(1) – Der Draht zu Gott

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Jesus am Kreuz.
[Die folgenden Ausführungen schließen Gedanken von Monsignore Leo Maasburg ein, die er anläßlich eines Impulses im Stift Heiligenkreuz vorgetragen hat. Pater Leo Maasburg hat Mutter Teresa sieben Jahre lang in Indien und anderen Ländern begleitet und mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht.]

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Als junger Priester war Pater Leo Maasburg einer Einladung zum Abendessen gefolgt, und wurde Zeuge eines ausführlichen Gesprächs zwischen einem jungen Psychiater und einer älteren Professorin. Die beiden konnten sich überhaupt nicht einigen während ihres Diskurses. Nach vielen Stunden wandte sich die Professorin unvermittelt an Pater Leo: „Ganz am Ende kann nur mehr der Priester helfen, denn wir können nicht heilen.“

Die Demut des Priesters

Dabei ist es letztlich nicht der Priester, der heilt, sondern Jesus ermächtigt seine Nachfolger, diese göttliche Heilung zu vermitteln. Das Amt des Priesters bei der Beichte ist also eine ganz wunderbare Befugnis – und beinhaltet doch ein sehr bescheidene und hilflose Rolle.

„…darum ist nichts notwendiger für uns als die Bekehrung, und zwar auch um der Mission willen. Es geht dabei – bringen wir es auf einen Punkt – um das Bußsakrament. Ein Priester, der nicht häufig auf beiden Seiten des Beichtgitters anzutreffen ist, leidet auf Dauer Schaden an seiner Seele und an seiner Mission.“ (Kardinal J.Meisner)

Der Priester, einerseits als Mensch selbst mit Schuld beladen, hat in der Nachfolge Christi die Ermächtigung Sünden zu vergeben, um dann staunend, bewundernd und demütig vor den Wirkungen der Heilung zu stehen.

Der Draht zu Gott

In den vielen Jahren an der Seite von Mutter Teresa ist Pater Leo eines bewusst geworden: der Schlüssel zur Beichte, wie die selige Teresa von Kalkutta ihn gesehen hat, ist die Verbindung zu Gott. Versetzen wir uns in die großen und kleinen Städte Indiens, wenn wir der Sprache Mutter Teresas folgen:

„Du siehst kleine und größere Drähte, neue und alte, billige und teure; ohne Strom sind diese Drähte nur Metall. Der Strom aber ist Gott, lass den Strom also laufen, um das Licht für die Welt zu erzeugen: Jesus Christus, das Licht der Welt.“ (Mutter Teresa)

Sünder ohne Verbindung

Das Sakrament der Beichte ist also die Verbindung zu Gott und den Menschen; solange die Sünde in uns ist, gibt es keine Verbindung.

„Vergessen wir nie, dass Jesus sich nach uns sehnt, er dürstet nach unseren Seelen. So lautet seine ewige Frage an uns: Wie ist eure Verbindung zu mir und mehr noch, wie ist eure Verbindung zum Vater?“ (Mutter Teresa)

Wie wird die Verbindung wiederhergestellt? Folgen wir den Worten von Papst Benedikt XVI.: Das Böse in der Welt kann nur durch Vergebung überwunden werden. Diese Vergebung kann ausschließlich durch den Herrn geschehen, sie kann nur durch das Leiden mit und für andere entstehen, in letzter Konsequenz durch das Leiden Jesu Christi am Kreuz.

Keine Liebe ohne Demut

Dieser Durst Jesu selbst im größten Leiden am Kreuz ist ein Kernpunkt christlicher Erkenntnis. So nimmt Jesus am Kreuz den Schwamm mit Essig an. Wozu diente der Kübel mit Essig bei den Hinrichtungen? In dieser Essigbrühe wuschen sich die Soldaten die Hände; es ging um Desinfektion, es ging um den Schutz vor ansteckenden Krankheiten.

Es ist eine zutiefst berührende Tat der Demut: Was Christus am Kreuz und in diesem Moment tut, ist das bewusste Annehmen von menschlicher Gewalt, von Hochmut und Abschaum – in Liebe zum Vater und zu uns Menschen. Einmal mehr trifft Pater Leo mit seinen Erinnerungen an Mutter Teresa und ihre spirituelle Welt mitten ins Herz…

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Im zweiten Teil geht es darum was Gott für uns tut und was von uns erwartet wird

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2 Gedanken zu “(1) – Der Draht zu Gott

  1. Die Liebe Gottes ist unerhört. Durchs Beten und nach seinem Willen zu leben ist das schönste Geschenk für jeden Menschen der die Liebe zu Gott findet. Mögen sie Dich wie duftende Blumen vor Deinem göttlichen Thron erfreuen und bewahre sie in Deinem Herzen zum Lobpreis Deiner barmherzigen Liebe.

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