Tischgebete

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Herr, segne uns und diese Gaben,
die wir von Deiner Güte nun empfangen,
durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

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Tischgebete als jüdisch-christliche Tradition
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Die christliche Familie, die jeden Tag das Tischgebet spricht und dem Herrn für das Geschenk der Speise dankt, begegnet der Schöpfung mit großer Achtung. Wer schon Exerzitien gemacht hat, der ist vermutlich mit der wohltuenden Stille vor und nach dem Essen vertraut, die jeweils mit einem Gebet abgeschlossen wird. Diese Ruhe um jedes gemeinsame Mahl hilft uns, Gott ganz bewusst einzuladen und Ihm für die Schätze der Schöpfung – einschließlich der Früchte unserer Arbeit – zu danken.

Das christliche Tischgebet hat seine Wurzeln in der jüdischen Berachá: Gepriesen (barúch) bist du, JHWH unser Gott, Schöpfer der Welt, für Speise und Trank: Durch sie gewährst du uns Leben und Freude. Gepriesen bist du in Ewigkeit.

Die beiden Aspekte Dank und Segen sind darin erkennbar: Hebräisch barúch kann (wie griechisch eulogetòs und lateinisch benedictus) sowohl als Preisung auf Gott wie als Segen auf Geschöpfe und Geschaffenes bezogen werden. Die Preisung Gottes über den Gaben segnet diese zugleich zu heil- und nutzbringendem Gebrauch. „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird; es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch das Gebet.“ (1.Tim 4,4-5).

Wie die folgende Gebetssammlung zeigt, bleibt in der reichen Ausgestaltung der christlichen Tischgebete die Zusammengehörigkeit von Segen und Gotteslob zumeist erhalten. Da Lob und Preis Gottes für Christen größten Stellenwert haben, kann die Einladung nur heißen: Pflegen wir alle gemeinsam das Tischgebet, denn es hilft uns bei der Erfüllung der beiden höchsten Gebote, nämlich Gott zu dienen und unsere Nächsten in Liebe einzubeziehen.

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Tischdekoration

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Vor dem Essen:

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Gelobt sei der himmlische Vater

Gelobt sei der himmlische Vater,
der uns das Brot der Erde geschenkt;
gelobt sein heiliger Sohn, der uns das Wort des Lebens gebracht;
gelobt der Heilige Geist, der uns zum Mahl der Liebe ver­eint.
Amen.

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Gott, von dem wir alles haben

O Gott, von dem wir alles haben,
wir danken dir für diese Gaben.
Du speisest uns, weil du uns liebst.
O segne auch, was du uns gibst.
Amen

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Vater, wir leben von Deinen Gaben

Vater, wir leben von Deinen Gaben.
Segne das Haus, segne das Brot.
Gib uns die Kraft, von dem, was wir haben,
denen zu geben in Hunger und Not.
Amen.

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Herr, segne uns

Herr, segne uns und diese Gaben,
die wir von deiner Güte nun empfangen,
durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

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Aller Augen warten auf Dich

Aller Augen warten auf dich, o Herr!
Du gibst uns Speise zur rechten Zeit.
Du öffnest deine Hand und erfüllst alles,
was lebt, mit Segen.
Amen.

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Nun segne, Vater, unser Essen

Nun segne, Vater, unser Essen,
Lass uns Lüge wie Neid vergessen.
In der Freude wie in manchem Schmerz,
schenke uns allen ein fröhlich Herz.
Leite Du unser Herz und Hände,
führe alles zum guten Ende.
Amen.

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Herr, aller Augen warten auf Dich

Herr, aller Augen warten auf Dich,
Du gibst ihnen täglich die Speise
in ganz gerechter Weise,
durch Deine barmherzigen Hände
sättigst Du bis zum Ende,
nach deinem Wohlgefallen.
Amen.

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O Gott, segne uns Speise und Trank

O Gott, segne uns Speise und Trank,
von Herzen kommt unser treuer Dank.
Amen.

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Von Deiner Gnad, Herr

Von Deiner Gnad, Herr, leben wir
und was wir haben, kommt von Dir.
Drum sagen wir Dir Dank und Preis,
tritt segnend ein in unsern Kreis.
Amen.

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Wir haben den Tisch gedeckt

Wir haben hier den Tisch gedeckt,
doch nicht mit unsren Gaben.
Vom Schöpfer, der das Leben weckt,
kommt alles, was wir haben.
Amen.

