Mater Dolorosa – Schmerzensmutter

 

Maria Dolorosa

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Hinweis zu den folgenden Gebeten

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Im Gedächtnis der (sieben) Schmerzen Mariens (lateinisch: Beatae Mariae Virginis Perdolentis, früher: Septem Dolorum B.M.V.), die den „Gegenpol“ zu den Sieben Freuden Mariens bilden, und das am 15. September begangen wird, sind folgende schmerzhafte Erfahrungen im Leben von Maria gewürdigt, davon vier im Kontext des Kreuzesopfers:

  1. Die Weissagung Simeons, bei der Darstellung Jesu im Tempel, Jesus werde viel widersprochen, aber auch seiner Mutter werde „ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lukasevangelium 2, 35).
  2. Die Flucht vor dem Kindermörder Herodes nach Ägypten (Matthäusevangelium 2, 13 – 15).
  3. Der Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem; und die drei Tage dauernde Suche nach ihm (Lukasevangelium 2, 42 – 48).
  4. Die Begegnung mit ihrem Sohn auf dem Kreuzweg, dargestellt in der IV. Station der Kreuzwegandacht (vgl. Lukasevangelium 23, 27).
  5. Das Ausharren unter dem Kreuz Jesu (Johannesevangelium 19, 25 – 27): Stabat mater dolorosa.
  6. Die Kreuzabnahme Jesu, bedacht in der 13. Station der Kreuzwegandacht, in der Kunst dargestellt als „Pietà“ (= Vesperbild, wegen der Abendstunde).
  7. Die Grablegung Jesu, erinnert in der 14. Station der Kreuzwegandacht.

Schon 1423 wird auf einer Kölner Synode ein Fest der Sieben Schmerzen Mariens bzw. Septem Dolorum B.M.V. empfohlen, das 1667 zu feiern zunächst den Serviten erlaubt wurde, dann 1688 vom Sel. Papst Innozenz XI. eingeführt und 1727 durch Benedikt XIII. für die ganze Kirche vorgeschrieben wurde. Vor allen Dingen als Bittfest für den von Napoleon 1809 gefangengenommenen Papst Pius VII. (1800-1823) fand dieses Fest weite Verbreitung. Gefeiert wurde dieses Fest am Freitag nach dem ersten Passionssonntag. Parallel hatte sich am 15. September ein Gedächtnis der Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria entwickelt, das 1814 von Pius VII. als Dankfest für die Rückkehr aus der napoleonischen Gefangenschaft verbindlich eingeführt wurde (vgl. auch Maria Hilf) und, unter Aufnahme des Motivs des anderen Festes, über 1970 hinaus im kirchlichen Festjahr erhalten blieb.

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Gebet zur schmerzensreichen Gottesmutter Maria

O Mutter Jesu, durch deine unermesslichen Schmerzen
beim Leiden u. Sterben deines göttlichen Sohnes Jesu,
um der bitteren Tränen willen, die du vergossen hast,
bitte ich dich, opfere den heiligen, mit Wunden und Blut bedeckten Leib unseres göttlichen Erlösers
in Vereinigung mit deinen Schmerzen und Tränen dem himmlischen Vater auf,
zur Rettung der Seelen, und um die Gnade zu erlangen, um die ich dich anflehe.

Der heilige Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney, sagte oft,
nach seiner Erfahrung wirke folgendes Gebet, bei grossen öffentlichen wie persönlichen Anliegen,  vertrauensvoll verrichtet, fast Wunder. Meine Kinder, so fügte er dem Gesagten in einer Predigt hinzu:  „Merkt euch dies wohl, so oft ich eine Gnade erhalten habe, habe ich sie auf diese Weise erbeten“.
(eccl. appri.) – Imprimatur München 13.08.58 GV Nr.7607

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O Schmerzensmutter

O Schmerzensmutter, wir leiden mit Dir
unter dem heiligen Kreuze deines sterbenden Sohnes.
Wir hören voll Wehmut und doch in Glückseligkeit,
wie der Heiland uns  als teuerstes Vermächtnis Dich,
o Maria, feierlich zur Mutter gibt.
Mit welcher Mutterliebe
muss Dein Herz uns allen zugetan sein,
die wir Dich derart grosse Schmerzen gekostet haben.
Wir danken Dir tiefbewegt für diese Kreuzesstunde.
Nun sei uns Mutter und tröste uns.
O Maria, Du Mutter des Erlösers:
Bitte für uns!
Amen.

