GEBETE von HEILIGEN

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Eine heilige Kühnheit sollen wir haben, denn Gott hilft den Mutvollen

und kennt kein Ansehen der Person.

Teresa von Avila

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Gott allein genügt

Nichts verwirre dich,
nichts erschrecke dich,
alles vergeht.
Gott ändert sich nicht.
Die Geduld erreicht alles.
Wer sich an Gott hält,
dem fehlt nichts.
Gott allein genügt.

(Teresa von Avila)+

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Herr, lehre uns beten

Jesus Christus, einst sind deine Jünger zu dir gekommen
und haben verlangt: „Herr, lehre uns beten.“

Lehre mich einsehen, dass ohne Gebet mein Inneres verkümmert
und mein Leben Halt und Kraft verliert.
Nimm das Gerede von Erlebnis und Bedürfnis weg,
hinter welchem sich Trägheit und Auflehnung verbirgt.
Gib mir Ernst und festen Entschluß, und hilf mir,
durch Überwindung zu lernen, was zum Heil nottut.
Führe mich aber auch in deine heilige Gegenwart.
Lehre mich zu dir sprechen im Ernst der Wahrheit
und in der Innigkeit der Liebe.

Bei dir steht es, mir die innere Fülle des Gebetes zu gewähren,
und ich bitte dich, gib sie mir zur rechten Zeit.
Zuerst aber ist das Gebet Gehorsam und Dienst:
erleuchte mich, daß ich den Dienst in Treue tue.

(Romano Guardini)

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Gebet zur Göttlichen Barmherzigkeit

P. Mein Herr und mein Gott,
ich danke Dir für Deine unendliche Barmherzigkeit.
Ich preise Dich für das große Geschenk Deines Erbarmens.
Unsere Welt dürstet nach Liebe und Wahrheit.

A. Wandle Du mich daher in diese barmherzige Liebe um,
damit ich ein lebendiges Abbild von Dir werde.
Deine Barmherzigkeit soll durch mein Herz hindurch
zu meinen Nächsten gelangen.

P. Hilf mir, Herr, dass meine Augen barmherzig schauen,
dass ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige
und richte, sondern wahrnehme, was schön ist
in den Herzen meiner Nächsten.

A. Hilf mir, Herr, dass mein Gehör barmherzig wird,
damit ich mich den Bedürfnissen anderer zuwende
und meine Ohren nicht gleichgültig bleiben
für Leid und Freude meines Nächsten.

P. Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig wird,
dass ich niemals über andere abfällig rede,
sondern Worte der Hoffnung, des Trostes
und der Vergebung finde.

A. Hilf mir, Herr, dass meine Hände barmherzig
und voller guter Taten sind.
Mach mich bereit, auch schwierige, mühevolle Arbeit
für andere auf mich zu nehmen.

P. Hilf mir, dass meine Füße barmherzig sind,
damit sie meinen Nächsten zu Hilfe eilen
und die eigene Trägheit beherrschen.

A. Hilf mir, Herr, dass mein Herz barmherzig ist,
dass ich die Leiden meiner Nächsten wahrnehme
und vor niemandem mein Herz verschließe;
dass ich aber auch mit denen aufrichtig umgehe,
die meine Güte vielleicht missbrauchen werden.
Ich selbst kann mich am Herzen Jesu ausruhen.

P. Du, Herr, rufst mich zuallererst zur barmherzigen Tat,
dann zum barmherzigen Wort und fürbittenden Gebet.

A. Mache mich durch Deinen Heiligen Geist
zu einem Freudigen Zeugen Deiner Barmherzigkeit
und zu einem mutigen Verkünder Deiner Frohbotschaft.

P. O Herr, schenke allen Menschen dieser Welt Dein Heil.

A. O mein Jesus, verwandle mich in Dich,
denn Du vermagst alles!

P. Amen.

(Nach Texten der Hl. Faustyna Kowalska)

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Litanei um Demut

O Jesus! Sanft und demütig von Herzen, höre mich.

