Einstieg in das Beten

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zu Beten (Dialog mit Gott)

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Wenn man länger nicht gebetet hat, ist es vielleicht gar nicht so einfach, einen Anfang zu setzen… hier findest du einen Link zu Gebeten, die dir Möglichkeiten für den Einstieg zeigen. Jetzt aber zu zwei Texten, die über das Beten sprechen und dir Ratgeber sein können. Der erste Text ist katholischen Ursprungs, der zweite von einem evangelischen Geistlichen – ein kleines Zeichen, dass jeder von uns das Gebet sucht, egal welches Bekenntnis er/sie hat…

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Warum beten?

Ein Mensch öffnet sich Gott, wenn er betet. Ein Mensch öffnet sich einem anderen Menschen, wenn er mit ihm redet.

Ein Mensch öffnet sich Gott, indem er ihm Zeit und Gedanken schenkt: Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott.

Wer betet, ehrt Gott. Gott will, dass wir zu ihm reden.

Was können wir ihm sagen?

Vor allem unsern Dank, unser Lob und unsere Freude, die darin ihren Grund haben, dass Gott da ist, für uns und für alle Welt. Die ersten Sätze des Vaterunsers führen uns zu Anbetung, Lob und Dank: Wir dürfen Gott unsern Vater nennen, unser Leben durch sein Wort bestimmen lassen, das Kommen seines Reiches mit Freuden erwarten und uns seinem Willen anvertrauen.

Aber wir dürfen Gott auch bitten: um das tägliche Brot, um Bewahrung und Hilfe, um Vergebung, für uns und für andere Menschen. Wir dürfen ihm unser Leid klagen, vor ihm aus sprechen, was uns bewegt. Wer betet, öffnet sich Gott: da darf auch das Persönlichste gesagt werden. Auch andächtiges Schweigen und Nachdenken vor Gott können Formen des Betens sein oder zu ihm führen.

Viele Menschen erfahren es als großes Geschenk, dass sie beten können. Anderen fällt es schwer zu beten, weil sie vom Gebet wenig erwarten.

Was kann das Gebet bewirken?

Darauf gibt es fast so viele Antworten, wie es Betende und Gebete gibt… Sagen wir zunächst: Eine eigene Antwort auf diese Frage erfährt, wer sich auf das Gebet einlässt und sich darin übt. Im Gebet bringen wir unser Leben vor Gott: Oft erfahren wir dabei, daß der Druck des Alltags und die Last der Sorgen von uns abfallen; unsere Seele schöpft Atem.

Im Gebet dürfen wir uns auf Jesus berufen und uns an ihn wenden. Das Vertrauen Jesu darauf, dass Gott ihn hört, ist unser großes Vorbild. Wenn wir beten, nehmen wir am Gottvertrauen des Menschensohnes teil: Mag unser eigener Glaube schwach, unser Gebet verkümmert sein, Gott hört uns! Was aus unserem Beten zum Schöpfer entsteht, ist Gnade: „Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen“ (Dietrich Bonhoeffer).

Wie werden wir mit dem Beten vertraut?

Feste Zeiten im Tagesablauf ermöglichen es, zur Ruhe zu kommen und mit dem Beten vertrauter zu werden. Dafür bieten sich Morgen und Abend, aber auch unsere Mahlzeiten an. Zeiten der Stille, verbunden mit Lesen der Bibel und dem Gebet, führen zu einer inneren Ruhe, die unser Leben prägt und trägt. Unser Beten wird reicher, wenn wir auf das gelesene oder gehörte Gotteswort antworten, oder unser Leben unter einem Bibelwort neu überdenken. Wenn dies zusammen mit anderen geschieht, kann ein solcher Gebetskreis unser Beten ermutigen und vertiefen. Die größte Gebetsgemeinschaft sind die Gottesdienste der weltweiten Kirche: Das Gebet des einzelnen wird umschlossen vom Gebet der Kirchen, das, getragen vom Geist Gottes, durch alle Zeiten und rund um den Erdball geht. Es ist Gottes Geist, der alle Beter verbindet und auch eintritt für die, die nicht beten können.

Welche Hilfen gibt es für unser Beten?

