DANKGEBETE

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Gedanken zum Dankgebet

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Soweit ich mich zurückerinnern kann, war das Dankgebet schon immer ein Teil meines (oft impulsiven) Betens; zwar ist kindliches Beten ohne „bittendes Beten“ schwer vorstellbar, aber da ist etwas, das uns schon in jungen Jahren ein „Danke, lieber Gott!“ rufen lässt… Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene kann man fragen: Zählen Dankgebete nicht zu den schönsten Gebeten überhaupt? Sie sind mit Freuden- und Glücksgefühlen verbunden, sie spiegeln Momente wider, in denen wir eins sind mit Gott und seiner Schöpfung… So in etwa lässt sich der Anfang aller „Dankgebete“ darstellen.

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Staunen und Danken im Alten Testament

Wir sollten aber nicht nur von der eigenen Lebensentwicklung und Befindlichkeit ausgehen. Was sagt uns die Heilige Schrift zum Thema Dankbarkeit? Was erzählt uns zunächst das Alte Testament über das Danken? Das Buch der Psalmen wird vielen in den Sinn kommen, aber es gibt schon in den Büchern Mose sehr eindrückliche Verse, die von einem großen Staunen über Gott berichten, und das Staunen, sowie Respekt, Bewunderung und schließlich Demut liegen jeder Dankbarkeit zugrunde.

Forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind, seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde schuf; forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende: Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses, und hat man je solche Worte gehört? Hat je ein Volk einen Gott mitten aus dem Feuer im Donner sprechen hören, wie du ihn gehört hast, und ist am Leben geblieben? Oder hat je ein Gott es ebenso versucht, zu einer Nation zu kommen und sie mitten aus einer anderen herauszuholen unter Prüfungen, unter Zeichen, Wundern und Krieg, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm und unter großen Schrecken, wie es der Herr, euer Gott, in Ägypten mit euch getan hat, vor deinen Augen? Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst. Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, achten, damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht und du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.

Deuteronomium 4,32-34.39-40

Das ist eine Form des Staunens, Mahnens und Preisens, die über die eigene Lebensspanne hinausdenkt und gleich mehrere Generationen im Blick hat. Aber selbst wenn wir nur den Verlauf unseres eigenen Lebens bedenken, bieten sich täglich ungezählte Möglichkeiten, unseren Dank gegenüber Gott auszusprechen. Mit der Zeit unseres Reifens kommt noch eine andere, tiefere Dimension hinzu; sie kann im großen Dank für einen Lebenspartner, für ein Kind, für eine Begegnung mit Freunden, für eine Heilung, … oder für die Schöpfung als Ganzes gründen. Immer aber ist sie Ausdruck für eine Verbundenheit mit Gott, mit Jesus, und mit dem Heiligen Geist, wo wir uns angenommen und geliebt sehen!

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Dank an Gott und die Menschen im Neuen Testament

Im Neuen Testament eröffnen sich weitere reichhaltige Hinweise auf das Danken, wenn Lukas von Samariter erzählt: „Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien“ (Lk 17,16). Im Römerbrief dankt Paulus für seine Mitbrüder und Christen, die den Glauben verkündigen: „Zunächst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, weil euer Glaube in der ganzen Welt verkündet wird“ (Röm 1,8), „…die für mich ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben; nicht allein ich, sondern alle Gemeinden der Heiden sind ihnen dankbar“ (Röm 16,4). Im Epheserbrief findet Paulus die vielleicht treffendsten Worte zur Dankbarkeit, in der Liebe zu den Menschen und zu Gott:

Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit. Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. (Eph 1,14) Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn!

Eph 5,20

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Der Höhepunkt allen Dankens heißt Jesus Christus!
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Den Höhepunkt des Dankens erreichen wir mit und inJesus Christus: Der Herr hat uns das Geschenk seines einzigen Sohnes gemacht, der für uns und unsere Sünden gestorben ist! „Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19). Im Angesicht der Gnade des Vaters, der uns seinen Sohn für alle Zeit als Herrn, Erlöser und Freund geschenkt hat, vergeht jeder Zweifel: Gott hat jeden von uns von Anfang an gedacht und geliebt! Selten genug gelingt uns ein tiefes Verstehen dieser Wahrheit- und im eucharistischen Dank zeigen wir in höchstmöglicher Weise, dass wir am Wesen der Schöpfung und der Erfüllung des Neuen Bundes teilhaben:

Von allen Opfern nun, welche im Namen Jesu dargebracht werden, und welche nach der Vorschrift Jesu Christi geschehen, das ist von dem eucharistischen Opfer von Brot und Kelch, das an jedem Orte der Erde von den Christen gefeiert wird, hat Gott im voraus bezeugt, daß er sein Wohlgefallen daran habe. […] Daß nun Gebete und Danksagungen, wenn sie von würdigen Personen dargebracht werden, allein vollkommene und Gott angenehme Opfer sind, behaupte auch ich. Gemäß ihrer Tradition haben auch die Christen nur diese Opfer; sie bringen dieselben dar, wenn sie bei Brot und Kelch das Gedächtnis feiern, wobei sie gerade die Erinnerung an das Leiden begehen, welches der Sohn Gottes ihretwegen erduldet hat.

