Anbetung Teil 2 – J.d.Rosaire

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II. Christus ist der Anbeter des Vaters

Jeder Mensch ist zur Anbetung bestimmt

Die Anbetung liegt in der Natur eines jedes Menschen: Jeder Mensch, jedes menschliche Wesen ist ein Anbeter, er muss sich dessen bewusst sein, dass er als Geschöpf ein von Gott abhängiges Wesen ist; er muss vor Gott seine Nichtigkeit eingestehen und das Leben, das er jeden Augenblick empfängt, in einer Art Ekstase von der Allmacht Gottes annehmen : Das ist Anbetung.

Jeder Mensch also muss anbeten, das ist seine ureigenste Aufgabe, und in Erfüllung dieser Aufgabe verwirklicht er sich – und die menschliche Person entfaltet sich.

Gott hat den Menschen dazu erschaffen, der Schöpfung ein Vorsänger zu sein, damit er allen Lobpreis sammle und ihm darbringe, auch den unbewussten Lobpreis, den jedes Geschöpf Gott entgegenbringt, indem es sich Seinen Gesetzen unterwirft und Seine Größe, Seine Schönheit und Seine Macht ausstrahlt. Jedes Geschöpf verherrlicht Gott, doch der Mensch allein, dank seiner Fähigkeit zu erkennen, also auf Grund seines Verstandes, kann Gott einen Lobpreis der Anbetung singen.

Jeder Mensch ist daher im Denken und in den Händen Gottes ein Lobgesang der Anbetung. Doch nicht alle Menschen bringen Gott diese Verehrung entgegen, um in ihrem persönlichen Leben Vorsänger der Schöpfung zu sein. Seltener denn je begegnet Gott in Seinen menschlichen Geschöpfen Vorsängern der Schöpfung. Der Sinn für die Anbetung schwindet im Geist und im Herzen des Menschen, so Mutter Julienne du Rosaire. Lassen wir nun wieder die Anbetung in den Herzen der Menschen aufleben, beleben wir im Geiste der Menschen wieder neu die Ekstase gegenüber Gott angesichts Seiner Macht und Seiner Güte, sowie die Ergebenheit des Geschöpfes vor dem Schöpfer!

Christus ist der Anbeter im Geist und in der Wahrheit

Der Mensch als Vorsänger der Schöpfung muss Gottes Ehre besingen; doch bei einem einzigen Menschen ist dieser Gesang unendlich und der göttlichen Majestät angemessen, dieser ist der Gottmensch, Jesus Christus. Durch ihn, mit ihm und in ihm ist Anbetung im Geist und in der Wahrheit; in ihm ist die Anbetung wahr, weil sie eine Antwort [ohne Sünde und voll Liebe] auf die Unendlichkeit Gottes ist.

Christus ist das Heiligtum, der lebendige Tempel der Anbetung, weil der Angebetete und der Anbeter sich in seiner Person begegnen; die beiden Naturen, die göttliche und die menschliche, vereinigen sich in ihm, ohne sich zu vermischen. Die Anbetung Christi [die christliche Anbetung] ist die Anbetung der Kirche. Soist die universale Kirche Anbeterin, der mystische Leib ist der Anbeter.

Obwohl die ganze Menschheit Anbeterin ist, weil alle Menschen in ihrem tiefsten Wesen das Bedürfnis haben, Gott anzubeten, und obwohl viele ihn als den höchsten Meister erkennen, sind doch nicht alle Anbeter im Geist und in der Wahrheit. Nur die im christlichen Glauben Liebenden sind Anbeter im Geist und in der Wahrheit, denn sie beten Gott an durch Christus, den Gottmenschen.

III. Das heilige Messopfer ist der Anbetungsakt

Der Tod Christi ist ein Opfer der Anbetung

Christus ist auf die Erde gekommen, um uns zu erlösen, und unser Heil liegt in der Anbetung. Wir sind erlöst durch das kostbare Blut Christi, durch Seinen Tod. Was ist der Tod Christi? Er ist ein Opfer der Anbetung, ein Opfer des Lobpreises für Gott, Seinen Vater, und für die Dreifaltigkeit.

