beten ist bunt

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Das Beten, mit dem Du, und mehr noch, Jesus Christus, in Freude und Liebe leben kann, will erst gefunden werden. Das geht nicht immer von heute auf morgen. Lassen wir die spontanen Gebete, ein schneller Blick hinauf, ein kurzes aber liebevolles Danke für etwas Gutes, dass uns gerade widerfahren ist, einmal auf der Seite. Das ist wichtig, und dem ist auch nichts hinzuzufügen – wenn wir vom Jesusgebet absehen, dass hier dargestellt ist.

Wenn wir aber einen Schritt weiter gehen, unsere konkreten Sorgen oder das Leid anderer betreffend, dann sieht es doch anders aus. Für manche von uns jedenfalls. Dann ist es nicht mehr ganz so einfach. Wo plappere ich nur vor mich hin, oder wo ringe ich solange um Worte, bis gar nichts mehr herauskommt…

Diese Seite möchte zeigen, wie unterschiedlich, wie fröhlich, wie anarchisch, wie traurig, wie tief, wie schönwie bunt das Beten zu unserem einen, allmächtigen und liebenden Gott sich ausdrücken kann. Letztlich finden wir es alle für uns selbst – vor allem aber im Hören und Spüren auf Jesus Christus hin – heraus, und können von den folgenden Beispielen vielleicht etwas Tröstendes oder Anregendes Mitnehmen.

Die folgenden Beispiele und Gedanken werden in in unregelmäßigen Abständen ergänzt – und vor allem ist auch der Wunsch da, dass Gebetserfahrungen von Euch dazukommen. Füllt die Kommtarbox, bis sie übergeht, Jesus und alle Leser sollen Freude haben mit euren reichen Erfahrungschätzen!

Die ersten beiden Texte könnten unterschiedlicher gar nicht sein, zunächst eine Gebetserfahrung von Frau Punk, die uns geradezu überflutet mit Freude, Gewißheit und Sendung, und dann ein Gebet, dass im Rahmen von Exerzitien als Vorbereitung auf das betrachtende Gebet entstanden ist… fffhhhhh, was für eine Spannweite…. und freuen wir uns auf das, was noch kommt!!

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Es folgt eine Auszug aus dem Blog von Jesus Punk, der sich mit einer besonders bekannten Bibestelle beschäftigt,  <<< Bittet, und ihr werdet erhalten. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden.“ Matthäus 7, 7 >>> und Frau Punk schreibt:

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Hey, was ich Dir damit sagen möchte:

Mach Dich von Gott extrem abhängig, erst dann kann und wird er Dich ganz stark benutzten! Gott belohnt die, die nach ihm suchen und ihn bitten – immer und immer wieder.

Ich meine nicht, dass Du Dich einem religiösen Zwang unterwerfen musst und Gott mit der Peitsche hinter Dir steht – never.

Ich meine eine Abhängigkeit im Sinne von: „Hey Gott ich bin ohne dich nichts, ich bin verzweifelt…. ich brauche dich!“

Das hat nichts mit Gewalt Gottes Dir gegenüber zu tun, sondern einzig und allein mit Gnade und Liebe!!

Als ich kurz nachdem ich von allen Drogen und Alk weg war, krank wurde, einen Tumor im Kopf, da war ich sehr wütend auf Gott! Wie bitte sollte ich Menschen von ihm erzählen, wenn ich ständig nur Schmerzen habe und Arzttermine auf der Liste stehen??

Ich frage immer und immer wieder:

„Gott warum ich? Gott warum muss ich jetzt nach der scheiß Sucht wieder krank werden?

Lange kam nichts, doch ich fragte immer und immer wieder. Und weisst Du was er irgendwann zu mir sagte? Ich hörte es beinah akustisch, als stände er neben mir. Er sagte:

„Mandy, ich will dass Du lernst mir zu vertrauen.
Verbringe Zeit mit mir, du triffst im Krankenhaus genügend Menschen – erzähle ihnen von mir, zeige durch dein Verhalten das ich existiere.
Aber das Wichtigste ist – verbringe viel Zeit mit mir – lerne mich kennen!“

Ahaaaa…. ich merkte, dass gerade wenn ich gegen Gottes Tür so wild wie möglich hämmerte passierten die krassesten Dinge in meinem Leben!