Von dem Wunsch, geschätzt zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, geliebt zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, erhoben zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, geehrt zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, gelobt zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, bevorzugt zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, um Rat gefragt zu werden, befreie mich o Jesus.
Von dem Wunsch, Zustimmung zu finden, befreie mich o Jesus.

Dass andere mehr geliebt werden als ich –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere höher geschätzt werden als ich –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere mehr geliebt werden als ich –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere auserwählt werden und ich leer ausgehe –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere Lob erhalten und ich übersehen werde –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere mir in allem vorgezogen werden –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere heiliger werden als ich,
vorausgesetzt, daß ich so heilig werde, wie ich soll –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Vor der Furcht, erniedrigt zu werden, befreie mich o Jesus.
Vor der Furcht, verachtet zu werden, befreie mich o Jesus.
Vor der Furcht, getadelt zu werden, befreie mich o Jesus.
Vor der Furcht, verleumdet zu werden, befreie mich o Jesus.
Vor der Furcht, vergessen zu werden, befreie mich o Jesus.
Vor der Furcht, ausgelacht zu werden, befreie mich o Jesus.
Vor der Furcht, Unrecht zu erfahren, befreie mich o Jesus.

Dass andere mehr geliebt werden als ich –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere höher geschätzt werden als ich –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere mehr geliebt werden als ich –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere auserwählt werden und ich leer ausgehe –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere Lob erhalten und ich übersehen werde –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere mir in allem vorgezogen werden –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

Dass andere heiliger werden als ich,
vorausgesetzt, daß ich so heilig werde, wie ich soll –
Jesus gewähre mir die Gnade, das zu wünschen.

O Jesus! Sanft und demütig von Herzen, höre mich.

(Text nach Kardinal Rafael Merry del Val, 1865-1930)

Rafael Kardinal Merry del Val war in der Tat ein Mann des Gebets. Jeden Tag sprach er nach dem Lesen der Messe die von ihm verfassten «Litaneien der Demut», die erst nach seinem Tod bekannt wurden. In ihnen offenbart sich eine Seele, die Unseren Herrn innig liebt und seine Erniedrigung in der Passion regelmäßig betrachtet hat. Nach Demut und niemals nach äußeren Ehren strebend, wollte er im Dienste Gottes für die Augen der Welt unsichtbar werden. Er schrieb: «Unser Herr hat dreißig Jahre seines Lebens darauf verwandt, die Demut häuslicher Tugenden zu lehren, um deren Bedeutung begreiflich zu machen und die Gnade zu erlangen, dass man ihm nachfolgt. Die erste und größte Lehre Jesu Christi ist die Demut: die Demut des Geistes, des Willens und des Herzens. Wir müssen uns bemühen, die Herzensdemut Jesu, seine Einheit mit dem Vater, seine Hingabe und seine Folgsamkeit dem Willen des Vaters gegenüber nachzuahmen. Überlasst euch wie Er dem Willen des Vaters, in den kleinen wie in den großen Dingen, in den Mühen eines jeden Tages, in den Widrigkeiten und Schwierigkeiten des Lebens. Nehmt die Mühen aus der Hand des Herrn und aus Liebe zu Ihm entgegen und seht in dem Trost, den Er euch spendet, den Beweis seiner barmherzigen Liebe.»

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Erwecke das Verlangen

Herr Gott,
erwecke in meiner Seele
das große Verlangen nach dir.
Du kennst mich und ich kenne dich.
Hilf mir, dich suchen und finden.

Herr Jesus,
wenn ich angefochten bin,
weil ich Gott und seine Macht
und Liebe nicht sehen kann
in dieser Welt,
so lass mich fest auf dich blicken,
denn du bist mein Herr und mein Gott.
Amen

(Dietrich Bonhoeffer)

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Danke für Gottes Sohn

Wir danken dir, himmlischer Vater,
dass du uns deinen eingeborenen Sohn geschenkt hast,
in dem du uns dich selber gibst und alle Dinge.