Wir dürfen mit eigenen Worten beten. Wenn uns aber die Worte fehlen, so kommen uns Gebete zu Hilfe, die schon andere gesprochen haben. Dazu gehören die Psalmen, die auch Jesus gebetet hat. Viele Lieder aus Gesangbüchern (Gotteslob, …) sind Gebete, in die wir einstimmen können. Eine Hilfe beim Beten ist es, die Hände zu falten, in Ruhe zu sitzen, vielleicht auch zu knien. Sich bei den Worten „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ mit dem Kreuz zu bezeichnen, ist ein Ritus, der uns stärkt, und unser Bekenntnis sichtbar macht. Für das Zwiegespräch mit Gott hilft ein stiller Raum, wo wir ungestört sind, um den Weg zu unserem Schöpfer und Erlöser zu finden.

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Wie kann ich beten?

Seit Menschen über die Erde gehen, beten sie. Christen, Juden, Muslime. Das Gebet verbindet Gläubige vieler Religionen weltweit. Man könnte sagen: Beten ist eine Ursprache der Menschheit, tief verankert in der Seele.

Das Gebet muss ich nicht lernen. Beten ist einfach. Ich unterbreche für einen Moment meine tägliche Arbeit und schließe die Augen. Vielleicht „werfe ich meine Hoffnungen zum Himmel“. Oder ich gehe durch eine Landschaft, die mich berührt. Werde still. Bin erfüllt.

Manchmal fasse ich in Worte, was mich bewegt. Dann ist Beten wie ein Alphabet, das mir ins Herz geschrieben ist. Ich kann zu Gott reden wie zu einem guten Freund. Bei ihm kann ich alles abladen, was ich mich sonst nicht zu sagen traue.

Ich schicke ein Stoßgebet zum Himmel, wenn mir alles über den Kopf wächst: Gott, hilf mir! Im Krankenhaus bete ich um Kraft oder klage an: Warum, Gott? Wenn ich vom Unglück anderer berührt werde, bete ich für sie: Gott, steh den Menschen bei. Und manchmal sage ich auch einfach nur: Danke, Gott, für diesen schönen Tag!

Wer hört meine Worte?

Wir leben im 21. Jahrhundert. Wir haben die Erde durchmessen und erforscht. Wir haben modernste Techniken entwickelt, die uns in den Weltraum bringen. In Sekundenschnelle schicken wir Bilder und Nachrichten um den Globus.

Doch wer weiß, ob da wirklich jemanden mein Gebet hört?

Wir können nicht beweisen, dass es Gott gibt. Wir können nur an ihn glauben.
Und das Gebet funktioniert auch nicht wie ein Bestellzettel. Was Gott aus meinen Hoffnungen macht, ist seine Sache.

Ich kann nur darauf hoffen, dass Gott mir Antworten gibt. Beten heißt auch hören. Und viele Menschen erleben: Beten entlastet. Es wirkt befreiend. Ich habe mir etwas „von der Seele“ geredet.

Wie kann ich mein Gebet beginnen?

Jesus hat gesagt, wir können Gott ganz persönlich ansprechen, auch wenn wir ihn nicht sehen. Einmal sagt er zu seinen Jüngern: „Wenn ihr betet, dann sprecht: Vater unser…“

Das ist das berühmteste Gebet der Christenheit. Jeder Christ, jede Christin kennt diese Worte auswendig. Seit 2000 Jahren verbindet das Vaterunser die Christen überall auf der Welt.

Eigentlich könnten wir heute sagen: „Unser Papa“. Denn genau das hat Jesus gemeint. Jesus spricht Gott mit „Abba“ an. In seiner Muttersprache, dem Aramäischen, entspricht das dem deutschen „Papa“. Für viele Menschen eines ihrer ersten Worte.

Wir können mit Gott so vertrauensvoll reden wie ein Kind mit dem Vater oder der Mutter. Die Sprache des Gebets ist vertraute Kindheitssprache. Wir dürfen Gott alles sagen, was uns auf der Seele liegt.

(Pastor Jan von Lingen)

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Siehe auf unserer nächsten Seite praktische Beispiele –

diese Gebete >>> bitte einfach ausprobieren!

Gott sei mit Dir!

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