Wenn Du das liest… lass dir sagen… Gott liebt dich und er möchte das Du mit ihm zusammen bist, dass du IHM alles sagst. Du musst nicht heilig sein, lass raus was in dir ist.
Brülle, schreie, hämmere wie wild gegen seine Tür, meinetwegen trete sie ein….. Er hat nen XXL Vorrat an Türen. Und er weiß doch sowieso was Du denkst.
Bleib in ständigen Kontakt mit dem Chef….. Du kannst es auch lassen, er liebt Dich trotzdem!

Aber weißte, Du verpasst echt ne ganze Menge im Leben…. warte nicht bis Du 80 bist….. beten ist nicht out, beten ist geil!!!

Durch Gebet begibst Du dich in ein absolutes Abenteuer, weil immer wieder krasse Sachen passieren werden!

Probier es aus, biste dabei?

Gruß und Segen und scheiß drauf, was andere davon halten! DU bist hier gefragt ;-)

Die Frau Punk

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Den ganzen Artikel von >>>  Frau Punk findest Du hier!

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Vor etwa einem Jahr, auf meinen ersten Exerzitien, hatte ich viel Zeit, auf den Herrn zu hören, und auch mit ihm zu sprechen. Es gab Höhen, auch Tiefen, aber vor allem hat es gefunkt! Gott hat mich zuerst geliebt, und jetzt sollte auch ich etwas tun. Er ist sehr stark, ich bin sehr schwach, aber er hatte immer schon eine Schwäche …für die Schwachen.

In meinen Gebeten hat Er mir unwahrscheinlich viel Ruhe und Frieden geschenkt. Aber mein Gott hat mich auch ermahnt, viel mehr von mir zu erzählen, noch mehr Fragen zu stellen, zu bitten, und nicht zuletzt zu danken.

Gott spricht mit mir – das hat er mir ganz persönlich auf spannende, zögernde, liebende, schweigende, mahnende, zärtliche, aber immer auf unwiderstehliche Weise bestätigt. Wobei ich lernen durfte, dass ein Gespräch mit Gott ein  vorbereitendes Gebet verträgt und auf heiligem Boden stattfindet.

Ich soll suchen und neugierig sein, vor dem Dornbusch bin ich angehalten meine Schuhe auszuziehen und mit allen Sinnen zu erspüren, was Gott von mir will. Meine Fragen und Bitten sind zu jeder Zeit willkommen, aber am Ende heißt es: Herr, mir geschehe Dein Wille.

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In diesen 8 Tagen ist mir folgendes Gebet geschenkt worden:

Mein Herr und Gott, ich bitte Dich,
gewähre mir hier und heute die Gnade,
dass mein Verweilen und Betrachten dazu führt,
Dir zu danken, Dich zu ehren,
und Dich, meinen Gott, an mir teilhaben zu lassen.

Herr, Du allein weißt, wie mein Leben gelingen kann;
lass mich meine Schritte in Freiheit und Gehorsam dorthin setzen,
wo Dein Wille und mein täglicher Weg eins werden.

Herr, hilf mir alles loszulassen,
was mich davon abhält, Dir zu begegnen
und mich von Deinem Geist leiten zu lassen.

Nicht nur Freude und Trost,
sondern Dich, meinen Schöpfer, will ich suchen.
Mein Herr und Gott,
öffne mich jetzt,
dass ich alle meine Sinne auf Dich ausrichte,
damit ich höre, sehe, schmecke und empfinde,
was Du mir heute sagen willst.
Amen.

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Den Abschlussbericht meiner Exerzitien >>> findest du hier.