Wir bitten dich, himmlischer Vater;
wie du uns deinen Sohn Jesum Christum gegeben hast,
durch den und in dem du keinem etwas versagen willst noch kannst,
so erhöre uns in ihm
und mach uns frei von allen unsern vielen Mängeln
und vereinige uns mit ihm in dir.
Amen.

(Meister Eckhart um 1260-1327)

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Herr, mach etwas aus mir

Herr, mache mich gehorsam ohne Widerspruch;
arm im Geiste ohne niedrige Gesinnung;
keusch ohne falsche Scham;
geduldig ohne Murren;
demütig ohne Verstellung;
froh ohne Ausgelassenheit;
ernst ohne Trübsinn;
rührig ohne Hast;
wahrhaftig ohne Falsch.

Lass mich Gutes tun ohne Überheblichkeit;
den Nächsten ermahnen ohne Hochmut
und ihn erbauen in Wort und Beispiel ohne Heuchelei.

Gib mir, Herr,
ein wachsames Herz,
das kein leichtfertiger Gedanke von dir ablenke;
ein edles Herz, das keine unwürdige Neigung nach unten ziehe;
ein gerades und aufrechtes Herz,
das kein gemeines Streben auf Abwege führe;
ein starkes Herz, das keine Trübsal beuge;
ein freies Herz,
das sich von keiner Leidenschaft beherrschen lässt.
Gib mir einen Lebenswandel, der dir wohlgefällt;
und Beharrlichkeit, die dich mit Zuversicht erwartet.
Amen.

(Thomas von Aquin 1225-1274)

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Anvertraut

Ich traue Deiner Gnade
und gebe mein Leben ganz in Deine Hand.
Mach Du mit mir, wie es Dir gefällt
und wie es gut ist für mich.

Ob ich lebe oder sterbe,
ich bin bei Dir,
und Du bist bei mir, mein Gott.

Herr, ich warte auf Dein Heil
und Dein Reich.
Amen

(Dietrich Bonhoeffer)

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Deine Heiligkeit

Es gibt keine Heiligkeit, Herr, wenn du deine Hand zurückziehst.
Keine Weisheit ist nütze, wenn du nicht mehr steuerst.
Keine Tapferkeit hilft, wenn du nicht mehr schützt.
Verlassen, sinken wir unter und gehen zugrunde.
Kommst du, dann richten wir uns auf und leben.
Unbeständig sind wir, aber durch dich werden wir fest.

(Thomas von Kempen um 1380-1471)

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Deshalb sei dir Lob gesagt

O du Feuergeist und Tröstergeist,
Leben des Lebens von allen Geschöpfen,
heilig bist du, der du lebendig machst die Gestalten.
Du Heiliger, mit deiner Salbe rettest du die Verletzten,
heilig bist du, durch deine Reinigung heilst du die eitrigen Wunden.

O du Hauch der Heiligkeit, o du Feuer der Liebe,
du süßer Geschmack in der Brust,
du hauchst in die Herzen
den Wohlgeruch deiner Kräfte.

O du lauterster Brunnen, in dem wir erkennen,
wie Gott die Fremden versammelt
und die Verlorenen sucht.

O du Schutzwall des Lebens,
du Hoffnung auf Vereinigung aller Glieder,
du Gürtel der Ehrbarkeit, heile die Seligen.
Beschütze alle, die vom Feind in die Kerker geworfen wurden,
befreie, die in Banden liegen,
mit göttlicher Kraft willst du sie ja retten.

O du machtvoller Weg, der alles durchdringt,
der in die Höhen, in die Erdtiefen, in die Abgründe verstößt,
füge und führe alles zusammen.

