Hl. Margareta Maria Alacoque

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Der 6. November 1672 ist der Tag ihrer feierlichen Gelübde. Am Morgen nach der heiligen Kommunion ritzt sich Margareta Maria Alacoque einen Finger auf und schreibt mit ihrem Blut:

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Ich elendes, unwürdiges Nichts erkläre, dass ich mich meinem Gott ergeben und opfern will, um alles zu tun, was er von mir verlangt, und mich ganz seinem göttlichen Wohlgefallen zu überlassen. Ich verlange für mich nichts, als Eifer für seine Ehre und seine reine Liebe, der ich mich für immer hingebe. […] Von nun an gehöre ich meinem Geliebten als seine Sklavin, seine Magd, sein Geschöpf, aber zugleich seine unwürdige Braut, Schwester Margareta Maria, gestorben für die Welt. Alles von Gott, nichts von mir; alles für Gott, nichts für mich.

Doch wie kommt es dazu? Die Geschichte der Margereta Maria Alacoque beginnt wenig spektakulär und sehr behütet: Am 22. Juli 1647 wird auf dem Schloss Lautecourd, in Burgund, ein Kind geboren, das bei seiner Taufe in der Pfarrkirche Verovres den Namen Margareta erhält. Die Eltern sind Claudius Alacoque und Philiberte Lamyn. Anlässlich ihrer Firmung wählt Margareta den zweiten Vornamen Maria selbst, was auf ihre Liebe zur Gottesmutter zurückgeführt wird.

Von ihrer Kindheit an ist sie mit dem Beten vertraut. Auffallend ist, dass Margareta sich oft in der Schlosskapelle aufhält; wenn man sie sucht, findet man sie entweder dort oder in der Pfarrkirche, wo sie Gebete zum Heiland und zur Gottesmutter spricht. Noch vor ihrer Erstkommunion, die sie mit 9 Jahren empfangen wird, ist ein – für dieses Alter – ungewöhnliches Gelübde bezeugt: „Mein Gott, ich weihe Dir meine Reinheit, ich gelobe Dir ewige Keuschheit“. Mit acht Jahren verliert sie ihren Vater. Die ganze Sorge für sieben Kinder liegt jetzt auf den Mutterschultern. Margareta kommt zu den Urbanistinnen nach Charolles, um von diesen Klosterfrauen standesgemäß erzogen zu werden.

Eine schwere, vier Jahre dauernde Krankheit bringt Margareta wieder ins elterliche Schloss. Die besorgte Mutter gelobt: „Heilige Mutter Gottes, wenn mein Kind gesund wird, soll es dir geweiht sein!“ Das von den Ärzten aufgegebene Kind wird wie durch ein Wunder gesund. In den folgenden Jahren kommt Margareta unter die Obhut von Verwandten, die sie sehr streng erziehen und selbst vom Kirchenbesuch gewaltsam abhalten. Sie leidet in dieser Zeit viel, aber sie betet auch viel. In diese Zeit fallen die ersten Erscheinungen des Heilands: Jesus tröstet sie und versichert ihr, dass alle Leiden nur den Sinn haben, ihm gleichförmig zu werden. Als schließlich ihre Mutter erkrankt, wird die Prüfung für Maragareta Maria noch schwieriger.

Margareta Maria ist zu einer attraktiven Erscheinung herangewachsen und ihr Charakter wird als sehr liebenswürdig beschrieben. So bleibt es nicht aus, dass sie von Männern verehrt und begehrt wird. Die genesene Mutter drängt mit den Verwandten zur Heirat. Eine Zeit lang scheint sie nachzugeben und auf die Bitten und Lockungen zu hören. Sie will gefallen, sucht Vergnügen – und findet sie nicht. Eines Abends nach einer Festveranstaltung, sie ist kurz zuvor nach Hause gekommen, erscheint ihr Jesus, misshandelt und blutend wie bei der Geißelung und spricht: „Sieh her, was deine Eitelkeit mir angetan hat. […] Mir wirst du untreu! Mich verfolgst du, nachdem ich dir so deutliche Beweise meiner Liebe gegeben und dich mir gleichförmig machen wollte“. Diese Worte machen einen erschütternden Eindruck auf die junge Frau.