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Komm, Herr Jesus

Komm, Herr Jesus,
sei unser Gast und segne,
was Du uns bescheret hast.
Amen.

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Nach dem Essen

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Wir wollen danken

Wir wollen danken für unser Brot.
Wir wollen helfen in aller Not.
Wir wollen leben, die Kraft gibst du.
Wir wollen lieben: Herr, hilf dazu!
Amen.

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Du gibst uns, Herr

Du gibst uns, Herr, durch Speis und Trank,
viel Gesundheit, Kraft und Leben.
So nehmen wir mit Lob und Dank,
das, was Du uns hast gegeben.
Amen.

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Herr und Vater, wir danken dir

Herr und Vater, wir danken dir für dieses Mahl.
Du hast uns heute neu gestärkt.
Hilf uns mit Deiner Kraft,
Dir und unseren Mitmenschen zu dienen.
Amen.

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Dir sei, o Gott, Lob und Dank

Dir sei, o Gott, für Speis und Trank,
für alles Gute Lob und Dank.
Du gabst, Du willst auch künftig geben.
Dich preise unser ganzes Leben.
Amen.

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Im täglichen Mahl, o Herr

Im täglichen Mahl, o Herr, erkennen wir deine Güte.
Wir danken dir und loben dich in Ewigkeit.
Amen.

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6 Gedanken zu “Tischgebete

  1. Gebet nach dem Essen – Himmlischer Vater ! Wir danken dir , daß du uns Unwürdige gespeiset
    hast und nimmer aufhörest , uns deine Wohltaten gütig mitzuteilen . Lob und Ehre sei dir o Gott
    im Himmel ! Friede den Menschen auf Erden , Gnade unseren Wohltätern , allen verstorbenen
    christgläubigen die ewige Ruhe und das ewige ´Leben. Amen .

  2. Ich denke, beten und Gebete sollen nicht wie ein Gedicht wirken und aufgesagt werden. Ein Gebet soll vom Herzen kommen und durch eigene Worte mit Liebe, Achtung, Verehrung und Dank an unseren Herrn gerichtet werden. Gott will keine Worte von anderen, sondern deine eigenen Worte, die vom Herzen kommen sind besitzen die Kraft.

    1. Lieber Dieter,
      danke für deinen Beitrag.
      Deinen Worten kann ich ganz und gar zustimmen: Alle Gebete auf dieser Website (mit Ausnahme des Vaterunser und des Gegrüßet seist du Maria) sind vor allem als Anregung zu verstehen, und stellen keine Empfehlung für Nachsprechen oder Auswendiglernen dar.
      Vielleicht ist dir aufgefallen, dass auf ZEIT ZU BETEN bei den verschiedenen Gebetsformen zumächst erläutert wird, woher diese Gebetsformen kommen / wie sie entstanden sind / ob und wie sie Eingang in die Liturgie der katholischen Kirche gefunden haben.
      Eigene Worte sind sehr wichtig, und doch fühlt sich gerade beim gemeinsamen Gebet (z.B. Tischgebet) nicht jeder berufen, vor allen anderen mit eigenen Worten zu sprechen; hier kann es also eine Hilfe (Anregung) sein, Gebetstexte schon einmal gelesen zu haben, und auch zu wissen, aus welcher Tradition das alles kommt.
      Im Gebet verbunden!

  3. ich denke: das dass schon gut ist, aber manche wollen vielleicht was für die schule ausdrucken und da sind nicht würcklich alle gebete toll! aber sonst alles super:)

    1. Hallo :)
      das wär‘ schon praktisch, wenn zu jedem Thema eine Seite da wäre die alles schon perfekt aufbereitet hat – nur mehr ausdrucken, und schon ist die Arbeit fertig ;-)))

      ZEIT ZU BETEN hat ein ganz anderes Ziel: Über viele Arten des Betens und damit zusammenhängende Themen zu berichten, und schließlich einige Gebete dazu anzubieten…

      …ein Kennzeichen dieses Blogs sind die Gedanken, die den Gebetssammlungen vorangestellt sind: Woher kommt diese spezielle Form des Betens? Wie hat sie sich entwickelt? So erfährst du hier zum Thema Tischgebet etwas über seine jüdisch-christlichen Wurzeln.

      Es ist schön und wichtig, dass es viele Webseiten zum Thema Beten und Gebete gibt, und ZEIT ZU BETEN freut sich immer über Anregungen von Lesern!
      LG, Stefan

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