Durch dich ziehen die Wolken, fliegen die Lüfte,
haben die Steine ihren Saft,
treiben die Quellen das Wasser hervor,
durch dich fördert die Erde die Grünkraft zutage.

Du bringst auch immer wieder die Menschen zur Einsicht,
beglückst sie durch den Anhauch der Weisheit.
Deshalb sei dir Lob gesagt, du bist ja der Lobklang,
du Freude des Lebens, du Hoffnung und mächtige Ehre,
du Schenker des Lichts.

(Hl. Hildegard von Bingen)

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Morgengebet

Mach uns würdig, Herr, unseren Mitmenschen in der ganzen Welt zu dienen,
die in Armut und Hunger leben und sterben.
Gib ihnen durch unsere Hände heute ihr tägliches Brot,
durch unsere verstehende Liebe Frieden und Freude.

Herr, gewähre,
dass ich eher zu trösten suche, als getröstet zu werden;
zu verstehen, als verstanden zu werden;
zu lieben, als geliebt zu werden;
denn durch Selbstvergessen findet man;
durch Verzeihen erlangt man Verzeihung;
durch Sterben erwacht man zum ewigen Leben.

(Ordensgemeinschaft von Mutter Teresa)

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Versammle uns durch deine Stimme

Ach Gott, vom Himmel erbarme dich unser!
Herr Jesu Christ, bitt für dein Volk, erlöse uns zur rechten Zeit,
behalt uns den rechten, wahren christlichen Glauben,
versammle deine weiten, zertrennten Schafe durch deine Stimme,
in der Schrift dein göttlich Wort genannt;
hilf uns, dass wir diese deine Stimme kennen
und keinem anderen Lockruf des menschlichen Wahnes nachfolgen,
auf dass wir, Herr Jesu Christe, nicht von dir weichen.

(Albrecht Dürer 1471-1528)

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Herr, lass uns vergeben

Herr Jesus Christus, der du uns geboten hast, nicht Böses mit Bösem zu vergelten,
sondern für die zu beten, die uns hassen und beneiden,
mach, dass wir durch das Beispiel des Heiligen Geistes unsere Feinde lieben
und insbesondere für sie beten.
Mach, o Christus, Sohn Gottes, dass unser Gebet für die aufrichtig sei,
von denen du weißt, dass sie uns Böses angetan haben.

Wenn wir in irgendeiner Weise der Grund gewesen sind für die Beleidigungen,
die sie uns angetan haben, dann bessere uns
und ebne uns den Weg zu einer heiligen Versöhnung.
Mach, dass ihr Zorn nicht immer weiter gegen uns glühe, sondern befreie sie und uns
von der bösen Gewalt des Hasses, auf dass wir bereit sind,
die Vergehen auf beiden Seiten wieder gutzumachen.
Mach, dass der Friede Gottes unser Herz und unseren Verstand lenke,
jetzt und in alle Ewigkeit.

(Anselm von Canterbury 1033-1109)

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Gebet in großer Not

Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich ersticken.
Ich weiß nicht ein noch aus.

Gott, sei gnädig und hilf,
gib Kraft zu tragen, was du schickst,
lass die Furcht nicht über mich herrschen.
Sorge du väterlich für die Meinen,
besonders für Frau und Kinder,
schütze sie mit deiner starken Hand
vor allem Übel und vor aller Gefahr.

Barmherziger Gott,
vergib mir alles, was ich an dir
und an Menschen gesündigt habe.
Ich traue deiner Gnade
und gebe mein Leben ganz in deine Hand
Mache du mit mir,
wie es dir gefällt und wie es gut für mich ist.

Ob ich lebe oder sterbe,
ich bin bei dir und du bist bei mir, mein Gott.
Herr ich warte auf dein Heil und auf dein Reich.
Amen

(Dietrich Bonhoeffer)

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Komm, o Heiliger Geist!