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9 Gedanken zu “beten ist bunt

  1. Wozu beten?
    Ich dachte, ihr Christen glaubt an einen ALLwissenden Gott, der außerhalb von Zeit existiert? Oder nicht?
    Das bedeutet doch, er kennt alle zukünftigen Ereignisse – in anderen Worten: Die Zukunft ist unveränderlich. Gott um irgendwas zu bitten, was in der Zukunft passieren soll, sei es Hilfe, Beistand, Anweisungen, ein Pony, Weltfrieden oder ein besseres Verständnis der logischen Zusammenhänge seiner Schöpfung ist demnach völlig sinnlos. Alles was daraufhin passieren wird, würde sowieso exakt so passieren und nicht anders.

    Wenn er nicht allwissend ist, dann ist es für Menschen unmöglich herauszufinden, was er alles nicht weiß. Vielleicht spricht er nicht mal eure Sprache oder hört grade nicht zu. Auf Gott vertrauen bringt dann auch nichts mehr, beten wäre nichts weiter als sich zu wünschen, dass es so wäre. Man sollte seine Zeit konstruktiver verbringen. Aber ich weiß auch ganz ohne Allwissenheit, dass ihr das nicht tun werdet.

    PS: Wer hier im Internet Gebete veröffentlicht bekommt laut Bibel sowieso nicht, was er will. Jesus sagt doch eindeutig, Leute, die in der Öffentlichkeit beten (und was könnte öffentlicher sein als das Internet) gehen gar nicht. Die haben ihren Lohn schon gehabt.

    1. Hallo Mario,
      danke für deine wortgewaltige Meldung, über deren Sinn sich trefflich streiten lässt ;-)

      Ein recht individuelles Gebet (von dir noch dazu am Tag des Herrn verfasst) ist es in jedem Fall :-). Es steht am ehesten in der Tradition des Hiob, so lass uns deine Klagen im einzelnen durchgehen…

      „Allmächtiger Gott außerhalb von Zeit – die Zukunft ist unveränderlich – also ist beten sinnlos“

      Die Sache mit der Zeit sollte sich für aufgeklärte ;-) Menschen doch ein wenig komplexer darstellen: Die Physik des 20. Jahrhunderts hat die lineare Vorstellung von Zeit völlig über den Haufen geschmissen, daher ist ein nicht näher definierter Hinweis auf den Begriff „Zeit“ inhaltsleer – und somit ist auch ungeklärt, von welcher Zukunft hier die Rede ist. Da es sich bei ZEITZUBETEN weder um ein Wissenschafts- noch um einen Philosophieblog handelt, beende ich diesen Exkurs auch gleich wieder, und kehre zu den Glaubensinhalten zurück.

      Der Mensch ist mit der Fähigkeit der freien Entscheidung geboren, und zwar in relativer Freiheit zu Gott. Es ist in jeder Hinsicht irrelevant, welche Thesen aufgestellt werden können, in welchen physischen oder psychischen Realitäten sich ein Mensch überhaupt oder gerade in dem Moment befindet: Er hat immer ein Maß an Freiheit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden, und genau daran – in völliger Gerechtigkeit vor Gott – und an nichts anderem (!) wird er gemessen.

      Die relative Freiheit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden, ist immer gegeben, insofern ist die Zukunft offen, und deshalb lohnt es sich zu beten.

      „Wenn er nicht allwissend wäre…“

      Das ersparen wir uns, okay? Schließlich glaube ich ganz eindeutig daran, dass unser Gott allmächtig und allwissend ist. We’ve got NO problem, Houston.

      „Wer hier im Internet Gebete veröffentlicht – hat seinen Lohn schon erhalten“

      Das hab ich doch gern: Auf einen Blog kommen und den Betreiber mit einem kurzen Blick auf das Evangelium gleich als Heuchler einordnen, wobei du mir den Internet-Paragraphen der Bibel noch schuldig bist :-)

      Etwas ernsthafter betrachtet, ist es schon okay, seine Mitmenschen vor Stolz, Eitelkeit und Heuchelei zu bewahren. Aber wie willst du nun beurteilen, was sich in (m)einem Herzen oder (m)einer Seele abspielt?

