebracht hat, jeder einzelnen Generation von Gläubigen nahebringt und sich zur Speise für alle Gläubigen macht? Wenn auch der Kontext des »Gastmahls« eine familiäre Atmosphäre nahelegt, so ist die Kirche doch nie der Versuchung erlegen, diese »Vertrautheit« mit ihrem Bräutigam zu banalisieren; niemals hat sie vergessen, daß er auch ihr Herr ist und das »Gastmahl« für immer ein Opfermahl bleibt, das von dem auf Golgota vergossenen Blut gezeichnet ist. Das eucharistische Mahl ist wirklich ein »heiliges« Mahl, in dem in schlichten Zeichen der Abgrund der Heiligkeit Gottes verborgen liegt: »O Sacrum convivium, in quo Christus sumitur!«. Das Brot, das auf unseren Altären gebrochen und uns für unser Pilgersein auf den Straßen dieser Welt dargeboten wird, ist »panis angelorum«, Brot der Engel, dem wir uns nur mit der Demut des Hauptmanns im Evangelium nähern können: »Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach« (Mt 8, 8; Lk 7, 6).

49. In Übereinstimmung mit diesem erhabenen Sinn des Mysteriums versteht man, wie der Glaube der Kirche an das eucharistische Mysterium in der Geschichte nicht nur durch das Verlangen nach einer inneren Haltung der Ehrfurcht zum Ausdruck gekommen ist, sondern auch durch eine Reihe äußerer Ausdrucksformen, welche die Größe des gefeierten Ereignisses herausstellen und unterstreichen wollen. So kam es zu einer Entwicklung, die Schritt für Schritt dazu führte, ein spezielles Regelwerk für die eucharistische Liturgie zu erstellen, unter Achtung der verschiedenen kirchlichen Traditionen, die rechtmäßig entstanden waren. Auf dieser Basis entfaltete sich auch ein reiches künstlerisches Erbe. Dem christlichen Mysterium zugewandt, haben die Architektur, die Bildhauerei, die Malerei und die Musik in der Eucharistie direkt oder indirekt ein Motiv großer Inspiration gefunden.

In der Architektur zum Beispiel gab es, sobald es der geschichtliche Kontext zuließ, den Übergang von den anfänglichen Eucharistiestätten, die sich in den Häusern (»domus«) christlicher Familien befanden, zu den prunkvollen Basiliken der ersten Jahrhunderte, dann zu den imposanten Kathedralen des Mittelalters und schließlich zu den großen oder kleinen Kirchen, die nach und nach die vom Christentum erreichten Länder übersäten. Die Formen der Altäre und der Tabernakel haben sich in den Räumen der liturgischen Hallen fortentwickelt, wobei sie nicht nur den jeweiligen künstlerischen Eingebungen, sondern auch den Vorgaben folgten, die aus einem genauen Verständnis des Mysteriums stammten. Dasselbe kann man über die sakrale Musik sagen, wenn man nur an die herrlichen gregorianischen Melodien oder an die vielen und oft großen Komponisten denkt, die sich von den liturgischen Texten der heiligen Messe herausfordern ließen. Und zeigt sich im Bereich der Geräte und Paramente, die für die Eucharistiefeier verwendet werden, nicht eine gewaltige Anzahl künstlerischer Werke, angefangen bei den Arbeiten guter Handwerker bis hin zu echten Kunstwerken?

Man kann also sagen, daß die Eucharistie, die der Kirche und der Frömmigkeit Form und Gestalt gab, auch die »Kultur« stark geprägt hat, besonders auf dem Gebiet der Ästhetik.