Margareta Maria entschließt sich zu einer harten Sühne. Sie umgürtet sich mit einem knotigen Tau so fest, dass sie nur schwer atmen und kaum Speisen zu sich nehmen kann. Sie beginnt, Kinder in Religion zu unterrichten und pflegt trotz anfänglichem Ekel Kranke. Den Armen gibt sie immer wieder von ihrem Besitz. Oft erscheint ihr Jesus und gibt ihr Anweisung, wie sie zu leben habe. Doch gegen ihr Verlangen, ins Kloster zu gehen, erheben die Angehörigen fortwährend Einspruch. Endlich nach vielen Jahren des Kampfes, des Gebetes und strenger Bußübungen erhält sie schließlich die Erlaubnis zum Ordenseintritt.

1670, im Jahr als der 80jährige apostolische Nuntius Emilio Altieri zum Papst (Clemens X.) gewählt wird, legt die 23jährige Margareta Maria Alacoque eine Lebensbeichte ab. 1671 reist sie am Fest der heiligen Magdalena von Pazzi mit ihrem Bruder Chrysostomus nach Paray-le-Monial und tritt am 25. Mai in den Orden der Heimsuchung des heiligen Franz von Sales ein. Der Bischof von Puy schreibt 1657 von diesem Orden: „Die Hauptaufgaben dieser Ordensfrauen sind, die beiden Lieblingstugenden des heiligsten Herzens Jesu, die Sanftmut und die Demut nachzuahmen. Das sind die Grundsterne ihres Ordens, deshalb verdienen sie das Vorrecht, Töchter des heiligsten Herzens Jesu zu sein“.

Wenig mehr als ein Jahr nach ihrem feierlichen Gelübde, am 27. Dezember 1673, kniet sie nach der heiligen Kommunion vor dem Tabernakel in inniges Gebet versunken: Ihr erscheint das göttliche Herz Jesu auf einem herz-jesuFlammenthron, nach allen Seiten Strahlen sendend wie die Sonne, die Wunde der Lanze sichtbar, von einer Dornenkrone umgeben, auf dem Herzen steht das Kreuz und sie hört folgende Worte Jesu: „Mein göttliches Herz ist so voll von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, dass ihre Flammen hervorbrechen, um sie durch dich den Menschen zu offenbaren, und sie zu bereichern mit den Schätzen, die du siehst, und welche die überreiche aber notwendige Gnade enthalten, um die Menschen zu retten vor dem Abgrund des Verderbens. Dich, Unwürdige und Unwissende, habe ich auserwählt zur Erfüllung meiner Absichten, damit es klar werde, dass alles ganz mein Werk ist. Deshalb schenke mir dein Herz!“

Jesus wünscht, dass das Bild seines Herzens überall ausgestellt und verehrt werden soll, und fügt hinzu, dass auf die Orte, wo sein Bild den Ehrenplatz einnehme, die reichsten Segnungen herniederströmen. Diese Erscheinungen erneuern sich für Margareta am ersten Freitag eines jeden Monats. Am 8. Februar 1674 erscheint Jesus auf gleiche Weise, zeigte ihr sein Herz mit seiner Liebe zu den Menschen, die ihm aber nur mit Undank lohnten, was ihm schmerzlicher sei, als alle Qualen, die er während seines bitteren Leidens erduldet habe: „Gehe jeden ersten Freitag des Monats zur heiligen Kommunion.“

Am 19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erscheint ihr Jesus, wie so oft, als sie vor dem Tabernakel kniet. Er entblößt sein Herz und sagt:

„Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen.

