BITTGEBETE

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BITTGEBET

Der Heilige Geist lehrt uns, die Liturgie in Erwartung der Wiederkunft Christi zu feiern; so erzieht er uns zum Gebet in der Hoffnung. Das Gebet der Kirche und das persönliche Gebet stärken in uns die Hoffnung. Besonders die Psalmen mit ihrer konkreten und reichen Sprache lehren uns, unsere Hoffnung auf Gott zusetzen: Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien (Ps 40,2). Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes (Röm 15,13).

Das Bittgebet ist zum Verbleiben in der Gnade notwendig und wahres Bittgebet ist ohne entsprechende Hoffnung nicht denkbar. Damit wird verständlich, dass Gott in der Heiligen Schrift so nachdrücklich auf die Hoffnung verweist und unsere christliche Hoffnung einmahnt. Akte der Hoffnung sind deshalb notwendiger Bestandteil unseres Glaubens (necessitate praecepti).

Jesus bittet. Schon diese Tatsache genügt als Hinweis darauf, dass wir, seine Brüder, Gott den Vater in wirklicher Weise bitten können und sollen. Christi Gebet war nicht von vorneherein Ergebung; in ihm brach – etwa am Ölberg – sein ganzer Lebens- und Existenzwille durch. Jesus rechnete mit einer realen, nicht bloß scheinbaren Offenheit seiner Zukunft. Seine Bitte war vielmehr, was sich in der Erhörung der Auferstehung zeigte, ein Höchstfall dafür, dass eine gott-menschliche Freiheit vom Vater unendlich ernstgenommen und in Rechnung gestellt wurde.

Jesus erwirkt uns Erhörung. Gott kann den Feigenbaum, der schon weit über Gebühr ertragen wurde, obwohl er unfruchtbar blieb, auf die Fürbitte des Weingärtners nochmals mit außerordentlicher Pflege versehen (Lk 13, 6 f) :

Solche Schonung auf eine Bitte hin ist möglich, weil Jesus selbst derjenige ist, der als Anwalt für das Leben der Menschen beim Vater eine unendliche Fürbittmacht besitzt!

Gott hält unbedingt an der Rettung, dem Heil, dem Leben der Menschen fest, allerdings, was jetzt offenbar geworden ist, nicht ohne das gewichtige stellvertretende Wort, das sein Sohn als Urbittender bei ihm einlegt. Jesus ist der leibhaftige „Imperativ der Liebe” bei seinem Vater. In ihm offenbart sich Gott als bewegbar, ja geradezu als (be)rührbar.

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Eine ausführliche Hinführung zum Bittgegebet findest du hier.+

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FÜRBITTE

Wie im Lob Gottes die Liebe zu Gott zur Sprache kommt, so findet die Nächstenliebe in der Fürbitte ihren Ausdruck. Dabei wird die Fürbitte, die Menschen und Schöpfung in den Blick nimmt, nicht selten den Dankgebeten und hymnischen Stücken entgegengestellt, die sich primär an Gott richten. Die Fürbitte ist nicht auf bestimmte Zeiten und Akte beschränkt. Vielmehr ist die einzelne Fürbitte der Ausdruck einer den Menschen und Gott zugewandten Grundhaltung des Betenden. Es geht um diese fürbittende Haltung, wenn im Neuen Testament vom unablässigen Beten die Rede ist (2.Thess 1,11 „Wir beten allezeit für euch“).

In den Evangelien bittet Jesus seine Jünger, in der Zeit der Angst mit ihm zu beten (Mk 14,34.38 par.). Er selbst betet für die, die ihm angehören (Lk 22,31-32; Joh 17,9.20) und für seine Verfolger (Lk 23,34).

Liegt der Akzent des Fürbittens auf dem Eintreten für andere und auf der sich darin ausdrückenden Gottesbeziehung, dann tritt der Aspekt der Erfüllung der konkreten Gebetsanliegen in den Hintergrund. Auch beim (scheinbaren) Ausbleiben des Erbetenen sind sich Betende der Erhörung durch Gott gewiss.
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SEGEN

Ein spezielles Bittgebet ist der Segen (benedictio). Der Segen oder die Segnung im christlichen Sinn, ist ein von der Kirche festgelegtes Bittgebet über Personen (Segen) oder Sachen (Segnung), das der bevollmächtigte Vertreter der Kirche in ihrem Namen spricht, um Gottes Schutz auf Personen und Gegenstände herabzurufen (Sakramentalien, Weihen). Der lateinische Begriff für Segen, benedictio, bedeutet wörtlich: jemandem Gutes zusagen. Die kirchlichen Segensformeln sind im Benedictionale gesammelt. Besondere Kraft hat neben dem priesterlichen Segen auch der Elternsegen.

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Über das Behüten

Ich rufe dich an,
denn du, Gott,
erhörst mich.
Wende dein Ohr
mir zu, vernimm
meine Rede!
Behüte mich wie
den Augapfel,
den Stern des
Auges, birg mich
im Schatten deiner
Flügel.