Justin der Märtyrer, Dialog mit dem Juden Tryphon, Mitte des 2. Jhdts.

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Danken mit der Gottesmutter Maria

Für den Vollzug unseres Glaubens wurde uns ein großes menschliches Vorbild geschenkt; die Rede ist von der leiblichen Mutter Christi, die Geburt und Opfer ihres Sohnes in Gebet und Dank angenommen hat. Maria ist es schließlich, die im Anschluß an Christi Kreuzestod mit den Jüngern für das Kommen des Heiligen Geistes gebetet hat: Für diese dienende und liebende Haltung danken wir ihr von ganzem Herzen! Die Jungfrau und Gottesmutter Maria ist – als erster Mensch im Himmel – unsere große Fürsprecherin für unser tiefstes Bitten und Danken. Gerne denke ich an den folgenden Aufruf, der die Einzigartigkeit und Bedeutung der Gottesmutter für unser Gebetsleben mit ganz einfachen Worten bewusst macht: Mit Maria auf Jesus schauen! (Papst Benedikt XVI. in Mariazell)

„Zeige uns Jesus! Mit dieser Bitte zur Mutter des Herrn haben wir uns hierher auf den Weg gemacht. Diese Bitte begleitet unszurück in den Alltag hinein. Und wir wissen, dass Maria unsere Bitte erhört: Ja, wann immer wir zu Maria hinschauen, zeigt sie uns Jesus. So können wir den rechten Weg finden, ihn Stück um Stück gehen, der getrosten Freude voll, dass der Weg ins Licht führt – in die Freude der ewigen Liebe hinein. Amen.“ 

Benedikt XVI.

Von dieser formulierten Bitte finden wir rasch zur Dankbarkeit: Danke, Maria, dass Du unser Trost bist, danke, dass Du unsere Vertraute auf dem Weg zu Jesus bist! Bitte, lass uns mit Dir auf Jesus schauen! – Danken und Bitten, Bitte und Dank, wie nah die beiden oft zusammenliegen, sich gegenseitig fordern. Seit tausenden Jahren gibt es Bilder für den Dank des betenden Menschen, womit wir wieder beim Alten Testament angelangt sind: „Ich will dich rühmen, Herr, Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt“ (Ps 30). Ich wünsche jedem Menschen, dass er zumindest in bestimmten Lebensabschnitten die Gnade solch einer Verbundenheit mit IHM erfahren und leben darf!

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DANKGEBETE

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Psalm 30

Großer Gott, stärke uns durch den Heiligen Geist, damit wir deine Freude erfahren und dir danken.
Ein Gebet, das diesen Dank auf wunderbare Weise ausdrückt, finden wir in Psalm 30,2-13:
Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.

Ich will dich rühmen, Herr,
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen *
und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.

Im sicheren Glück dachte ich einst: *
Ich werde niemals wanken.
Herr, in deiner Güte *
stelltest du mich auf den schützenden Berg.
Doch dann hast du dein Gesicht verborgen. *
Da bin ich erschrocken.
Zu dir, Herr, rief ich um Hilfe, *
ich flehte meinen Herrn um Gnade an.
Ich sagte:
Was nützt dir mein Blut, wenn ich begraben bin? *
Kann der Staub dich preisen, deine Treue verkünden?
Höre mich, Herr, sei mir gnädig! *
Herr, sei du mein Helfer!
Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, *
hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.

Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. *
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

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Danke

Danke
für die Blumen in meinem Garten
sie erfreuen mich
mit ihrer Blüte und ihrem Duft

Danke
für die Freunde die ich habe
sie schenken mir Vertrauen
geben mir Kraft und Zuversicht

Danke
für die Liebe die ich in mir habe
sie wächst und kommt zu mir zurück
wenn ich sie verschenke

Danke
für die Bank unter einem Baum
dort finde ich die Ruhe die ich brauche
und kann Kraft für den Alltag tanken

Danke
für die Nachbarn die mir die Hand reichen
gerade, wenn es schwierig wird
sind sie für mich da

Danke
für das Verständnis das du mir gibst
deine Toleranz, deine Vergebung
ich bin ein Mensch und mache Fehler

Danke
DU begleitest mich auf meinem Weg
gibst mir dann Hoffnung
wenn ich aufgeben will

Danke
für die schönen Dinge in meinem Leben
und für die Schwierigkeiten
daran kann ich wachsen

Danke
dafür, daß ich so viele Gründe
zur Dankbarkeit habe
irgendwie fühle ich mich reich beschenkt.

(unbekannt)

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Danke mein Jesus

Mein Jesus, Du weilst unter uns.
Danke, dass Du da bist.
Danke, dass wir Dich anrufen können.