[…]

Ich verspüre deshalb die Pflicht, einen innigen Appell auszusprechen, daß die liturgischen Normen in der Eucharistiefeier mit großer Treue befolgt werden. Sie sind ein konkreter Ausdruck der authentischen Kirchlichkeit der Eucharistie; das ist ihr tiefster Sinn. Die Liturgie ist niemals Privatbesitz von irgend jemandem, weder vom Zelebranten noch von der Gemeinde, in der die Mysterien gefeiert werden. Der Apostel Paulus mußte scharfe Worte an die Gemeinde von Korinth richten wegen der schwerwiegenden Mängel in ihren Eucharistiefeiern, die zu Spaltungen (skísmata) und Fraktionsbildungen (hairéseis) geführt hatten (vgl. 1 Kor 11, 17-34). Auch in unserer Zeit muß der Gehorsam gegenüber den liturgischen Normen wiederentdeckt und als Spiegel und Zeugnis der einen und universalen Kirche, die in jeder Eucharistiefeier gegenwärtig wird, geschätzt werden. Der Priester, der die heilige Messe getreu nach den liturgischen Normen feiert, und die Gemeinde, die sich diesen Normen anpaßt, bekunden schweigend und doch beredt ihre Liebe zur Kirche. Um diesen tiefen Sinn der liturgischen Normen zu bekräftigen, habe ich die zuständigen Dikasterien der Römischen Kurie beauftragt, ein eigenes Dokument – auch mit Hinweisen rechtlicher Natur – zu diesem Thema von so großer Bedeutung vorzubereiten. Niemand darf das Mysterium unterbewerten, das unseren Händen anvertraut wurde: Es ist zu groß, als daß sich irgend jemand erlauben könnte, nach persönlichem Gutdünken damit umzugehen, ohne seinen sakralen Charakter und seine universale Dimension zu achten.

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Geistliche Praxis der eucharistischen Anbetung – Mutter Julienne du Rosaire

Der Nachmittag wird mir unvergesslich bleiben, als ich in der Stiftskirche Heiligenkreuz das kleine Büchlein „Anbetung – Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm“ von Mutter Julienne du Rosaire (Miriam-Verlag, 2009) entdeckte. Kurz davor hatte ich begonnen, mich mehr mit dem Themen Barmherzigkeit und Anbetung zu beschäftigen, und da kam das Geschenk in Form von Texten der kanadischen Schwester und Ordensgründerin. Das Büchlein ist mir sehr ans Herz gewachsen, und ich wünsche mir sehr, dass möglichst viele Menschen diesen Geist der Liebe, den Julienne du Rosaire gefunden und gelebt hat, weitertragen werden!

Dem Miriam-Verlag bin ich für die Abklärung der Urheberrechte (s. Quellenangabe am Ende jeder Seite) und die ausdrückliche Erlaubnis, große Teile des Textes  abdrucken zu dürfen, zu besonderem Dank verpflichtet!

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Anbetung (Teil 1) – Feuerflammen, die nicht verlöschen werden

Anbetung (Teil 2) – Christus als vollendeter Anbeter des Vaters

Anbetung (Teil 3) – Zu Füßen der Hostie, im Einklang mit Jesus

Anbetung (Teil 4) – Mit Christus den Vater anbeten, ein Leben lang

Anbetung (Teil 5) – Spontanes Herzensgebet von Mutter Julienne du Rosaire

Anbetung (Teil 6) – Maria, Vorbild und Mutter der Anbeter

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Quelle: Mutter Julienne du Rosaire, „Anbetung – Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm“ erhältlich beim Miriam-Verlag, D-79798 Jestetten, www.miriam-verlag.de (s.unter Gebetbücher).
Übersetzung aus „L’Adoration“. Les Editions du Cénacle. Les Dominicaines Missionnaires Adoratrices; 131 Rue des Dominicaines, Québec, Canada G1E 658, Approbation ecclésiastique le 12 mai 2008. http://op-dma.com .

Das kleine Büchlein kann ich von Herzen empfehlen, es ist schnell bei der Hand und sehr übersichtlich und liebevoll gestaltet!

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Ein Gedanke zu “Eucharistische Anbetung

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