12 Gründe dafür (7-9)

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(7) Muss ich wirklich alle Sünden in Gegenwart des Priesters beichten?

Wie stellst Du Dir die Beziehung mit Deinem Gott vor? Etwa so, dass Du für Dich festlegst, welche Sünden ausgesprochen werden und welche nicht? Er, Dein Gott gibt seinen einzigen Sohn als Opfer, um Dich zu retten – Du aber willst verhandeln darüber, was auszusprechen ist, und was nicht?

Das klingt so, als würdest Du bei jedem Duschen überlegen, vielleicht nur einen Arm oder nur ein Bein zu waschen. Denke auch daran, dass mit der Vergebung auch ein Prozess der innerlichen Heilung anfängt. Deswegen ist es gut, wenn Du in der Beichte alles hinlegst, was Dich als Sünde belastet, was Dich als Sünde innerlich verletzt hat oder noch immer verletzt. Sei so offen und ehrlich, wie es die Situation erfordert.

Du meinst immer noch, eine halbe Sache ist besser als gar nichts: Halb geduscht ist ganz gewonnen. Da solltest Du Dich fragen, wie es mit Deinem Glauben aussieht. Du weißt ganz genau, dass Glauben mit Vertrauen zu tun hat, sonst bräuchten wir über dieses Thema gar nicht zu sprechen beginnen. Jetzt aber lässt Du es am Vertrauen zum Stellvertreter Christi scheitern – einige Gewissenskonflikte sind Dir einfach zu peinlich? Besser gesagt willst Du Christus nicht restlos vertrauen, weil die Scham größer als der Wille zur Umkehr ist?

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(8) Das Denken an meine vergangenen Sünden beunruhigt mich zu sehr!

Denke daran: Wenn Gott vergibt, vergisst Er auch. Er denkt an das Neue in Dir, das durch die Beichte anfängt. Mit diesen Gedanken lies nochmals das 15. Kapitel des Lukas Evangeliums und Du wirst erleben, dass die Zärtlichkeit Gottes unendlich ist.

 Ein Auszug aus diesem Kapitel:

„Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.“

Das musst Du Dir auf der Zunge zergehen lassen. In dem Moment, in dem Du bereit bist, Deine Versäumnisse und Vergehen einzugestehen, hast Du Jesu Zusage, dass Dir vergeben wird. Ja mehr noch: Was könnte beruhigender sein, als die Gewißheit, dass die „sündige Vergangenheit“ vor Gott ein für alle Mal ausgelöscht und vergessen ist?

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(9) Gott ist allmächtig und hält meine Sünden aus, es genügt doch eine Entschuldigung bei meinem Nächsten!

Die große Voraussetzung für den Empfang der Beichte ist die Reue, wie sie im vorangegangenen Abschnitt so überzeugend zum Ausdruck kam: „Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.“ Ohne Reue kann die Sünde nicht aus Deiner Seele weichen. Wie sollten Dir Gott und Dein Mitmensch barmherzig begegnen, wenn Du nicht die folgende Bereitschaft zeigst: Innere Abkehr von der Sünde, Zuwendung zu Gott, und der Vorsatz, die Sünde künftig zu meiden.


– Die Liebesreue heißt auch vollkommene Reue, weil sie die höchste Form der Reue ist. Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Liebe und aus der Scham darüber, diese Liebe verletzt zu haben. In ihr ist die Kraft, jede Schuld augenblicklich zu tilgen. Mit der vollkommenen Reue ist das Verlangen nach dem Sakrament der Versöhnung verbunden. Insbesondere in Todesgefahr oder am Sterbebett bedeutet diese Arte der Reue die liebende Vereinigung mit der göttlichen Barmherzigkeit.

– Die Furchtreue heißt auch unvollkommene Reue. Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Gerechtigkeit, denn jede Sünde verdient von Gott eine gerechte Strafe. Unvollkommen heißt sie, weil sie alleine nicht genügt, um schwere Sünden zu tilgen. Sie kann aber nützlich sein, um sich von der Sünde abzuwenden und eine wahre Umkehr vorzubereiten. Zum Empfang der heiligen Beichte ist sie hinreichend.

Zu meiden ist die sogenannte eitle Reue. Dabei ist einem die Sünde nur deshalb peinlich, weil man sich vor den Menschen schämt. Diese Reue ist nicht wirksam, weil sie den Wunsch nach Umkehr und Veränderung nicht miteinschließt.

Es kann vorkommen, dass Du keine Reue bei manchen Vergehen verspürst. Dann bist Du noch nicht bereit für die Umkehr und Versöhnung, da darf man sich nichts vormachen. Beschäftige Dich weiter damit und finde heraus, warum Dich nichts in Richtung Vergebung zieht! Gabriele Kuby stellt ihrem Buch über die Selbsterkenntnis ein Zitat voraus:

Was uns von Gott trennt, ist weniger die Sünde als der Wunsch, sie zu rechtfertigen.(Nicolás Dávila)

Solange Du dabei bist, Deine Fehler zu rechtfertigen, ist die Zeit der Reue und Vergebung noch nicht gekommen. Bleibe Deiner Seele treu und überdenke Deine Handlungen wieder und wieder, bis der Wunsch nach Umkehr stärker ist als alles andere!

Abschließend ein Hinweis im Hinblick auf unsere Reuegefühle während der Beichte. Es ist durchaus möglich, dass ein starkes Reuegefühl im Vorfeld der Beichte dazu führt, dass Du vor Gott und dem Priester im Moment der Beichte diese starke Emotion nicht mehr hast. Das ist sicherlich nicht entscheidend, wichtig ist Deine Bereitschaft zu Buße und Umkehr!

Wenn Du an Abende im Kino denkst, als Dich bestimmte Szenen wirklich im Innersten getroffen haben, und der Weg zu manchen Tiefen Deiner Seele frei gelegt wurde – gab es da nicht Momente der Selbsterkenntnis? – Zurück zum realen Leben:

Wer tief genug in sich hineinschaut wird erkennen, einige Dinge falsch gemacht zu haben, Schuld- und Reuegefühle sind die Folge. Jetzt glaubst Du, eine Entschuldigung bei Deinem Nächsten reiche aus? Vielleicht redest Du Dir ein, dass Gott außen vor gelassen werden könne?

Mit Betroffenen – in Reue und gutem Vorsatz – wieder Frieden zu schließen, ist eine Sache – aber zum wahren Frieden gelangst Du, wenn Du gegenüber Gott Reue und den Willen zur Umkehr zeigst!

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Die abschließenden >>> Punkte 10 bis 12 geben Dir gute Hinweise, wenn Du bei den Beichtgesprächen immer wieder auf dieselben Sünden stößt, aber vor allem erzählt Dir Punkt 11 über die Möglichkeiten zur Selbsterkenntnis, denn die Erkenntnisse über Dich selbst führen Dich zum Herzen Jesu!

Bleib dran!

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3 Gedanken zu “12 Gründe dafür (7-9)

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