Das Geschenk Gottes

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Thema Beichte
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Vergessen wir nie, dass Jesus sich nach uns sehnt, er dürstet nach unseren Seelen. So lautet seine ewige Frage an uns: Wie ist eure Verbindung zu mir und mehr noch, wie ist eure Verbindung zum Vater? (Mutter Teresa)

Vergebung und Heilung wünscht sich der Mensch, vor allem in weniger guten Zeiten des eigenen Lebens. Heilung und Vergebung sind nun genau diejenigen Liebesgeschenke, die Jesus Christus am Tag seiner Auferstehung verkündet hat (JOH 19-23). Heute sprechen wir vom Sakrament der Versöhnung – die Beichte als großes Geschenk Gottes.

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (JOH 20,21)

In der römisch-katholischen Kirche sind die Themen Vergebung und Buße vielfältig verankert, man spricht von „fortwährender Buße“. So kann der Christ zur Tilgung seiner Schuld gelangen, in dem er Werke der Barmherzigkeit übt, die Heilige Schrift liest, Bußgottesdienste besucht, die Heilige Kommunion empfängt, und im eigenen Leiden die Vereinigung mit dem Leiden Christi sucht. Schließlich ermöglicht eine ganz besondere Ermächtigung Jesu an seine Nachfolger das sündenvergebende Gespräch mit Menschen, die zur wahren Umkehr bereit sind.

Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. (MT 9,6; MK 2,10; LK 5,24) Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. (MT 18,18) Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. (JOH 20,23)

Seit dem sechsten bzw. siebten Jahrhundert kennen Christen die Wiederholungsbeichte, also diesen expliziten Ritus wiederholt zur Heilung und Reinigung zu gelangen. Pater Karl Wallner OCist erinnert sich in einem Vortrag zum Thema Beichte an einen Koranschüler, der auch in Heiligenkreuz studierte und ganz erstaunt ausrief: Die glauben ja noch ans Fegefeuer! Christen glauben an das Fegefeuer, aus dem sich der Wunsch nach Heilung ergibt, und als lebendiger Hinweis sei an die Heiligenkreuzer Jugendvigil erinnert, wo eine ganze Reihe von Beichtpriestern bis Mitternacht das Sakrament der Versöhnung begleitet.

„Einer der tragischsten Verluste, den unsere Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlitten hat, ist der Verlust des Heiligen Geistes im Bußsakrament. – Werden die Menschen in der Kirche durch Jesus Christus berührt? Wenn das der Fall ist, dann kommen die Menschen. Sie sprechen untereinander von einem solchen Priester. Sie bringen es in solche Ausdrücke wie „Mit dem kann man reden. Der versteht mich. Der kann einem wirklich helfen“. (Kardinal J.Meisner, Juni 2010)

Wie die folgenden Kapitel zeigen werden, ist die Beichte ein ganz besonderer Schatz. Das Sakrament der Versöhnung verheißt dem Christen nicht weniger als ein konkretes Gespräch mit Jesus, die Versöhnung mit Gottvater, die Reinigung der eigenen Seele und die Heilung der Beziehungen zu den Mitmenschen. Dabei verlangt kaum ein anderes Sakrament eine derart tiefe und lohnende Beschäftigung mit sich selbst und der Beziehung zu Gott; mit Gabriele Kuby sprechen wir von der Selbsterkenntnis als dem Königsweg zum Herzen Jesu Christi, unseres Herrn.

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Hier geht’s weiter:  Beichte (1) – Der Draht zu Gott

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