      Vor wenigen Stunden habe ich mit meiner Familie eine wunderbare Messe im Stift Heiligenkreuz (ja genau, die in den Pop-Charts waren) erlebt, und ich kann dir folgendes mit großer Überzeugung meines Herzens sagen:

      Gott lebt.
      Jesus Christus hat uns ein alles übertreffendes Geheimnis der Liebe hinterlassen, die Kommunion.
      Beten tut gut, ist ein Ausdruck der Demut und betrifft das Heil aller Menschen.
      Amen.

      PS: Steht Mario auch für „marioland“? In diesem Fall hätte dir Frau Punk eine ganz besonders herzliche und gute Antwort auf deine Fragen gegeben. Die Frage nach Gott ist für den Menschen nie abgeschlossen und stellt sich bis zum Ende eines jeden irdischen Lebens, unausweichlich – aber gnadenvoll. Ein bisserl „Zeit“ bleibt also noch…

  2. Nun die Herren!

    Werde ich mich auch mal zu Wort melden.
    Mario… ob aus dem bekannten Land oder nicht – ich bin immer wieder beeindruckt von Menschen, die die Bibel offensichtlich als großes Märchenbuch bezeichnen und sich dann soviel Zeit für einen ausführlichen Kommentar nehmen.

    Wir Christen sind doch eh nicht zu belehren ;-)

    Deine Website hier gefällt mir, echt ne tolle Idee „bunt“…. es zeigt die Vielseitigkeit… Gebet kann so verschieden sein, dass ist schon krass und doch verbindet uns ein Gott.

    „Frau Punk, die uns geradezu überflutet mit Freude, Gewißheit und Sendung“

    – mensch, Oremus – da haste aber ganz schön was vom Stapel gelassen. Vielen liebe Dank, ich sehe das als großes Lob! ;-)

    Frau Punk von „nebenan“

  3. „Ein recht individuelles Gebet (von dir noch dazu am Tag des Herrn verfasst) ist es in jedem Fall :-). Es steht am ehesten in der Tradition des Hiob, so lass uns deine Klagen im einzelnen durchgehen…“

    Gebet? Wie?
    Wikipedia: „Das Gebet (abgeleitet von dem deutschen Substantiv Bitte) bezeichnet eine zentrale Glaubenspraxis vieler Religionen. Es ist eine rituelle Zuwendung an ein transzendentes Wesen (Gott, Gottheit, Göttin).“ – Ich hab mit keiner Gottheit geredet, sondern mit dir und allen anderen Lesern dieses Blogs. Bezeichnest du dich als Gott? Und was für Klagen? Ich habe lediglich auf logische Inkonsistenzen in eurem Glauben hingewiesen, die mir persönlich rein gar nichts ausmachen, da ich diesen Glauben nicht teile.

    „Die Sache mit der Zeit sollte sich für aufgeklärte ;-) Menschen doch ein wenig komplexer darstellen: Die Physik des 20. Jahrhunderts hat die lineare Vorstellung von Zeit völlig über den Haufen geschmissen, daher ist ein nicht näher definierter Hinweis auf den Begriff „Zeit“ inhaltsleer – und somit ist auch ungeklärt, von welcher Zukunft hier die Rede ist. “

    Dann bin ich wohl nicht aufgeklärt, ich hab nämlich keine Ahnung, wovon du redest. Die Relativitätstheorie?
    Die besagt, das Zeit unterschiedlich schnell vergeht. Wenn man sich schnell bewegt, vergeht die Zeit langsamer. ABER: Die Zeit vergeht nach Einstein IMMER von vorn nach hinten. Um rückwärts durch die Zeit zu reisen müsste man schneller als die Lichtgeschwindigkeit reisen, was nach der Relativitätstheorie unmöglich ist. Wenn Zeit immer von vorn nach hinten, von früh nach spät vergeht, ist der Begriff „Zukunft“ durchaus nicht sinnlos. Jede Wissenschaft basiert auf dem Ursache-Wirkungs-Prinzip, der Kausalität. Die ergibt nur Sinn, wenn erst die Ursache kommt und dann die Wirkung. Kurze Rede, langer Sinn: Dein Einwand ist nicht berechtigt. Wissenschaftliche Theorien ohne Kausalität sind nicht möglich, daher heißt Zukunft in der Physik das gleiche wie in der Alltagssprache. Das, was kommt. Und natürlich habe ich über die Zukunft aus unserer Sicht geredet.

