Die Unterscheidung der Geister – Hinführung

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PRINZIP UND FUNDAMENT nach Ignatius von Loyola

[blau = Ignatius; schwarz = Kommentar des Autors]

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Hl. Ignatius von Loyola

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DER MENSCH IST EINZIG UND ALLEIN DAZU GESCHAFFEN…

Der Mensch ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, also Ihm ähnlich, er darf sich als Liebes-Gedanke Gottes verstehen.
Denn die er im Voraus erkannt hat, hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden,
damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei
(Röm 8,29).
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…GOTT UNSEREN HERRN…

Du sollst nur einem Herrn dienen; Gott ist Dein Herr und Gebieter.
Gott ist mein Fels, mein Anteil auf ewig
(Ps 73,26).
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…ZU LOBEN…

Mein Gott herrscht in treuer Liebe zu seinen Geschöpfen und hat uns seinen eigenen Sohn als Erlöser gesandt.
Groß ist JAHWE und gar würdig des Lobes,
unergründlich ist seine Größe
(Ps 145,3).
Preisen will ich den Herrn vom Grund meines Herzens,
die Werke des Herrn sind erhaben; würdig, dass man sie liebend ergründe.
Sein Walten ist Hoheit und Macht,
milde ist der Herr und barmherzig .
Denen, die Ihn fürchten, sandte er Speise,
unwandelbar sind seine Befehle, gültig für immer und ewig,
gegeben in Kraft und Gerechtigkeit
Erlösung hat er seinem Volk gesandt
(Ps 111,1ff).
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…IHM EHRFURCHT ZU ERWEISEN…

Wenn ich meinen Gott anspreche, betrete ich heiligen Boden.
Vor dem Dornbusch bin ich angehalten, meine Schuhe auszuziehen,
und meine Wachsamkeit und Aufmerksamkeit ganz Gott zuzuwenden.

Die Furcht vor dem Herrn ist der Anfang der Weisheit, weise sind, die beharrlich sie üben.
Der Ruhm des Herrn wird bleiben in Ewigkeit
(Ps 111,10).
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…UND IHM ZU DIENEN…

Das Gebot des Herrn lautet, mich meinem Gott ganz und gar zuzuwenden;
dann soll ich Ihn teilhaben lassen an meinem Seelenleben.

Ich rufe aus ganzem Herzen: Erhöre mich, Herr!
Und was Du mich weisest, will ich befolgen.
Ich rufe zu Dir, o schaffe mir Heil, und bewahren werde ich Deine Gebote.
Ich komme am frühen Morgen und flehe um Hilfe, ich harre auf Deine Verheißung.
Nahe bist Du, o Herr, und alle Deine Worte sind Wahrheit.
Führe mein Recht und mache mich frei, belebe mich nach Deiner Verheißung.
Dein Erbarmen, Herr, ist groß;
wie Du mir zugesagt hast, so schenke mir Leben

(Ps 119, 145-147.149.151.154.156).
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…UM DAMIT SEIN LEBEN UND SEINE SEELE ZU VOLLENDEN.

So ist der Mensch gerufen, zu einer einzigartigen Ganzheit zu wachsen.
Wenn der Mensch in Jesus bleibt, so lebt Gott im Menschen, und die Schöpfung vollendet sich.

Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung (Joh 13,1).
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ALLE ANDEREN DINGE AUF DER ERDE SIND AUF DEN MENSCHEN HIN GESCHAFFEN,
DAMIT SIE IHM BEI DEM ZIEL, GOTT ZU DIENEN, UNTERSTÜTZEN.

Der Mensch ist als Liebes-Gedanke Gottes im Mittelpunkt der Schöpfung.
Am heiligen Ziel der menschlichen Vollendung in Gott relativiert sich alle dingliche Wirklichkeit.
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SO HAT DER MENSCH DIE DINGE ZU GEBRAUCHEN ODER ZU LASSEN,
JE NACHDEM, OB SIE IHM AUF SEIN ZIEL HIN HELFEN ODER NICHT.

Also prüft der Mensch alle Dinge, wieweit sie ihm beim Ziel seiner Vollendung dienlich sind.
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DARUM HAT DER MENSCH SICH ALLEN DINGEN GEGENÜBER GLEICHMÜTIG ZU VERHALTEN
– IN ALLEM, WAS DER FREIHEIT UNSERES WILLENS ÜBERLASSEN UND NICHT VERBOTEN IST.

Da der Mensch seine wahre Berufung nicht kennt, kann er nicht wissen,
ob Gesundheit oder Krankheit, Reichtum oder Armut, Ehre oder Schande,
ein langes oder ein kurzes Leben seiner angestrebten Vollendung dienen.
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EINZIG DAS SOLLEN WIR WÄHLEN, WAS UNS MEHR (MAGIS) ZU UNSEREM GOTTESZIEL FÜHRT,
ZU DEM ZIEL, AUF DAS HIN WIR GESCHAFFEN WURDEN.

So liegt es am Menschen, Jesus Christus anzunehmen,
und in der daraufhin gewonnenen Freiheit nach der je größeren Liebe zu entscheiden, die von Gott kommt.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
sondern dient einander in Liebe
(Gal 5,1.13).

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weiter zu. >>> Unterscheidung der Geister – Das Ziel unseres Lebens (1/3)

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Fotocredit: Zeb Andrews / Flickr

All the colors... by ZEB ANDREWS

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