(2) – Der Ruf Jesu

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[Das restaurierte Bild Jesu, das nach den Anweisungen von Sr. Faustina gemalt wurde –
„Jesus, ich vertraue auf Dich“]

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Der Ruf Jesu …an uns Sünder

Kardinal Schönborn hat im Gedenken an Schwester Faustina in einer Katechese zur Barmherzigkeit den Ruf Jesu zitiert: »Ich selbst warte im Beichtstuhl auf dich!« Auch hier wird die große Sehnsucht Jesu Christi angesprochen, uns zu erlösen.

»Wir gehen hin voller Sünden, und wir kommen von der Beichte ohne Sünden – aber als Sünder«, so bringt es Mutter Teresa auf den Punkt. Es gibt zwar so etwas wie eine „Lebensbeichte“, aber im Grunde ist das Leben mit dem Bußsakrament ein Kreislauf, auf den wir uns einlassen sollten. Auch den Heiligen ging es in diesem Punkt nicht anders!

Eine Geschichte, die bewegt

Betrachten wir uns mit einer Portion Selbstkritik, vielleicht auch mit etwas Humor – und mit Nachsicht! Dabei hilft uns das 15. Kapitel des Lukas Evangeliums, wo Jesus das Bild des guten Vaters darstellt, um die Vergebung Gottes zu erklären:

Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. (LUK 15,11-24)

Was für eine Geschichte, die Gott uns mit auf den Weg gibt! Der Sohn vollzieht die Umkehr – und in diesem Moment hat der Vater vergeben und vergessen, umarmt den Sohn voller Freude und organisiert ein großes Fest…

Genau so handelt Gott an uns

Unser himmlischer Vater tut genau dasselbe unseretwegen! Wer möchte sich jetzt nicht von Gott umarmen lassen? Kann man bei der Vorstellung dieses liebenden Gottes, der verzeiht und umarmt, wirklich Angst haben? Gott nimmt uns so an wie wir sind – geben wir ihm die Chance dazu!

Wie kommt es, dass ein Sakrament, das so große Freude im Himmel hervorruft, so viel Abneigung auf Erden weckt? Das liegt an unserem Stolz, der ständigen Neigung unseres Herzens sich zu verschanzen, sich selbst zu genügen, sich zu isolieren, sich auf sich selbst zurückzuziehen. Was ziehen wir eigentlich vor, Sünder zu sein, denen Gott verzeiht, oder scheinbar ohne Sünde zu sein, d.h. in der Illusion der Selbstgerechtigkeit zu leben – ohne die Offenbarung der Liebe Gottes? Reicht es wirklich, zufrieden zu sein mit sich selbst? Was sind wir denn ohne Gott? (Kardinal J.Meisner)

Das Leben ist einfach zu kurz um zu viel Angst oder zu viel Stolz zu haben. Wenn unser Schöpfer uns so annimmt wie wir sind, wenn Jesus seine Nachfolger zur Vergebung ermächtigt hat: Was hält uns davon ab, mit Ihm in Anwesenheit eines Priesters zu sprechen?

Was wird von uns erwartet?

Das Sakrament ist ein Glaubensakt. Genau deshalb kann es sein, dass man in dem Sakrament rein äußerlich nichts merkt. Wir dürfen es offen und respektvoll annehmen. Dabei sind es unsere Einsichten und Entscheidungen, die einen großen Wert haben: Unser Wille zum Beten, unser Wille die Beziehung mit Gott zu pflegen, unser Wille dieses Versöhnungserlebnis immer wieder zu begehen. Das ist es, was zählt.

Was können wir konkret wahrnehmen, wenn wir beichten?

Angenommen, wir sind bereit, einen Priester unseres Vertrauens aufzusuchen, und über unsere Beziehung zu Gott zu sprechen. Dann seien wir achtsam, denn es geht ganz sicher nicht um ein schnelles Heruntersagen dessen, was uns beschäftigt.

Machen wir es uns nicht zu einfach, lassen wir Gott tatsächlich bewirken, was Er in uns wirken will. Er kennt uns viel besser und tiefer als wir uns selbst kennen. Manchmal berührt Gott unsere Sinnlichkeit, unsere Sensibilität, und dies kann uns bis zum Weinen bringen. Manchmal aber spüren wir nichts.

Jesus nimmt uns so wie wir sind

Bei all diesen Gedanken im Vorfeld der Beichte darf eines nicht vergessen werden, die alles entscheidende Voraussetzung der Liebe:

»Jesus nimmt uns so wie wir sind!«, bekräftigt Mutter Teresa immer wieder, übrigens wie eigentlich alle Heiligen! In der Beichte stehen wir wie die Ehebrecherin vor Jesus (JOH 8,2-11), ohne Furcht und in der Liebe Gottes.

Aber sind wir uns eigentlich bewusst, wie gut es uns heute geht? Gott macht es möglich, dass wir (die Verfügbarkeit eines Beichtpriesters vorausgesetzt) jederzeit zu Ihm kommen können!

Am Ende unseres Lebens treten wir ohnehin vor Gott; das Sakrament der Versöhnung aber gibt uns die Möglichkeit, es – immer wieder – zu einem Zeitpunkt unserer Wahl zu tun!

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Im dritten Teil geht es um .„Das Wunder der Umkehr“

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Ein Gedanke zu “(2) – Der Ruf Jesu

  1. Ich suche Deutsch Priester gut Japanisch verstehen kann.Ist es möglich? In jahr 2007 am 18.Nov.
    in der Kirche des Düsseldorfer Franziskanerklosters Sakrament empfangen im Auftrag des Erzbischof von Köln Joachim Kardinal Meister (Taufe in Akita Japan Geboren Akita Japan in jahr 1988).Deutsch Sprache ist sehr schwierige Sprache für Beichte für mich.
    Welche Priester darf ich Beichte fragen ?

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