Du willst nur das Beste für uns.
Wie unendlich gut bist Du
und wie gütig sind Deine Worte.

Voller Liebe rührst Du unsere Herzen an.
Erneuere in uns die Liebe und Demut,
und durchströme uns mit Deinem Heiligen Geist.

Wir wollen unsere Herzen öffnen
und möchten Frieden und Freude einkehren lassen.
Bestärke uns im Glauben an Dich, unseren Herrn.
Lob und Preis sei Dir, mein Jesus.
Amen.

(unbekannt)

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Dem Herrn will ich danken

Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, deinem Namen, du Höchster, zu singen,
am Morgen deine Huld zu verkünden und in den Nächten deine Treue.

( Ps 92,2f)

Vater im Himmel,
ich möchte Dir Dank sagen,
dass du mein Gebet erhört hast.

Ich weiß, dass Du bei mir bist
in allen Situationen meines Lebens.

Nie muss ich alleine sein, nie einsam.
Du hältst und trägst mich in Deiner
gütigen Hand.

Du bist ein guter Vater zu mir
und ich wünsche mir, dass es
immer so bleibt.

Danke von tiefstem Herzen für alles,
was ich bereits empfangen habe
und noch empfangen werde.
Amen.

(gebetbuch.com)

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Danke für Deine Nähe

Jesus, bei Dir weiß ich mich
gut aufgehoben.

Überall kann ich Dich
suchen und finden.

Immer gehst du
dicht an meiner Seite.

Für Deine Nähe
danke ich Dir.
Amen.

(unbekannt)

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Danke für deinen Sohn

Danke, lebendiger Gott,
dass wir uns als Teil Deines Lebens begreifen dürfen,
als Wesen Deiner großen Schöpfung.

In Deiner Liebe hast Du uns Deinen eigenen Sohn gesandt,
der uns in Deinem Namen vor dem Ende der Zeiten erlöst hat!

Kein Mensch mußte das grausame Leiden auf sich nehmen,
sondern Dein eigenes Fleisch hast Du für uns geopfert.

Mit Jesus Christus stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz,
sondern für alle Zeiten in Deiner Gnade und Liebe!

Dir, großer Gott, wollen wir dafür danken,
Deinen Sohn Jesus mitten unter uns erfahren zu dürfen.
Diese einmalige Freude und Gnade wollen wir preisen!

(KingBlaze)

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Danke Dreieiniger Gott

Danke, großer und lebendiger Gott,
dass jeder von uns die Frucht eines Deiner Gedanken ist,
dass jeder von uns von Anfang an geliebt und gewollt ist.

Dich, großer Gott, zu ehren,
Deiner Liebe und Barmherzigkeit zu vertrauen,
Deinen Sohn Jesus mitten unter uns zu erkennen:
Diese Gnaden wollen wir loben und preisen.

Danke, Jesus Christus,
dass Dein Tod am Kreuz alle Menschen erlöst hat,
dass wir die Freundschaft mit Dir immer und überall suchen dürfen.

Dir, o Herr, zu dienen,
Dir, dem barmherzigen Sohn Gottes zu folgen,
und unsere Nächsten zu lieben wie uns selbst:
Diese Berufungen wollen wir in Demut annehmen.

Danke, Heiliger Geist,
dass Deine Kraft uns begleitet,
dass Deine Eingebungen uns erfüllen.

Dich, Heiliger Geist, anzurufen,
Deinen Atem zu suchen und aufzunehmen,
Gott und die Menschen mit Deinem Feuer zu lieben:
Diese Gaben wollen wir loben und preisen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit,
Amen.

(zeitzubeten.org)

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DER TÄGLICHE DANK IN DER PRAXIS

Ein praktischer Hinweis, wie man im täglichen Leben zur Haltung der Dankbarkeit finden kann, führt uns zum Stundenbuch. Anhand der Bibeltexte kann jeder von uns Tag für Tag .Worte und Taten des dreieinigen Gottes erfahren, für die wir dankbar sein dürfen. Die Gedanken können dann weitergeführt werden, wofür jeder in seinem eigenen Leben dankbar sein sollte. Vermutlich finden sich rascher verschiedene Bitten, die uns auf der Zunge brennen… Aber das Aussprechen des Dankes für Gottes Werk und für eigene Umstände lässt uns ein wenig bescheidener werden in unseren Ansprüchen und Bitten: Wer würde es nun wagen, dieses innere Wachstum anders als positiv zu sehen?

Hier auf ZEIT ZU BETEN findest du ein Beispiel für eine tägliche Dankgebetfolge.

PS: Die monatlich erscheinenden Stundenbücher TeDeum und Magnificat kosten jährlich nicht viel mehr als das Abo eines Wohn- oder Freizeitmagazins, und alternativ gibt es für den 2-3fachen Betrag Stundenbücher „für die Ewigkeit“, die also alle 3 Lesejahre beinhalten…

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