Anbetung Teil 4 – J.d.Rosaire

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V. Lebenslang Anbeter sein

Bringen wir alles dar im Geiste der Anbetung

Das Leben Christi, die Hingabe Christi ist ein Opfer der Anbetung seines Vaters. Um in seinen Akt der Liebe einzutreten, lasst uns alles mit lhm im Geist der Anbetung darbringen, in seinem Herzen. Was immer wir auch tun — wie sollen wir es tun? In einem Geist des Opfers und der Anbetung.

Seien wir Anbeter, Anbeterinnen, nicht nur auf dem Betstuhl [in Gegenwart des Allerheiligsten Sakramentes], sondern auch in unserer Arbeit. Wo immer wir uns befinden, was immer wir tun, wir sollen daraus ein Opfer der Anbetung machen, wir sollen Anbeter, Anbeterinnen sein.

Es genügt ein ganz einfaches Gebet am Morgen, zu Beginn unseres neuen Tages:

„Herr Jesus, in deinem Herzen und durch dein Herz möchte ich diesen Tag im Geist der Anbetung verbringen.“

Es ist gut, unsere Absicht zu gewissen Tageszeiten zu wiederholen:

„Vater, ich opfere dir [was mich bewegt, quält, beflügelt…] mit Jesus im Geist der Anbetung.“

Unser Herz – Tempel der Anbetung

Unser Herz ist ein Tempel der Anbetung: In unserem Herzen besitzen wir durch die Gnade den vollkommenen Anbeter. Er betet sakramental an: durch das Sakrament, durch das wahrnehmbare Zeichen der Hostie, zieht Er unsere Aufmerksamkeit an, betet Er an. – Besitzen wir nicht in unserem Herzen dieses große Mysterium der Anbetung? Ich bin davon ergriffen!

Der Name Jesus hatte mich schon seit einiger Zeit beeindruckt. Vor kurzem beeindruckte mich dieser Name noch mehr. Ich begann, ihn in meinem Herzen zu singen, ihn immer wieder auszusprechen, und jetzt ist es, wie wenn er ganz von selbst über meine Lippen kommt.

Es ist, wie wenn Jesus mir sagen wurde:

,,Der Heilige Geist lässt dich den Namen Jesus, Meinen Namen, hauchen. Aber da gibt es noch etwas anderes: Ich bin immer mit Meinem Vater verbunden, und deshalb bete Ich Ihn immer in dir an. Jedes Mal, wenn der Name Jesus in dir durch den Heiligen Geist gehaucht wird, bete Ich Meinen Vater an: Ich bin der Anbeter und Ich mache dich zur Anbeterin in Mir, im Heiligtum deines Herzens, in deinem ganz persönlichen Leben. Dies ist eine sehr intime Anbetung, in der Ich dein ganzes Leben nehme, in der Ich deine ganze Nichtigkeit vor meinen Vater trage, im Hauch der Liebe.

Und es ist die Weiterführung deiner Aufgabe, wenn du stellvertretend für die Gemeinschaft* [in der Gegenwart des Allerheiligsten Sakramentes] kniest und anbetest.“

Schließlich: Je mehr wir uns von Christus in Seine Anbetung während der heiligen Messe hineinnehmen lassen, je mehr wir uns mitreißen lassen, wenn wir uns in der Anbetung vor dem Allerheiligsten Sakrament befinden, desto mehr macht Er uns zu Anbetern, Anbeterinnen im Geist und in der Wahrheit.

Lassen wir uns oft während unseres Tagewerkes darauf ein, den Namen Jesus zu flüstern, innerlich zu sprechen und lobzupreisen…

Anbeter im besondern Sinne…

Einige Getaufte sind Anbeter im besondern Sinne, da sie sich mit dem Opfer Christi vereinen. Jeder Getaufte, der sich im Stand der Gnade befindet, betet in Christus an. Aber in diesem großen Konzert der Lobpreisungen, das der eucharistische Christus dem Vater und der Dreifaltigkeit darbringt, gibt es jene, die ganz persönliche Akte der Anbetung vollbringen. Es gibt jene, die in besonderer Weise Anbeter sind, weil sie in bestimmten Momenten innehalten, um sich mit dem Opfer Christi zu vereinen; sie vereinigen sich damit auf ganz besondere Weise im Augenblick der Eucharistiefeier.

…vereinigen sich im Lobgesang der Anbetung

Diese Menschen vollbringen Akte der Anbetung im Geist und in der Wahrheit gemeinsam mit Christus, der sich zum Opfer darbringt, der Sein Opfer von Golgota verewigt. Diejenigen, die sich angewöhnt haben, dies zu tun, die sich der mehr oder weniger schweren Augenblicke oder sogar der glücklichen Momente ihres Lebens bedienen, um sich mit dem sich hinopfernden Christus zu vereinigen, diese [Menschen] werden zu einem Lobgesang der Anbetung, weil sie aus ihrem Leben ein Opfer der Anbetung und des Lobpreises [gemeinsam] mit Christus machen.

Schenken wir uns Gott in Liebe – im Rhythmus der Begebenheiten

Wie sollen wir in der Wirklichkeit unseres Lebens anbeten, wie können wir Anbeter, Anbeterinnen in der Wahrheit sein? Indem wir uns im wahrsten Sinn des Wortes verschenken, im Rhythmus des Alltäglichen, ohne eine Auswahl zu treffen; indem wir die Umstände, die Ereignisse, die verstreichenden Minuten mit ihrem Inhalt nutzen und versuchen, sie so fruchtbar wie möglich werden zu lassen. Das bedeutet es, in der Wirklichkeit des Lebens Anbeter in der Wahrheit zu sein.

