Wallfahrt Medjugorje

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Über die letzten Jahre gab es immer wieder Angebote und Möglichkeiten, nach Međugorje zu pilgern, aber – vielleicht war die Zeit noch nicht reif. Im September dieses Jahres sprach ein befreundeter Priester eine spontane Einladung aus, als meine Frau nach einer gestalteten eucharistischen Anbetung noch bei der Agape blieb und mit dem Pfarrer plauderte. Sie war nun bereit – aber jetzt gab es noch „das Problem“, mich, ihren Mann einzuweihen und zum Mitfahren zu überreden.

„Maria ruft uns in Međugorje auf: ‚Liebe Kinder! Ich möchte, dass ihr begreift, dass Gott jeden von euch auserwählt hat, um ihn für den großen Erlösungsplan der Menschheit zu verwenden.‘ Möge in diesen Tagen der Wallfahrt das „Ja“ zum Willen Gottes wachsen, damit er uns verwenden kann wo er uns braucht.“ (Aus der Einladung von Pfarrer Max Walterskirchen, Kirchberg am Wagram)

Sie kam nach Hause, glücklich aber doch etwas müde von der Fahrt – die Kirche von Pfarrer Max ist etwa eine Fahrstunde entfernt – und überlegte: Soll ich es gleich ansprechen? Meine Frau entschied sich, die Frage sofort anzuschneiden, und – sie war völlig verblüfft, denn meine spontane Antwort lautete: Na gut, dann fahren wir eben. – Eine so kurze Diskussion über ein Reisevorhaben hatte es in 18 Jahren Ehe nicht gegeben!

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Wallfahrt nach Međugorje im Oktober 2012

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Dienstag, 23.10.

20:00 Abfahrt aus Wien.

Ziemlich genau 100 Pilger besteigen die beiden Busse. Es sind drei Gruppen, jede wird von einem Pfarrer begleitet.
Eine lange Nacht steht bevor…

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Mittwoch, 24.10

06:00 Noch 40 km bis Međugorje.

Müde, etwas schlaftrunken, aber von einer freudigen Spannung erfüllt. Der Sonnenaufgang kündigt sich hinter den Hügeln Kroatiens und der Herzegowina an.

06:30 Lange Kontrolle an der Grenze.

Der Bus schlängelt sich langsam weiter durch die Hügel,
nur noch wenige Kilometer.

07:15 Ortseinfahrt Međugorje. Auf der Hauptstraße durch den ganzen Ort.

Ein erster Eindruck: Erstaunen über nicht nur eine Handvoll, sondern Dutzende von Devotionalienläden, die die Straße säumen… Dann, nach 12 Stunden Busfahrt, ist die Pension erreicht…

08:00 …und ein herrliches Frühstück wartet auf uns!

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11:00 Wir machen uns Richtung Erscheinungsberg auf den Weg.


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Mit der Frage – „Warum gleich als erstes auf den Erscheinungsberg, wir haben doch ein paar Tage Zeit?“ – halten wir uns nicht lange auf – los geht’s! Der wunderschöne Herbsttag lässt jede Müdigkeit verfliegen …und die Spannung steigt. Bald erreichen wir den eigentlichen Anstieg, und jetzt heißt es – angesichts spitzer Steine – Ruhe und Konzentration bewahren. Pfarrer Max spricht an den Rosenkranzstationen liebevoll vorbereitete Texte, und im Gebet merken wir gar nicht, wie Zeit und Weg voranschreiten.

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13:00 Der Ort der Erscheinungen ist erreicht.

Stille. Pilger fallen auf die Knie, suchen sich dann einen Platz, irgendwo auf oder zwischen den spitzen Steinen und Felsen, zumeist im Schatten; selbst im Oktober hat die Sonne hier noch unglaubliche Kraft.

Zeit des Gebets, der Stille, des Sich-Öffnens.

Jetzt ist Gelegenheit, den „Rucksack“ zu öffnen, den ich nach Međugorje mitgenommen habe: Es sind „kardinale Untugenden“ meines Charakters, die ich vor die Gottesmutter und vor Jesus hinlege.

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16:00 Abendessen.

Es gibt Fisch, da Mittwoch ein von der Gottesmutter empfohlener Fastentag ist!

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17:00 Rosenkranz im Freien hinter der Kirche, auf einem parkähnlichen Gelände…

Es tut gut, den Rosenkranz im Freien – mit so vielen Pilgern zusammen – zu beten. Das lenkt nicht ab, sondern hilft mir, die Geheimnisse tiefer als sonst zu betrachten.

17:40 Kurzes Gebet zum Zeitpunkt der täglichen Erscheinung.

18:00 Internationale Messe, mit nicht weniger als 30 Priestern (!) um den Altar.