Die Anbetung [vor dem Allerheiligsten Sakrament], die während vieler Jahre in meinem Leben vorherrschte, wird plötzlich erneuert durch diesen Höhepunkt der Anbetung im heiligen Messopfer. Der eucharistische Christus ist der Christus, der sich hinopfert, ja hingibt; es ist Christus als Hostie der Anbetung und des Lobpreises. Anbeter im Geist und in der Wahrheit zu sein bedeutet, sich mit Christus zum Opfer darzubringen, sich mit ihm der anbetungswürdigen Dreifaltigkeit zu schenken, um ihr die Ehre zu geben.

Die Liebesgeste des Letzten Abendmahles

Die Liebesgeste des Abendmahles, die sich auf dem Altar im Augenblick der Wandlung verewigt, ist der Akt der Anbetung schlechthin. Durch diese Geste gibt Jesus uns den leuchtendsten Beweis seiner Liebe, ja er lädt uns in sein Herz ein, um uns von seinen Gefühlen durchdringen zu lassen, um so aus uns — in ihm — solche Anbeter im Geist und in der Wahrheit zu machen, wie sein Vater sie sucht. Wenn er sich in der Messe zum Opfer darbringt, verbindet er sich mit allen Gliedern seines mystischen Leibes, damit sie mit ihm und durch ihn anbeten.

Die ganze Kirche betet im Geist und in der Wahrheit an, besonders während des heiligen Messopfers: Die ganze Kirche bringt dieses Opfer dar, das uns Christus am Gründonnerstag geschenkt hat und das er auf dem Altar verewigt.

Während der Messe versammelt uns Jesus in sich, um uns mit seiner Anbetung zu vereinen. Wir müssen uns vor allem während des heiligen Messopfers mit Christus, dem Priester und Opfer, vereinigen, der sich der Heiligen Dreifaltigkeit in der Hostie des Lobpreises, der Anbetung und der Danksagung hinschenkt. Indem er sich auf dem Altar zum Opfer darbringt, will er alle Glieder seines mystischen Leibes mit sich vereinigen, damit sie mit ihm und durch ihn anbeten, lobpreisen, sühnen und dem Vater Dank sagen. Er vereinigt in sich die ganze Kirche, er ist gegenwärtig und lädt uns ein, mit ihm zu beten. All dies vollzieht sich dann in uns durch die Kommunion. Durch diese Speise sucht er unser Herz, den lebendigen Altar, den er durch seine Gegenwart reinigt.

Indem er seinen Akt der höchsten Liebe fortbestehen lässt, dadurch, dass er sich uns in der Kommunion hinschenkt, will er uns an den Früchten Seiner Passion teilhaben lassen. Er trachtet aber auch danach, uns eins werden zu lassen mit Seinem Leben der Anbetung und des Lobpreises zur Ehre der Heiligen Dreifaltigkeit.

In diesem so kostbaren Augenblick unserer Danksagung vermittelt uns Christus seine Gefühle; er kommt in jede Seele, damit wir mit ihm und in ihm auf ganz innige Weise den Ruhm Seines Vaters besingen. Das ist der wichtige Augenblick unseres Lebens — je nach unserer Aufnahmefähigkeit und unserer Hingabe schenkt dieser uns — und wir empfangen dabei — alle Auswirkungen seiner Menschwerdung und seiner Erlösung.

Er kommt in unsere Seele zur Ehre des Vaters, zum Ruhm der Heiligen Dreifaltigkeit. Unsäglich kostbare Minuten, in denen er dort, im Heiligtum meiner Seele, dem Vater in meinem Namen seine Liebe, seine Anbetung und seinen Lobgesang darbringt. Im Augenblick der Kommunion und meiner Danksagung ist mein Herz ein himmlisches Heiligtum, in dem Jesus, der vollkommene Anbeter und Verherrlicher des Vaters, in meinem Namen die drei göttlichen Personen unaufhörlich lobpreist und auf ehrwürdige Weise verherrlicht. Wenn er zuvor auf dem Altar im Namen seiner Kirche seinen Vater und die ganze Dreifaltigkeit lobpreist, so tut er dies nun in diesem Moment im Namen eines jeden, der die Kommunion empfängt.

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zu Teil 3 der eucharistischen Anbetung

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Quelle: Mutter Julienne du Rosaire, „Anbetung – Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm“ erhältlich beim Miriam-Verlag, D-79798 Jestetten, www.miriam-verlag.de (s.unter Gebetbücher).
Übersetzung aus „L’Adoration“. Les Editions du Cénacle. Les Dominicaines Missionnaires Adoratrices; 131 Rue des Dominicaines, Québec, Canada G1E 658, Approbation ecclésiastique le 12 mai 2008. http://op-dma.com .

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