Erleuchte meinen Verstand, damit ich deine Gebote erkenne;
mach mein Herz stark gegen die Anschläge des Feindes;
entflamme meinen Willen…

Ich habe deine Stimme gehört, und ich möchte nicht hart werden und Widerstand leisten, indem ich sage: später…, morgen. „Nunc coepi!“ Jetzt, damit mir das Morgen nicht vielleicht fehlt.

O Geist der Wahrheit und der Weisheit, Geist des Versandes und des Rates, Geist des Jubels und des Friedens! Ich will, was du willst; ich will, wie du willst; ich will, wann du willst…

(Hl. Josefmaria Escrivá)

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Herr Du bist groß

Herr, du bist groß und hoch zu loben;
groß ist deine Macht,
deine Weisheit ist ohne Ende.

Und dich zu loben wagt der Mensch,
ein winziger Teil deiner Schöpfung,
der Mensch, der dem Tod verfallen ist,
der weiß um seine Sünde und weiß,
dass du dem Hoffärtigen widerstehst;
und dennoch, du selbst willst es so:

wir sollen dich loben aus fröhlichem Herzen;
denn du hast uns auf dich hin geschaffen,
und unruhig ist unser Herz,
bis es Ruhe findet in dir.

(Augustinus)

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Sonnengesang

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.

Dir allein. Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal der Herrn, Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du
spendest das Licht uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne,
am Himmel hast du sie gebildet,
hell leuchtend und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es
und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt und mannigfaltige Frucht
hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobet und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.

(Franz von Assisi)

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Suche mich in Dir

Falls Du nicht weißt,
wo du mich finden kannst,
so lauf weder hierhin, noch dorthin.
Wenn du mich, deinen Gott, finden willst,
dann suche mich in Dir.

Du selbst bist mein Gemach,
mein Haus und meine Wohnung,
in der ich immerwährend bin.

Wenn ich in deinem Denken
die Türen oft verschlossen finde,
nicht draußen sollst du mich suchen.
Um mich zu finden, ist es gut,
mich einfach nur zu rufen:

Ohne Zögern komme ich zu Dir,
suche mich immerfort in Dir,
in der Tiefe deiner Seelenburg,
als Freund findest du mich hier.

(inspiriert von Teresa von Avila, Poesias 4, 1329f.)

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Nach Gott suchen

Gott spricht:
O Seele, suche dich in mir,
und, Seele, suche mich in dir.

Die Liebe hat in meinem Wesen
dich abgebildet treu und klar;
kein Maler lässt so wunderbar
o Seele, deine Züge lesen.
Hat doch die Liebe dich erkoren
als meines Herzens schönste Zier:
Bist du verirrt, bist du verloren:
O Seele, suche dich in mir.

In meines Herzens Tiefe trage
ich dein Portrait, so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.
Und wenn dein Sehnen mich nicht findet,
dann such nicht dort und such nicht hier:
Gedenk, was dich im Tiefsten bindet,
und, Seele, suche mich in dir.

Du bist mein Haus und meine Bleibe,
bist meine Heimat für und für:
Ich klopfe stets an deine Tür,
dass dich kein Trachten von mir treibe.
Und meinst du, ich sei fern von hier,
dann ruf mich, und du wirst erfassen,
dass ich dich keinen Schritt verlassen:
und, Seele, suche mich in dir.

(Teresa von Avila)

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Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit

O gekreuzigter Jesus, ich bitte Dich, schenke mir die Gnade,
daß ich immer und überall in allem den heiligsten Willen Deines Vaters erfülle.

Wenn mir aber der Wille Gottes zu schwer fällt, bitte ich Dich, Jesus,
möge mir aus Deinen Wunden Kraft zufließen und meine Lippen sollen wiederholen:
Dein Wille geschehe, Herr.

(Heilige Schwester Faustyna Kowalska)

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Mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens

Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

(Franz von Assisi)

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Ein Gedanke zu “GEBETE von HEILIGEN

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