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Schmerzensmutter

Laß mich mein Leben bei dir
verbringen, du meine Mutter,
und laß mich bei dir aushalten
in der traurigen Einsamkeit
und deinen tiefen Schmerzen.

Laß mich in meiner Seele verspüren
das schmerzliche Weinen deiner Augen,
die Bitterkeit deines Herzens.

Nicht das zarte Glück Bethlehems
gib mir auf meinen Lebensweg.
Nicht die Freuden, die du im armen Haus von
Nazareth verspürtest, da der Herr bei dir war,
nicht den Engelsjubel bei deiner glorreichen
Auffahrt zum Himmel.

Nein, für mich gib den Spott,
die Lästerungen von Kalvaria, gib Teil
an deines Sohnes bitterem Todesleid,
Teil an der Verachtung, der Schmach,
der Schande des Kreuzes.

Ich will bei dir ausharren dürfen,
schmerzensreiche Jungfrau, aufrecht wie du:
An deinen Tränen soll mein Geist erstärken,
an deiner Marter mein Opfer sich entzünden,
in deiner Einsamkeit mein Herz bestehen,
mein ganzes Sein sei geopfert meinem Gott
und deinem Gott zuliebe.
Amen.

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2 Gedanken zu “Mater Dolorosa – Schmerzensmutter

  1. Liebe hochgeehrte Mitchristen, mit Bitte um Leid kann ich mich nicht anfreunden, jedenfalls derzeit nicht. Denn solche Bitte ist UNNATÜRLICH. Doch der Heilige Thomas von Aquin sagt ausdrücklich „Die Gnade setzt die Natur voraus.“ Unser Heiland selbst bat „Vater, wenn es möglich ist, lass den Kelch des Leides an mir vorübergehen!“ Sind wir etwa weiter vorangeschritten als Jesus vor seinem Tod? Solches erscheint mir als ungeheuerliche Anmaßung. Auf gut Deutsch: Als ausgesprochenes Werk der Hölle.

    1. Lieber Peter Mittl,
      ich kann deinen Einwand nachvollziehen (nicht aber deinen „Unmut“).

      Diese Gebete sind über die Jahrhunderte erhalten geblieben und nicht immer gleich verständlich oder „ansprechend“, haben aber auch heute ihre Berechtigung. Wie ist das zu verstehen?

      In einem aktuellen Film von Terence Mallick (Knight of Cups) wird das Thema Leiden so angesprochen, wie wir es nicht mehr gewohnt sind: All das Streben nach und Bitten um Glück und die Gnade, von Schmerzen und Krankheiten verschont zu bleiben, ist oberflächlich…. ganz einfach deshalb, weil diese Gnaden keine Entwicklung unserer Person hervorbringen. Glück verspüren wir meist dann, wenn es schon vorbei ist, als Erinnerung an einen Zustand, der schon wieder vergangen ist: Wem ist damit geholfen: Mir? Den Mitmenschen?

      Leiden ist ein tiefergehender Zustand und Prozess. Hier kann ich nicht aus, ich muss mich mit meinem Leben und Glauben beschäftigen und weiterentwickeln. Hier ist die CHANCE gegeben, auch und gerade angesichts des Schmerzes für den Anderen da zu sein, selbst wenn es „nur“ zu einem Gebet reicht.

      Hat Jesus nicht genau das er-lebt und bis zum Letzten ge-lebt: Angesichts des auf Ihn zukommenden Schmerzes ganz besonders auf die Menschen zuzugehen, angesichts des ungeheuerlichen Spotts und Schmachs den Menschen mit größtem Respekt gegenüberzutreten, noch im Erleben des qualvollen Kreuztodes den Verbrechern Trost und Gnade zuzusprechen?

      Im zuletzt angeführten Gebet geht es nicht darum, „eigene“ Schmerzen herbei zu beten. Nein, es geht ausdrücklich darum, MIT-leiden zu dürfen, mit Jesus Christus, ein Stück des Leidensweges mitzugehen… Dieses Mitleiden mit dem Herrn fördert das Verstehen Seines Weges, und macht uns erst fähig, den Leidenden um uns herum Trost zu geben. Oder anders formuliert: Habe ich als glücklicher Mensch ohne Schmerzen dem leidenden Nachbarn tatsächlich etwas tröstendes zu sagen?

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