    Mein Einwand bleibt bestehen. Wenn Gott allwissend ist, macht Beten keinen Sinn.
    Ein Beispiel: Du betest dafür, dass deine kranke Mutter wieder gesund wird und hoffst auf eine göttliche Intervention. Wenn Gott allwissend ist, weiß er, wann deine Mutter sterben wird, er hat einen Plan für jeden Menschen (und alles andere). Sagen wir, Gott weiß, deine Mutter wird nächste Woche sterben.
    Wenn du ganz fest betest, erwartest du von Gott seinen Plan zu ändern? Sagen wir er tut genau das und deine Mutter stirbt erst in 20 Jahren. Ist er allwissend, hat er aber auch schon immer gewußt, dass er dein Gebet erfüllen wird. Also war der Plan niemals, deine Mutter nächste Woche sterben zu lassen. Was du auch tust, du kannst nicht ändern, was seit deiner Geburt und vorher schon festgelegt ist.

    Besitzt der Mensch aber irgend eine Art von Freiheit oder Entscheidung, wie du sagst, kann Gott nicht allwissend sein. All bedeutet alles. Weiß er nicht, wofür du dich entscheiden wirst, weiß er nicht alles, denn deine Entscheidungen sind Teil von Allem. Weiß er es doch, ist es keine Entscheidung.

    Aber von mir aus, verlassen wir die Wissenschaft und kehren zu Glaubensinhalten zurück. Das ist ja auch gerade das, was mich interessiert.

    „Schließlich glaube ich ganz eindeutig daran, dass unser Gott allmächtig und allwissend ist.“

    Warum glaubst du das?
    Weil Gott in der Bibel gesagt hat, dass er alles weiß?
    Aber wenn er irgendetwas nicht wüsste, hätte er keine Ahnung, dass ihm diese Information zur Allwissenheit fehlt und würde immer noch glauben, er sei allwissend…

    „Das hab ich doch gern: Auf einen Blog kommen und den Betreiber mit einem kurzen Blick auf das Evangelium gleich als Heuchler einordnen, wobei du mir den Internet-Paragraphen der Bibel noch schuldig bist :-)“

    Die Stelle war eher ironisch gemeint, sorry, wenn das nicht so rübergekommen ist. Vorsicht! Auch dieser Beitrag enthält Ironie!

    Ich hatte die Stelle nicht zitiert, da ich davon ausgegangen war, dass Leute, die sich so intensiv mit dem Beten beschäftigen, dass sie Blogs zu diesem Thema lesen, auch mal nachgeguckt haben, was Jesus in der Bibel dazu gesagt hat.
    Und zwar hier:
    „5 Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.

    6 Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten öffentlich.

    7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen“

    (Matthäus 6:5-7)

    Sagt er nicht, dass man „im Verborgenen“ beten soll? Oder wie verstehst du diese Stelle?

    „Etwas ernsthafter betrachtet, ist es schon okay, seine Mitmenschen vor Stolz, Eitelkeit und Heuchelei zu bewahren. Aber wie willst du nun beurteilen, was sich in (m)einem Herzen oder (m)einer Seele abspielt? “

    Wie gesagt, das kam wohl falsch an. Ich will niemand vor irgendwas bewahren. Jeder Erwachsene ist in meinen Augen für sein Handeln verantwortlich. Und natürlich weiß ich nicht, was sich in dir abspielt. Ich wollte nur wissen, inwieweit dieses Projekt mit der (eben zitierten Stelle der) Bibel vereinbar sein soll.