(Psalm 17, 6.8)

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Nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu Dir.
Mein Herr und mein Gott, o nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.

(Gebet des heiligen Bruder Klaus (1417 – 1487) Flühli-Ranft/Schweiz)

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Wir bitten Dich Jesus Christus

Jesus Christus, wir danken Dir, Dich als Freund erfahren zu dürfen,
dies ist unser kostbarstes Geschenk.
Heute bitten wir Dich um Segen und Heiligung,
für uns und unsere Nächsten.

Freude und Leid wollen wir mit Dir teilen,
sodaß Du Dich unserem Lachen anschließt und unseren Schmerz teilst.
Bitte laß uns in dem Bewusstsein leben, dass Du immer bei uns bist.

Herr, wir leben in einer unheilen Welt, die Dich vielfach nicht anerkennt,
in der wir oft gering geachtet werden, wenn wir uns zu Dir bekennen.
Bitte stärke uns, sodass Dein Kreuz fest in unserem Leben steht.

Herr, hilf uns unsere Freiheit zu schätzen und unserer Berufung zu folgen.
Wir sind nicht würdig, dass Du hier und heute unter uns bist.
Bitte sprich nur ein Wort der Liebe zu uns, und unsere Seele wird gesund.

Herr, Du bist der Sohn und unser Fürsprecher beim lebendigen Gott,
mit all unserer Liebe und all unserem Glauben wenden wir uns an Dich:
Bitte stärke uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

(zeitzubeten.org)

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Gib mir die Weisheit

Gib mir die Weisheit, zu schweigen über Schmerzen und Krankheit.
Sie nehmen zu, und jährlich wächst die Freude,
über sie zu berichten.
Ich getraue mich nicht, die Fähigkeit zu erbitten,
Krankheitsschilderungen anderer Menschen zu genießen,
aber lehre mich,
sie mit Geduld zu ertragen.

Schenk mir die wundervolle Einsicht,
daß ich irren kann.
Laß mich möglichst liebenswert sein.
Ich möchte kein Heiliger werden,
denn mit ihnen zu leben ist beschwerlich,
doch ein alter Sauertopf ist Teufelswerk.

Lehre mich,
an anderen unvorhergesehene Begabungen zu entdecken,
und schenke mir, o Herr, die gute Gabe,
dies auch auszusprechen.

(Teresa von Avila)

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Herr, ich weiß nicht

Herr, ich weiß nicht, worum ich dich bitten soll.
Du allein weißt, was ich benötige.

Du liebst mich besser, als ich selbst mich zu lieben verstehe.
O Vater, schenk deinem Kind,
wovon es selbst nicht weiß, wie es von Dir zu erbitten.

Dich zu bitten wage ich nicht, weder um Kreuz noch um Trost;
ich schenke dir einfach mein Herz und öffne es für dich.

Schau auf meine Nöte, die mir selbst unbekannt sind;
schau her und handle an mir nach deiner Fürsorge
und deinem Wohlwollen.

Verletzte oder heile mich, drück mich zu Boden
oder hebe mich auf;
deine Entschlüsse bete ich an, ohne sie zu kennen.

Ich verstumme, reiche mich dir zum Opfer, gebe mich dir hin.
Kein anderes Begehren habe ich, als deinen Willen zu tun.
Lehre mich beten. Bete du aus mir.
Amen

(Francois Fénelon)

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Auf festem Grund stehen

Erlöse mich,
Herr, und sei mir
gnädig. Mein Fuß
steht auf festem
Grund. Den Herrn
will ich preisen in
der Gemeinde.

(Ps 26, 11-12)

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Mein Vater, der mich nährt

Mein Vater, der mich nährt und schützt:
Ich weiß so wenig, was mir nützt,
daß ich fast nichts zu bitten wage.
Ich halte mich allein an dich,
du Herr und Lenker aller Tage.

Nur diese Wahrheit seh ich ein:
Gib mir die Kraft, stets gut zu sein;
so bin ich überall geborgen.
Das andre kommt, so wie mir’s frommt,
dafür wirst du, mein Vater, sorgen.

(Johann Gottfried Seume)

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Ich bitte nicht um Glück

Ich bitte nicht um Glück der Erden,
Nur um ein Leuchten nun und dann,
Daß sichtbar deine Hände werden,
Ich deine Liebe ahnen kann;

Nur in des Lebens Kümmernissen
Um der Ergebung Gnadengruß:
Dann wirst du schon am besten wissen,
Wieviel ich tragen kann und muß.

(Annette von Droste-Hülshoff)

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O Herr, ich gebe mich ganz

O Herr, ich gebe mich ganz in Deine Hände.
Mach mit mir, was Du willst! Geschaffen hast Du
mich für Dich. Das Verlangen, die Freuden,
die Schwachheiten, die Pläne, die Meinungen, die mich
von Dir fernhalten und mich auf mich selbst zurückwerfen,
alles opfere ich Dir. Ich will das sein, wozu Du mich haben willst;
ich will all das werden, wozu Du mich machen willst.