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21:00 Anbetung im Freien.

Ein unvergessliches Erlebnis.

Von Stille und Heiligkeit umgeben. Etwas lächeln muss ich, dass bei meiner ersten Anbetung in Međugorje als erstes Lied „Kumbaya, my Lord“ („Come By Here, my Lord“) gesungen wird – ein Lied, das zumindest in deutschsprachigen Gemeinden fremd wirkt, hier aber dem internationalen Charakter entspricht.

Dann folgen die wunderbaren Lieder „Veni Sancte Spiritus“, „Domine Jesu“, „Con te Maria“, und viele mehr, alles von einer berührenden Solostimme vorgetragen – Gitarre und Violine begleiten.

Wie wichtig ist es doch, frei zu werden von den täglichen Gedankenströmen! Hier gelingt es fast mühelos… danke, Gospa!

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Donnerstag, 25.10.

08:00 Deutschsprachige Messe.

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10:00 Die Gruppe geht auf den Kreuzberg.

Meine Frau (gesundheitliche Probleme) und ich bleiben unten; wir machen unser eigenes Programm.

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Unter anderem besuchen wir die Buchhandlung Tiberias.

Dort mache ich eine besondere Erfahrung. Zunächst stehe ich vor den hohen Bücherwänden, mit hunderten Publikationen über Međugorje, und versuche mir ein Bild zu machen. Der Laden ist gut besucht, und es ist schier unmöglich, eine sinnvolle Auswahl zu treffen. Dann merke ich, als ich ein bestimmtes Buch aus dem Regal ziehe, eine deutlich spürbare Wärme. Ich blättere etwas, und stelle es zurück. Andere Bücher erregen meine Neugier, bis ich schließlich wieder nahe bei dem einen Buch stehe, und wieder fühle ich eine intensive Wärme… ich muss das Buch wieder aus dem Regal nehmen – es gibt keinen Zweifel, es kommt nur dieses Buch in Frage!

Danke Gospa! Mehr kann ich dazu nicht sagen, außer dass die folgenden Tage zeigen werden, wie hilfreich gerade dieses eine Buch sein sollte – zu einem tieferen Verstehen… nicht nur was Međugorje ist, sondern vor allem was alles daraus hervorgeht und entsteht (Schwester Emmanuel Maillard, Gemeinschaft der Seligpreisungen, „Međugorje – Die 90er Jahre“).

Anschließend gehen wir zur Kirche, und beten vor den nahegelegenen Rosenkranzstationen.

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15:30 Abendessen.

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17:00 Rosenkranz

17:40 Kurzes Gebet zum Zeitpunkt der täglichen Erscheinung.

18:00Internationale Messe

20:00 Anbetung

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Freitag, 26.10

06:00 Frühstück

06:30 Abfahrt zur Seherin Vicka.

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Ich kann mich kaum erinnern, eine lebhaftere – vor allem aber strahlendere Person erlebt zu haben! Die 48-jährige Vicka betritt schnellen Schrittes den Saal, lässt uns ein Kreuzzeichen machen, und berichtet von den wichtigsten Botschaften. „Kehrt um!“ – „Betet!“ – „Fastet!“ – „Versöhnt euch!“

Dabei spart sie nicht mit praktischen Hinweisen: Fangt bitte klein an! Vielleicht betet ihr am Anfang nur ein Ave Maria pro Tag. Ihr müsst langsam an die Aufgaben herangehen, die die Gospa von uns wünscht, wie das Fasten beispielsweise – sonst gebt ihr nach einiger Zeit wieder auf!

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09:00 Zurück zur deutschsprachigen Messe in Međugorje.

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10:00 Traditionelle Weihe Österreichs an Maria am Österreichischen Nationalfeiertag.

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15:00 Gebet beim Blauen Kreuz.

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Es ist eine besondere Zeit, die wir nahe dem Blauen Kreuz verbringen.
Pfarrer Max Walterskirchen lädt uns ein, die uns lieben Menschen dem besonderen Schutz der Gottesmutter und Jungfrau Maria anzuvertrauen; Übergabe der Verwandten und Liebsten an die Gospa.

Ich muss an die Geschichte dieses Ortes denken, auf die ich kurz zuvor im Buch von Schwester Emmanuel „zufällig“ gestoßen bin: Als die Miliz in den 80er Jahren Seherinnen und Dorfbewohner davon abhielt, auf den Erscheinungsberg zu gehen, suchten die Seherinnen neue Wege. An der Stelle, wo später das blaue Kreuz von einem Unbekannten errichtet wurde, erschien die Gospa …und obwohl die Miliz nur wenige Meter an der Stelle vorbeipatroullierte, blieben die Seherinnen unentdeckt, als wären sie von einem Schutzmantel umgeben – besser gesagt: sie waren tatsächlich vom Schutzmantel der Gottesmutter fest umschlossen!