    Und diese Fragen sind nicht rhetorisch gemeint, es interessiert mich wirklich.

    „PS: Steht Mario auch für „marioland“? In diesem Fall hätte dir Frau Punk eine ganz besonders herzliche und gute Antwort auf deine Fragen gegeben. “

    Das bin ich ja. (Wobei ich zuerst Mario hieß und dann den Mariolandblog geschrieben habe)
    Eine wirkliche Antwort habe ich allerdings nicht bekommen, zumindest nicht auf meine Fragen.

    1. Hallo Mario, du möchtest mich (uns) also weiter auf Unverträglichkeiten mit dem Wort Gotte hinweisen ;-)

      Gebet? Wie?

      Apropos: Wer selber gerne ironisch/sarkastisch argumentiert, könnte doch für die Ironie der Gegenseite empfänglich sein? Okay, meine Zeit ist nicht unbegrenzt (leider) also ran an die offenen Fragen:

      Wissenschaftliche Theorien ohne Kausalität sind nicht möglich, daher heißt Zukunft in der Physik das gleiche wie in der Alltagssprache. Das, was kommt.

      Na fein. Eine Wissenschaftsdiskussion wäre spannend – wird aber auf ZEITZUBETEN nicht stattfinden, allenfalls in Bezug auf glaubensrelevante Inhalte. Mein Hinweis auf das Thema „Zeit“ will ich dahingehend ergänzen, dass es zu dem durch die moderne Physik komplexer gewordenen Zeitbegriff zwei Gründe gibt, über die alltägliche und die naturwissenschaftliche Vorstellung von Zeit hinauszugehen.

      Zum einen gibt es in der theologisch-philosophischen Anschauungswelt Ansätze, die eine Vorstellung von Gott und seinem Universum in einer Art Einheit und Gleichzeitigkeit bzw. Zeitlosigkeit sehen, natürlich aus Sicht Gottes, denn wir Menschlein können uns nur in zeitlich-linearen Abläufen sehen. In der Heiligen Schrift finden sich Formulierungen „dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind“, die wir als Hinweis sehen können, dass aus der Sicht Gottes das Bestehen des Universums „nichts als“ ein Aufglühen an Liebesenergie und Materie ist, innerhalb dessen wir uns in bestimmten Bandbreiten bewegen. Und genau in diesen Bandbreiten (der relativen Freiheit zu Gott, du erinnerst dich) ist das Gebet angesiedelt, so hat es Platz und macht Sinn.

      Zum zweiten kann ich immer – also auch dann, wenn wer auch immer den vorgenannten Punkt als esoterischen Humbug abtun will – darauf verweisen, dass Gottes Wort für mich die Wahrheit ist, und zwar nicht in einer Buchstabeninterpretationsweise, die so vielen Kritikern zu eigen ist, sondern in einem Verständnis, dass aus der lectio divina und – ganz genau – dem Gebet hervorgeht.

      Ich hatte die Stelle nicht zitiert, da ich davon ausgegangen war, dass Leute, die sich so intensiv mit dem Beten beschäftigen, dass sie Blogs zu diesem Thema lesen, auch mal nachgeguckt haben, was Jesus in der Bibel dazu gesagt hat.

      Nehmen wir uns gegenseitig ernst und gehen davon aus, dass wir wissen, wovon wir reden, einverstanden?

      Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

      Würde man deinen Einwand der Sünde in Bezug auf öffentliche Gebete annehmen, müsste man das öffentliche Beten während des Gottesdienstes, das öffentliche Beten des Papstes (seiner Bischöfe und Priester), das Singen von Psalmen, die Veröffentlichung geistlicher Texte (die Gebete beinhalten) und schließlich das Publizieren weiterer Bibelübersetzungen als Sünde bezeichnen – so kommen wir nicht wirklich weiter.