Da ich schwach bin, sage ich nicht:
„Ich will Dir folgen, wohin Du gehst.“
Aber ich gebe mich Dir,
daß du mich führst, gleich, wohin.
Ich will Dir folgen und bitte Dich allein um Kraft für meinen Tag.

(John Henry Newman)

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Bleibe bei uns

Bleibe bei uns
wenn über uns kommt
die Nacht der Trübsal und Angst,
die Nacht des Zweifels und der Anfechtung,
die Nacht des bitteren Todes.

Bleibe bei uns
und bei all deinen Gläubigen
in Zeit und Ewigkeit.
Amen.

(Georg Christian Dieffenbach)

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Festige meine Schritte

Festige meine
Schritte, Herr, wie
du es verheißen
hast. Lass kein
Unrecht über
mich herrschen.

(Psalm 119, 133)

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Führe mich

Führe mich in die Stille meiner Seele –
ganz tief hinein zu mir
und lass mich Dich erkennen.

Führe mich in die Tiefe meines Herzens –
ganz tief hinein zu mir
und lass mich Dich bekennen.

Führe mich in die Mitte meines Geistes –
ganz tief hinein zu mir
und lass mich Dich beim Namen nennen.

Führe mich hinaus in den Tag –
ganz zu den Menschen,
und lass mich Dich in ihnen erkennen.

(Verfasser unbekannt)

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Bitte um Geduld

Ich bitte dich, o Gott, um Geduld,
Um den großen Atem,
dass ich abwarten kann ohne einzugreifen,
dass ich wachsen lassen kann ohne mein Zutun,
dass Stürme und Unwetter sich von alleine legen.

Gib mir den großen Atem und die Gabe der Langmut,
dass ich anderen ihr Tempo lasse,
dass ich auch Umwege und Irrwege zulasse,
dass ich nicht alles selbst ordnen will
oder meine ordnen zu müssen.

Lass mich tief atmen
und mit jedem Atemzug deine Kraft,
deine Geduld und Liebe
in mir aufnehmen und hilf mir,
meine Begrenztheit demütig anzunehmen.

(Verfasser unbekannt)

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Bitte, guter Gott

Gib, dass ich lerne zu unterscheiden:
das Wichtige vom Unwichtigen,
das Vergängliche vom Bleibenden,
das Oberflächliche vom Wesentlichen,
das Vorläufige vom Endgültigen.

Herr, ich habe dich um Kraft gebeten,
um Erfolg zu haben;
du hast mich schwach werden lassen,
damit ich gehorchen lerne.

ich habe dich um Gesundheit gebeten,
um große Dinge zu tun;
ich habe die Krankheit erhalten,
um Besseres zu tun.

Ich habe dich um Reichtum gebeten,
um glücklich zu sein;
ich habe die Armut erhalten,
um weise zu sein.

ich habe dich um Macht gebeten,
um von den Menschen geschätzt zu werden;
ich habe die Ohnmacht erhalten,
um Verlangen nach dir zu spüren.

Ich habe dich um Freundschaft gebeten,
um nicht allein leben zu müssen;
du hast mir ein Herz gegeben,
um alle meine Brüder und Schwestern zu lieben.

Ich habe nichts von dem gehabt,
was ich erbeten hatte;
ich habe alles gehabt,
was ich erhofft hatte.

Fast gegen meinen Willen
sind meine ungesagten Gebete
erhört worden.
Ich bin der Beschenkteste aller Menschen.
Ich danke dir, Herr.

(Verfasser unbekannt)

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Bitte für unsere Kinder

Bei all den vielen Freuden, die wir mit
unseren Kindern erleben, gibt es auch
die eine oder andere Sorge um sie.

So bitten wir dich, du unser Gott,
wenn wir besorgt sind um die Entwicklungen
unserer heranwachsenden Kinder, wenn sie uns
fremd werden, oder wir sie nicht mehr verstehen –

Wir bitten dich, du unser Gott, wenn wir
uns schwer tun mit dem, was unsere Kinder
heutzutage denken, was sie in Frage stellen,
was sie ablehnen und für sich nicht übernehmen –

Wir bitten dich, du unser Gott, wenn es uns
weh tut als Eltern und Großeltern, dass unsere
Kinder und Enkel sich von der Kirche abwenden –

dann bitten wir dich, unser Gott, sorge du selbst
für unsere Kinder, wo wir es nicht mehr können,
weil wir sie in ihre eigene Freiheit entlassen.

(Verfasser unbekannt)

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Vertrauensvolle Bitte um Hilfe

Herr, sei mir
gnädig, denn mir
ist angst.
Entreiß
mich der
Hand meiner
Feinde und Verfolger.
Herr, lass
mich nicht scheitern,
denn ich rufe
zu dir.

(Psalm 145(144),8-9)

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Link zu Eine Hinführung zum BITTGEBET

Link zu Spiritualität und Praxis der Bitt-Tage

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