Geben wir uns im Laufe unserer Tage, im Rhythmus der Minuten, entsprechend der Ereignisse in einen Akt der Anbetung hinein, in einen Akt der Liebe, in das Herz dessen, der sich ununterbrochen in der Hostie Seinem Vater darbringt, sich auf dem Altar hingibt, um immerfort die Ehre des Vaters zu besingen. Der sich hingibt, um uns und die ganze Kirche in diesem geheimnisvollen, wunderbaren Lobgesang mitzunehmen, der unser ewiges Glück sein wird. Dort [in der Herrlichkeit] werden wir den Ruhm Gottes besingen.

Nehmen wir den Willen Gottes an

Unsere Speise soll die Speise Christi sein: ,,Meine Speise ist es, den Willen Meines Vaters zu tun“ (vgl. Joh 4,34). Nicht das Edle dessen, was man dem Herrn schenkt, zählt, sondern die Liebe.

Anbeter, Anbeterin zu sein bedeutet, sein Ich in Liebe zur Ehre Gottes hinzuschenken, auf den Anruf Gottes zu antworten ,,Dein Wille, Herr!“ Es ist das, was Christus getan hat: ,,Nicht Mein Wille, Vater, sondern Dein Wille geschehe“ (vgl. Lk 22,42); Dein Wille geschehe, ausgedrückt durch…

Nicht immer stammt die innere Neigung vom Heiligen Geist, man muss gut aufpassen. Es sind vielmehr die Umstände, die Gebote Gottes, das, was die Kirche von uns verlangt – all diese äußeren Anrufe zeigen uns häufig, was Gott von uns möchte.

Lasst uns in jedem Augenblick zu einem ,,Ja“ zum Herrn werden, damit es Christus möglich ist, in all unserem Tun, in allen unseren Vorhaben und in allem, was wir sagen, Seinen Lobgesang der Anbetung und der Danksagung zu singen. Diesen Lobgesang lässt Er ununterbrochen auf dem Altar erklingen; Er will ihn in, und mit, und durch alle Glieder seines mystischen Leibes singen. Lasst uns Anbeter sein in der Gegenwart des Allerheiligsten Sakramentes!

Betrachten wir in allen Lebenslagen das Mysterium der Transzendenz Gottes

Wenn wir Anbeter und Anbeterinnen sein wollen, dann lasst es uns nicht nur in der Kirche [in Gegenwart des Allerheiligsten Sakramentes] sein. Nicht nur im Tempel sollen wir Anbeter sein, sondern wir sind es am häufigsten – in unserem täglichen Leben:

Wenn wir, ungeachtet der Umstände, in der Transzendenz Gottes verharren und dieses Mysterium in unserem Inneren, bei anderen und in der Welt oder durch die Ereignisse betrachten: das Mysterium Seiner Weisheit, das Mysterium Seiner Güte, das Mysterium Seiner Macht. Wenn wir diese Mysterien betrachten und uns in Gottes Gegenwart der eigenen Nichtigkeit bewusst werden, sind wir Anbeter und Anbeterinnen, und vielleicht werden wir so die meisten Anbeter für den Vater gewinnen.

Vielleicht gewinnen wir im Alltag gerade unter diesen Umständen die meisten Anbeter für den Vater – ohne dass dies erkennbar wäre -, wenn wir in unserem lnneren in der Anschauung und in der Anbetung Gottes bleiben, in der Hinwendung zu dem sich hinschenkenden, sich zum Opfer darbringenden Christus, in der Hinwendung zum Antlitz des Vaters mitten unter uns und in der Hinwendung zum väterlichen Herzen, das uns Seine Liebe bezeugt.

Christus will Seine Anbetung durch unser ganzes Wesen in die Welt hinaus rufen

So lasst uns nur den einen Durst, nur den einen Hunger haben: Gott zu rühmen, Seinen Lobpreis zu singen, denn Christus, von dessen Leib ich ein Teil bin, von dem ich ein Glied bin und in dessen Herz ich leben darf, ist der Anbeter, der wahre persönliche Lobpreis Gottes. Und Er will Seine Anbetung in die Welt hinaus rufen durch meine Lippen, durch meine Hände, durch meine Augen, durch mein ganzes Wesen. Er will, dass die Welt ausruft, dass die Welt, das ganze Universum, den Ruhm Seines Vaters und der Dreifaltigkeit besingt.

Die Kirche braucht Anbeter, unsere Welt braucht die Anbetung. Versuchen wir, dieses Leben der Anbetung dergestalt zu leben, es in der Tiefe zu leben, dass wir bis ins Mark und bis an die Außenhülle unseres Wesens davon durchdrungen sind, damit die Anbetung ausstrahle und wir so unzählige Anbeter im Geist und in der Wahrheit zu Christus ziehen — für Seinen Vater.

*siehe auch Sühne leisten in „Sühne – heute aktuell“, P. Karl Wallner OCist, 1998

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Quelle: Mutter Julienne du Rosaire, „Anbetung – Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm“ erhältlich beim Miriam-Verlag, D-79798 Jestetten, www.miriam-verlag.de (s.unter Gebetbücher).
Übersetzung aus „L’Adoration“. Les Editions du Cénacle. Les Dominicaines Missionnaires Adoratrices; 131 Rue des Dominicaines, Québec, Canada G1E 658, Approbation ecclésiastique le 12 mai 2008. http://op-dma.com .

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