      Auf Internetgebetsseiten und ZEITZUBETEN bezogen antworte ich dir natürlich auch. Nach meinem Verständnis des Evangeliums will das Bild der Kammer veranschaulichen, dass jedes „gute Beten“ eine „innere Herzensangelegenheit“ sein soll, weil es sonst nichts als Zurschaustellung, Täuschung und „nicht gottgerichtetes Gerede“ darstellt. Oder positiv ausgedrückt: Solange ich beim Publizieren von Gebeten, Gebetsanleitungen und geistlichen Texten mit meinen gottzugewandten Herzen, und im Sinne eines Apostolats handle, kann ich das Projekt ZEITZUBETEN in aller Ruhe betreiben – obendrein mit gutem Zuspruch von geistlicher Seite.

      Übrigens, dein recht menschliches Vorgehen in unserer kleinen Diskussion macht dich durchaus sympathisch… das ist eine kleine Anspielung auf das Thema „immerwährende relative Freiheit“, dem du konsequent aus dem Weg gegangen bist, meint es doch nicht weniger als ein der Gottesfrage Ausgeliefertsein bis zum letzten Atemzug, da helfen auch die plakativen Sprüche eines Richard Dawkins „Gott gibt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht“ recht wenig.

  4. @Frau Punk

    „Werde ich mich auch mal zu Wort melden.
    Mario… ob aus dem bekannten Land oder nicht – ich bin immer wieder beeindruckt von Menschen, die die Bibel offensichtlich als großes Märchenbuch bezeichnen und sich dann soviel Zeit für einen ausführlichen Kommentar nehmen.“

    Das ist schön, dass ich dich beeindrucken konnte ;-)
    Zu meiner Motivation: Auf den ersten Blick mag es seltsam erscheinen, dass ein Atheist sich mit etwas beschäftigt, von dem er nicht glaubt, dass es existiert. Aber ich beschäftige mich nicht mit Gott, sondern mit menschlichen Vorstellungen von Gott. Menschen sind ja durchaus real und für mich immer wieder Quelle von Faszinationen. Find ich furchtbar spannend.

    Zum Beispiel Argumentationsstrategien. Deine nennt man „ad hominem“. Dabei ignoriert man Fragen und Argumente des Gegenübers und bezieht sich stattdessen auf die Person, die die Argumente hervorbringt und versucht z.B. die Motivationen des anderen in Frage zu stellen.

    Das ich die Bibel als Märchenbuch betrachte, hab ich nie gesagt. Wenn sie wirklich das Wort Gottes wäre, wäre es ja sehr wichtig das zu wissen, da stimmst du mir doch sicherlich überein?
    Deshalb prüfe ich auch sehr genau, was dafür spricht und was nicht.

    „Wir Christen sind doch eh nicht zu belehren ;-)“

    Ich will auch niemanden belehren. Mich interessiert, was Menschen so glauben und warum sie es glauben. Meine Fragen sind nicht (nur) polemisch. Wenn ihr Antworten habt, immer her damit!
    Wenn ihr Gegenargumente auf meine Argumente habt, ich bin ganz Ohr.

    Ich würde mich auch sehr freuen, wenn ihr meinen Blog ( http://mariolandblog.blogspot.com ) besucht und kommentiert. Ganz besonders, wenn ihr eine andere Meinung habt. Ich hoffe doch ganz stark, dass „Wir Christen sind doch eh nicht zu belehren ;-)“ ironisch gemeint ist, wie es das Emoticon (oder wieauchimmer das heißt) andeutet und dass niemand von euch kategorisch ausschließt, etwas zu lernen.

  5. Grüß Gott, heute bin ich auf zeitzubeten.org gestoßen. Ein sehr schöner Blog geworden. Am meisten gefällt mir, dass Frau Punk mit drin benannt wurde. Mandys Blog lese ich jeden Tag und erwarte oft sehnsüchtig ihre Beiträge. Sie ist mit dem Hl. Geist durchflutet, ganz klar. Und was sie mit Big Daddy und Jesus erlebt und erlebte, glaube ich zu 100%. Man (Theologen usw.) sollte von ihr lernen. Sei gesegnet Mandy und zeitzubeten-Team. Grüße aus Bayern.

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