Darum verlange Ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, dass Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluss seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, dass es auch von andern verehrt werde.“

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Margareta Maria äußert Bedenken gegen die große Aufgabe, die sie als „Schülerin des Herzens Jesu“ erhalten hat; aber Jesus verheißt ihr seine Hilfe und schickt sie zu P. Claude de la Colombière, ihrem Beichtvater, um Beistand. Am 21. Juni desselben Jahres, am Fest des heiligen Aloysius, weiht sie sich ganz ungeteilt dem göttlichen Herzen Jesu. Schwester Margareta Maria und P. Claude de la Colombière widmen sich der Aufgabe in großer Treue; den Erfolg sehen wir heute an der weltweiten Herz Jesu-Verehrung.

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1686 wird es Margareta Maria mit der Hilfe ihren früheren Oberin Greyffié möglich, die ersten Darstellungen ihres neuen Herz Jesu-Bildes zu verteilen. Die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu wächst im Kloster des heiligen Franz von Sales in Paray-le-Monial und verbreitet sich von dort aus immer weiter, besonders durch die Bemühungen von P. Claude de la Colombière und seine hinterlassenen Schriften, wie „Retraite spirituelle“, die eifrig gelesen und verbreitet werden.

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Jesus offenbart Margareta Maria neue Verheißungen und am 24. August 1685 schreibt sie an Mutter de Saumaise: „Er (Jesus) versprach mir, dass alle, die sich diesem heiligen Herzen weihen, niemals verloren gehen werden, und dass Er, der Quell aller Segnungen, diese im Überfluss ausgießen wird über jene Stätten, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens ausgestellt ist, um verehrt und geliebt zu werden. Durch dieses Mittel wolle er die Zwietracht aus den Familien entfernen und denen helfen, die sich in Not befinden.“

Die Zahl der besonderen Verheißungen, welche ihr das göttliche Herz Jesu macht, beträgt zwölf. Alle wurden von Schwester Margareta Maria in ihren Briefen aufgezeichnet. An dieser Stelle sei besonders die sogenannte große Verheißung erwähnt:

„Ich verspreche dir im Übermaße der Güte Meines Herzens, dass Meine allmächtige Liebe allen, die in neun aufeinanderfolgenden Monaten am ersten Freitag die heilige Kommunion empfangen, die Gnade aufrichtiger Reue in der Todesstunde verleihen wird, so dass sie nicht in Meiner Ungnade sterben, sondern die heiligen Sakramente empfangen, und in der letzten Stunde einen sicheren Zufluchtsort finden in Meinem Herzen.“

1690 soll Schwester Margareta Maria zur Ordensoberin gewählt werden. Doch sie bittet den lieben Heiland, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhört ihre Bitte: Schwester Lévy Chateaumourant wird Oberin. Im selben Jahre sagt Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bittet, noch 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 beginnt; doch am 8. Oktober muss sie sich aufgrund schwerer Leiden zu Bett begeben. Bald werden ihr die Sterbesakramente gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod ist ergreifend und voll der Liebe zu ihrem Heiland. Mit 43 Jahren stirbt sie am 17. Oktober 1690 abends gegen 8 Uhr; „Jesus“ war ihr letztes Wort. Das Volk verbreitet die Todesnachricht mit den Worten: „Die Heilige ist tot!“

Die Leute eilen in Scharen ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke werden spontan geheilt und an ihrem Grab werden fortwährend Wunder berichtet. Leo XII. gibt ihr am 28. März 1824 den Titel „ehrwürdig“, Pius IX. spricht sie selig, und Benedikt XV. schließt am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozess ab. Am 13. Mai 1920 wird Margareta Maria Alacoque von Benedikt XV. heilig gesprochen. Gott hat sein schwaches Geschöpf, Schwester Margareta Maria, benützt, um die Andacht zum Herzen Jesu einzuführen und zu verbreiten. Heute hat diese Andacht die Welt erobert. Ströme von Gnaden sind durch sie auf die heilige Kirche Gottes und ihre Kinder niedergeflossen und fließen immer noch weiter. Die Vorhersagung Margareta Marias hat sich erfüllt: „Das Herz Jesu wird herrschen!“

Das Herz Jesu wird herrschen – eine kleine Historie

Bereits im Mittelalter findet sich eine ausgeprägte Herz-Jesu-Verehrung bei Anselm von Canterbury, Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus, Franz von Assisi (Vision von San Damiano) und Bonaventura. Die erste Votivmesse vom heiligsten Herzen Jesu feierte der Hl. Johannes Eudes (er wird „Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“ genannt) im Jahr 1672.

Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung ist vor allem den Jesuiten zu verdanken, die sich ausgehend von Margareta Maria Alacoque und deren Beichtvater Claude de la Colombière SJ dieser Frömmigkeitsform annahmen. Die Jesuiten verbreiteten die Herz-Jesu-Verehrung besonders durch von ihnen geleitete Volksmissionen.

Am dritten Freitag nach Pfingsten, dem Freitag nach der früheren Oktav von Fronleichnam ist das Hochfest Heiligstes Herz Jesu, das Papst Pius IX. 1856 für die ganze Kirche einführte. Außerdem ist der erste Freitag jedes Monats Herz-Jesu-Freitag. Er ist ein bevorzugter Tag für die Spendung der Krankenkommunion und die Aussetzung des Allerheiligsten mit Spendung des sakramentalen Segens. Das Messbuch enthält neben den Festmessen Votivmessen zum Heiligsten Herzen Jesu.

1899 weihte Papst Leo XIII. die ganze Welt dem Herzen Jesu und gab in der Enzyklika Annum Sacrum seine Beweggründe dafür an. 1928 veröffentlichte Papst Pius XI. seine Enzyklika Miserentissimus redemptor und schrieb „über die Wiedergutmachung gegenüber dem Heiligsten Herzen Jesu“. Zur Hundertjahrfeier der Einführung des Gedenktages (1856) veröffentlichte Papst Pius XII. am 13. Mai 1956 die Enzyklika Haurietis aquas („Ihr werdet Wasser schöpfen“).

Durch Papst Johannes Paul II. wurde der kirchliche Akzent verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes gesetzt. Im Katechismus der Katholischen Kirche wird die Herz-Jesu-Verehrung auf christozentrischem Fundament zusammengefasst und neu empfohlen. Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Enzyklika Deus Caritas est ausdrücklich auf das durchbohrte Herz Jesu Bezug genommen und zu einer Erneuerung der Herz-Jesu-Frömmigkeit im Herz-Jesu-Monat Juni aufgerufen.

Obwohl die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass die Herz-Jesu-Verehrung kein rein katholisches Phänomen ist, wird sie oft als spezifisch konfessionelle Frömmigkeitsform gesehen. Dabei bietet sie durch ihren christozentrischen Akzent auch ökumenische Anknüpfungspunkte.

Für eine ganze Reihe von Ordensgemeinschaften ist die Herz-Jesu-Verehrung ein zentrales Element ihrer Spiritualität (Comboni Missionare vom Herzen Jesu, die Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester, die Kongregation der Herz-Jesu-Franziskaner, die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes, und viele mehr). So wirken beispielsweise die Herz-Jesu-Missionare in über 50 Ländern auf allen Kontinenten. Ihre zentrale Leitung, das Generalat, ist in Rom, der Gründungsort ist Issoudun bei Bourges in Frankreich, ein bekannter Wallfahrtsort und weltweites Fortbildungszentrum der MSC.

Die Herz-Jesu-Missionare der süddeutsch-österreichischen Provinz mit ihrem Zentrum in Salzburg führen Schulen, Heime, Internate, Häuser der Besinnung, Pfarreien und arbeiten in der Mission im Kongo und in Brasilien. Ein besonders renommiertes Haus der Herz-Jesu-Missionare ist das Internat Heiliges Kreuz in Donauwörth, das zusammen mit seiner Knabenrealschule jedes Schuljahr Schüler aus ganz Deutschland anlockt.

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hier liest du über die HERZ JESU VEREHRUNG mit weiteren Links:

Herz-Jesu-Gebete

Novene zum Heiligsten Herzen Jesu

Familie des Heiligsten Herzens Jesu

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