Stille, tiefes Beten, innige Gemeinschaft, der Himmel ist nahe.

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In gelöster Stimmung geht es zurück zum Quartier.

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17:00 Rosenkranz
Beichte

17:40 Kurzes Gebet zum Zeitpunkt der täglichen Erscheinung.

18:00 Internationale Messe

Bei den internationalen Messen in Međugorje bekommt man wieder ein Gefühl für die Weltkirche, wie ich sonst nur vom Petersplatz (und einigen anderen Großveranstaltungen) her kenne: Mindestens dreißig konzelebrierende Priester treten einer nach dem anderen vor, jeder liest das Evangelium in seiner Sprache. Deine Botschaft, Herr, erreicht wirklich die Länder dieser Erde!

19:30 Kreuzverehrung im Freien.

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Samstag, 27.10

08:00 Deutschsprachige Messe.

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15:00 Besuch der Gemeinschaft Cenacolo

Wir erleben beeindruckende Zeugnisse zweier junger Männer der Gemeinschaft. Auf die Frage, warum manche, die die Gemeinschaft nach 3 oder 4 Jahren wieder verlassen, wieder rückfällig werden, antwortet der junge Serbokroate:

„Rückfällig wird man nicht so sehr, wenn die Gemeinschaft oder das Dach über dem Kopf fehlt, sondern dann, wenn man das tägliche Beten verliert! Ohne Gott fehlt die Orientierung, die Kraft, sowie die Liebe zu sich selbst und zu den anderen!“

Wie fruchtbar Međugorje ist, sieht man auch daran, dass hier die größte und beindruckendste Cenacolo-Gemeinde entstanden ist.

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16:00 Abendessen

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17:00 Rosenkranz

17:40 Kurzes Gebet zum Zeitpunkt der täglichen Erscheinung.

19:00 Internationale Messe, diesmal in der Kirche (Schlechtwetter zieht auf).

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20:00 Anbetung

Kein Platz mehr, wir stehen in der prall gefüllten Kirche.
Diese Innigkeit der Gebete, diese Kraft der Gesänge – man möchte alles einpacken und mitnehmen…

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21:30 Abfahrt.

Friedliche Stimmung.
Eine gute Zeit, die Gedanken und Eindrücke etwas zu sortieren.

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08:00 Gemeinsames Frühstück in der Nähe von Graz (Ortschaft Lang).

Herzliche, fröhliche Atmosphäre.
Lebhafte Diskussionen mit Pfarrer Max Walterskirchen.

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09:00 Heilige Messe in der Dorfkirche nebenan.

Berührende Predigt von Pfarrer Erich Neidhart, der die Pilgergruppe seiner Pfarre Orth an der Donau begleitete:

Es geht um die Heilung des Bartimäus. In einem wunderbar zusammenhängenden Bogen vom Alten zum Neuen Testament spricht Pfarrer Erich von der „Heimholungsaktion“ Gottes. Bei den Propheten heißt es: Er “sammelt die Menschen ein von den Enden der Welt” und “geleitet sie mit Trost” (Jeremia 31,7-9). Schließlich erfüllt sich das Alte Wort der Schrift “Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt” – von jetzt an ist Christus unser Herr und Hohepriester “auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks” (Heb 5,1-6). Jesus hat uns von der Sünde befreit – befreit zu einem neuen Leben vor und mit Gott.

Jesus Christus holt uns Menschen nach dem Willen des Vaters Heim. Sie werden mit göttlichem Erbarmen in den Himmel aufgenommen, wenn ihr Glaube wie der des Bartimäus beschaffen ist: Ein tiefer Glaube, der nicht einfach Bitten ausspricht, sondern der sich nach dem Erbarmen für die ganze Person und Seele sehnt – “Erbarme Dich meiner”. Ein liebender Glaube, der zärtlich ruft – “Rabbuni!” Schließlich ein treuer Glaube, der Jesus auf seinem Weg folgt (Mk 10,46-52).

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11:00 Zeugnisse der Teilnehmer im Bus, jeder darf ans Mikro.

Die Gedanken und Berichte zeigen: Die Gottesmutter und Međugorje haben viele berührende Spuren hinterlassen…

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12:30 Ankunft in Wien.

Herzliche Verabschiedung; es möge nicht die letzte Reise nach Međugorje gewesen sein!

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Allen Lesern möchte ich es ans Herz legen:

Fahrt nach Međugorje!

Die Gottesmutter und Jesus warten auf euch!

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Die Muttergottes-Statue am Erscheinungsberg

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Link zum >>> Thema Međugorje

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